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Nachschlagewerk

Forstmarktplatz Lexikon

Wald & Forstwirtschaft

287 Fachbegriffe von A bis Z
Seite 1

Vorwort

Ein Wald verbindet.

Robert Ebner — Forstwirtschaftsmeister und Sicherheitscoach — und Dirk Greineisen — Betriebswirt (IHK) — teilen eine tief verwurzelte Leidenschaft: für den Wald, für das ehrliche Handwerk zwischen Motorsäge und Rückegasse und für die Menschen, die tagtäglich in und mit der Natur arbeiten. Der eine denkt in Beständen, Sicherheit und Verantwortung, der andere in Zahlen, Strukturen und dem, was einen Betrieb trägt. Wo diese beiden Welten zusammenkommen, entsteht etwas Rundes.

Aus dieser gemeinsamen Begeisterung ist dieses Nachschlagewerk gewachsen: ein verlässlicher Begleiter, der Fachwissen aus Forstwirtschaft, Baumpflege, Garten, Holzbrennstoffen und Ausbildung verständlich an einem Ort bündelt — vom Festmeter über die Güteklasse bis zum Aufbaupfad der Lehrgänge. Für Profis, die schnell nachschlagen wollen, und für alle, die den Wald ein Stück besser verstehen möchten.

Möge dieses Werk Sie in der Praxis begleiten — auf dem Polterplatz, im Büro und überall dort, wo Holz zur Sprache kommt.

Robert Ebner & Dirk Greineisen

Hinweis: Dieses Nachschlagewerk wurde mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz zusammengestellt und redaktionell begleitet.

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Inhaltsverzeichnis

A
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C
D
E
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FSC
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I
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M
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PEFC
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S
T
U
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W
X
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Z
Anhang
A · Umrechnung Holzprodukte
B · Stammholz: Maße & Güteklassen
C · Schüttgüter & Verkaufs-Kennwerte
D · Ausbildungsplan
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A

Absterbeerscheinungen wald
Absterbeerscheinungen sind sichtbare Anzeichen eines geschwächten oder sterbenden Baumes. Zu den Absterbeerscheinungen zählen Dürräste, lichte Kronen, Blattverlust, absterbende Rinde und Pilzbefall. Sie deuten auf eine gestörte Vitalität hin, etwa durch Trockenheit, Krankheiten, Schädlinge oder Wurzelschäden.

Eigenschaften: Dürräste und lichte Krone, Blattverlust und Rindenschäden, Zeichen gestörter Vitalität, Hinweis für die Baumkontrolle.

Verwendung: Baumkontrolle, Verkehrssicherheit, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sichtbefund · Beurteilung durch Fachleute

Abstocken stammholz
Abstocken bezeichnet das Fällen von Bäumen bzw. das Absägen dicht über dem Wurzelstock. Abstocken meint im forstlichen Sprachgebrauch das Fällen von Bäumen, oft mit Betonung auf dem Trennen des Stammes vom Stock (Wurzelstock) knapp über dem Boden. Der Begriff wird auch für das Abernten von Nieder- und Kurzumtriebsbeständen verwendet, bei denen die Bäume „auf den Stock gesetzt" werden, damit sie wieder ausschlagen.

Eigenschaften: Fällen / Absägen über dem Stock, Auch: Abernten von Niederwald, Bodennaher Trennschnitt, Fördert Stockausschlag.

Verwendung: Holzernte, Niederwald-/Kurzumtriebsnutzung, Flächenräumung.

Maßeinheiten: Stockhöhe in Zentimeter · Menge in Festmeter/Raummeter

Altbaum wald
Ein Altbaum ist ein besonders alter, oft mächtiger Baum mit hohem ökologischem Wert. Altbäume sind Bäume der Reife- und Zerfallsphase mit starkem Durchmesser, grober Borke, Höhlen und Totholzanteilen. Sie bieten Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse, Insekten und Pilze und sind für die Artenvielfalt im Wald besonders wertvoll.

Eigenschaften: Sehr alter, starker Baum, Höhlen und Totholzanteile, Hoher ökologischer Wert, Als Habitatbaum erhalten.

Verwendung: Naturschutz im Wald, Habitat- und Biotopbäume, Artenvielfalt.

Maßeinheiten: Alter in Jahren · Durchmesser (BHD) in Zentimeter

Altbestand wald
Ein Altbestand ist ein Waldbestand mit älteren, ausgewachsenen Bäumen kurz vor oder in der Nutzungsphase. Altbestände bestehen aus reifen Bäumen, die ihre Zielstärke weitgehend erreicht haben. Sie liefern wertvolles Stammholz und sind zugleich ökologisch bedeutsam, etwa durch Habitatbäume und Totholz.

Eigenschaften: Ältere, ausgewachsene Bäume, Nahe der Zielstärke, Wertvolles Stammholz, Ökologisch bedeutsam.

Verwendung: Holznutzung, Naturverjüngung, Habitatschutz.

Maßeinheiten: Alter in Jahren · Vorrat in Vfm je Hektar

Altersklasse wald
Eine Altersklasse fasst Waldbestände eines bestimmten Altersbereichs zu einer Gruppe zusammen. In der Forsteinrichtung werden Bestände nach ihrem Alter in Altersklassen eingeteilt, üblicherweise in 20-Jahres-Schritten (z. B. 1–20, 21–40 Jahre). Diese Gliederung zeigt die Altersstruktur eines Forstbetriebs und ist Grundlage für die Nutzungs- und Nachhaltsplanung.

Eigenschaften: Gruppe gleichaltriger Bestände, Meist in 20-Jahres-Stufen, Zeigt die Altersstruktur, Basis der Nachhaltsplanung.

Verwendung: Forsteinrichtung, Nutzungsplanung, Nachhaltskontrolle.

Maßeinheiten: Altersklassen in 20-Jahres-Stufen · Fläche je Klasse in Hektar

Altholzinsel wald
Eine Altholzinsel ist eine kleine, aus der Nutzung genommene Gruppe alter Bäume, die dauerhaft im Wald belassen wird. Altholzinseln (auch Waldrefugien oder Habitatbauminseln) sind bewusst ausgewiesene Bereiche alter Bäume, die bis zu ihrem natürlichen Zerfall stehen bleiben und viel Alt- und Totholz liefern. Sie dienen als Trittsteine und Refugien für Arten, die auf alte Bäume, Höhlen und Totholz angewiesen sind – Käfer, Pilze, Fledermäuse, Höhlenbrüter.

Eigenschaften: Aus der Nutzung genommene Altbaumgruppe, Dauerhaft belassen (Refugium), Viel Alt- und Totholz, Trittstein für Arten.

Verwendung: Waldnaturschutz, Biotopvernetzung, Wirtschaftswald.

Maßeinheiten: Fläche in Ar/Hektar · Altholz-/Totholzvorrat

Anwachserfolg wald
Der Anwachserfolg gibt an, welcher Anteil der gepflanzten Bäume anwächst und dauerhaft überlebt. Nach einer Pflanzung überleben nicht alle Jungpflanzen. Der Anwachserfolg (die Anwuchsrate) beschreibt den Anteil der erfolgreich angewachsenen Pflanzen und ist ein Maß für die Qualität von Pflanzgut, Pflanzung und Standortwahl. Ausfälle entstehen durch Trockenheit, Wurzelschäden, falsche Pflanzung, Verbiss oder Konkurrenzvegetation.

Eigenschaften: Anteil angewachsener Pflanzen, Maß für Pflanzqualität/Standort, Ausfälle durch Trockenheit/Verbiss, Hoch = weniger Nachbesserung.

Verwendung: Aufforstung und Waldumbau, Pflanzungskontrolle, Garten- und Landschaftsbau.

Maßeinheiten: Anwuchsrate in Prozent (%) · Bezug: gepflanzte Stückzahl

Artenschutzprüfung wald
Die Artenschutzprüfung klärt vor Fäll- und Eingriffsmaßnahmen, ob geschützte Arten betroffen sind. Vor Baumfällungen, Rodungen oder größeren Eingriffen ist zu prüfen, ob besonders oder streng geschützte Arten (z. B. Fledermäuse, Höhlenbrüter, Käfer) betroffen sind. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, ihre Lebensstätten zu zerstören oder Tiere zu töten.

Eigenschaften: Prüfung geschützter Arten vor Eingriff, Nach Bundesnaturschutzgesetz, Vermeidungs-/Ausgleichsmaßnahmen, Fällzeiten beachten.

Verwendung: Fäll- und Rodungsvorhaben, Bau- und Pflegemaßnahmen, Genehmigungsverfahren.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Prüfverfahren · Schonzeit: 1. März–30. September

Astung stammholz
Die Astung ist das gezielte Entfernen von Ästen am stehenden Baum zur Verbesserung der Holzqualität. Durch die Astung werden untere Äste entfernt, damit der Stamm astfreies, wertvolles Holz bildet. Sie ist eine wichtige waldbauliche Pflegemaßnahme bei Wertholzbäumen.

Eigenschaften: Entfernen von Ästen am Baum, Waldbauliche Pflegemaßnahme, Fördert astfreies Holz, Für Wertholz relevant.

Verwendung: Wertholzproduktion, Waldpflege, Furnier- und Bauholz.

Maßeinheiten: Astungshöhe: oft bis ca. 6 m · Kein Handelsmaß

Aufforstung stammholz
Die Aufforstung ist die Neuanlage von Wald durch Pflanzung oder Aussaat auf bisher unbewaldeten oder geräumten Flächen. Aufforstung schafft neuen Wald – etwa nach Kahlschlägen, Sturmwurf oder auf ehemaligen Freiflächen. Durch die Wahl standortgerechter, oft gemischter Baumarten wird der Wald von morgen begründet.

Eigenschaften: Neuanlage von Wald, Durch Pflanzung oder Saat, Standortgerechte Baumarten, Basis nachhaltiger Nutzung.

Verwendung: Forstwirtschaft, Klimaschutz, Wiederbewaldung.

Maßeinheiten: Pflanzenzahl: je nach Verband je ha · Kein Brennholzmaß

Aushaltung stammholz
Die Aushaltung ist das Einteilen und Ablängen des Stammes in Sortimente nach Qualität und Verwendung. Bei der Aushaltung entscheidet der Waldarbeiter oder der Harvester-Bordcomputer, in welche Abschnitte (Sortimente) ein Stamm zerlegt wird: wertvolles Stammholz, Industrieholz, Palettenholz oder Brennholz – je nach Stärke, Qualität, Krümmung und Marktpreis.

Eigenschaften: Einteilen des Stammes in Sortimente, Nach Qualität und Preis, Wertoptimierung, Von Hand oder per Bordcomputer.

Verwendung: Holzernte und Sortierung, Wertoptimierung, Vermarktung.

Maßeinheiten: Sortimentslängen in Meter · Stärke in Zentimeter (Zopf)

Auslesebaum wald
Ein Auslesebaum (Z-Baum) ist ein ausgewählter Zukunftsbaum, der bei der Pflege gezielt gefördert wird. Auslesebäume – auch Z-Bäume (Zukunftsbäume) genannt – sind die vitalsten, qualitativ besten und gut verteilten Bäume eines Bestandes. Sie werden markiert und bei der Auslesedurchforstung durch Entnahme ihrer Bedränger gefördert, damit sie Standraum, Licht und Kraft für wertvolles Stammholz erhalten.

Eigenschaften: Ausgewählter Zukunftsbaum (Z-Baum), Vital und qualitativ hochwertig, Gut im Bestand verteilt, Gezielt gefördert.

Verwendung: Bestandespflege, Auslesedurchforstung, Wertholzproduktion.

Maßeinheiten: Z-Bäume je Hektar · Entnahme der Bedränger in Efm/ha

Auslesedurchforstung wald
Die Auslesedurchforstung fördert gezielt ausgewählte Zukunftsbäume durch Entnahme ihrer Bedränger. Bei der Auslesedurchforstung werden die besten, vitalsten Bäume (Z-Bäume/Auslesebäume) bestimmt und ihre unmittelbaren Konkurrenten entnommen. So erhalten die Zukunftsbäume mehr Standraum, Licht und Wuchskraft für wertvolles, dickes Stammholz.

Eigenschaften: Fördert Zukunftsbäume (Z-Bäume), Entnahme der Bedränger, Wertorientiert, Mehr Standraum fürs Wertholz.

Verwendung: Pflege von Jung- und Baumhölzern, Wertholzproduktion, Bestandserziehung.

Maßeinheiten: Z-Bäume je Hektar · Entnahme in Erntefestmeter/ha

B

Bachelor Forstwirtschaft ausbildung
Der Bachelor Forstwirtschaft ist der grundständige Hochschulabschluss für forstliche Berufe. Das Bachelorstudium Forstwirtschaft vermittelt in meist sechs bis sieben Semestern die Grundlagen von Waldbau, Forstökologie, Holzernte, Betriebswirtschaft, Forsteinrichtung und Naturschutz. Es qualifiziert für Fach- und Führungsaufgaben in Forstbetrieben, Verwaltung, Verbänden und Industrie.

Eigenschaften: Grundständiges Forststudium, Meist 6–7 Semester, Waldbau, Ökologie, Betrieb, DQR-Niveau 6.

Verwendung: Forstbetriebe und Verwaltung, Verbände und Industrie, Basis für Master.

Maßeinheiten: Dauer: 6–7 Semester · Abschluss: Bachelor of Science Forstwirtschaft

Bannwald wald
Ein Bannwald ist ein rechtlich besonders geschützter Wald mit vorrangiger Schutz- oder Erholungsfunktion. Der Begriff Bannwald hat je nach Region zwei Bedeutungen: In manchen Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg) ist er ein aus der Nutzung genommenes Waldreservat, das sich natürlich entwickeln darf. In anderen (z. B. Bayern) bezeichnet er einen unersetzlichen Wald mit besonderer Schutzfunktion für das Klima oder Ballungsräume, der nicht gerodet werden darf.

Eigenschaften: Rechtlich geschützter Wald, Reservat oder Schutzbannwald, Regional unterschiedliche Definition, Roden verboten.

Verwendung: Waldschutz, Naturschutzreservate, Klima- und Immissionsschutz.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar (ha) · Schutzstatus nach Landeswaldgesetz

Baumhöhenmessung wald
Die Baumhöhenmessung bestimmt die Höhe eines Baumes, meist mit einem Höhenmesser nach dem trigonometrischen Prinzip. Die Baumhöhe wird mit Höhenmessern (z. B. Vertex, Blume-Leiss) oder Neigungsmessern über Winkel und Distanz trigonometrisch ermittelt. Zusammen mit dem Brusthöhendurchmesser ist sie Grundlage für Volumen- und Vorratsberechnungen.

Eigenschaften: Bestimmung der Baumhöhe, Trigonometrisch (Winkel+Distanz), Mit Höhenmesser, Basis für Volumen und Bonität.

Verwendung: Vorrats- und Volumenermittlung, Bonitierung, Fäll- und Sicherungsplanung.

Maßeinheiten: Höhe in Meter (m) · Verfahren: trigonometrisch

Umrechnung: Höhe h ≈ Distanz × (tan α_oben + tan α_unten).

Baumhöhlen wald
Baumhöhlen sind Hohlräume in Stämmen und Ästen, die wertvollen Lebensraum für viele Tierarten bieten. Baumhöhlen entstehen durch Specht-Zimmerung, Astabbrüche mit Fäule oder Verletzungen, die sich zu Hohlräumen entwickeln. Sie sind Brut-, Schlaf- und Überwinterungsplatz für Höhlenbrüter, Fledermäuse, Insekten und Kleinsäuger.

Eigenschaften: Hohlräume in Stamm/Ästen, Durch Specht/Fäule/Wunden, Lebensraum vieler Arten, Schützenswerte Habitatstrukturen.

Verwendung: Naturschutz und Artenschutz, Habitat- und Biotopbäume, Baumkontrolle.

Maßeinheiten: Höhlenanzahl/-typ je Baum · Bewertung in der Baumkontrolle

Baumkataster wald
Ein Baumkataster ist ein Verzeichnis zur Dokumentation von Bäumen, ihrem Zustand und den durchgeführten Kontrollen. Im Baumkataster werden Standort, Art, Maße, Zustand und Kontrolltermine jedes Baumes erfasst, häufig digital und kartengestützt. Es unterstützt die systematische Baumkontrolle und die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht.

Eigenschaften: Verzeichnis der Bäume, Standort, Art, Zustand, Kontrollen, Oft digital und kartengestützt, Grundlage der Dokumentation.

Verwendung: Kommunale Baumverwaltung, Verkehrssicherung, Pflegeplanung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Datenbestand · Kontrolltermine je Baum

Baumkontrolle wald
Die Baumkontrolle ist die regelmäßige Überprüfung von Bäumen auf Schäden und Verkehrssicherheit. Bei der Baumkontrolle beurteilen Fachleute den Zustand von Bäumen anhand sichtbarer Merkmale wie Kronenbild, Rinde, Pilzfruchtkörper und Stammfuß. Ziel ist es, Gefahren durch Bruch oder Umsturz rechtzeitig zu erkennen.

Eigenschaften: Regelmäßige Überprüfung, Beurteilung sichtbarer Merkmale, Erkennt Bruch- und Umsturzgefahr, Wird dokumentiert.

Verwendung: Verkehrssicherung, Baumpflege, Baumkataster.

Maßeinheiten: Kontrollintervalle in Monaten/Jahren · Sichtkontrolle, ggf. eingehend

Baumpflege wald
Baumpflege umfasst alle Maßnahmen zur Erhaltung gesunder, sicherer und vitaler Bäume. Zur Baumpflege gehören fachgerechter Kronen- und Pflegeschnitt, Kronensicherungen, das Entfernen von Totholz sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen. Ziel sind Gesundheit, Vitalität und Verkehrssicherheit des Baumes.

Eigenschaften: Erhaltung gesunder Bäume, Schnitt, Sicherung, Totholzentfernung, Fördert Vitalität und Sicherheit, Durch Fachleute.

Verwendung: Straßen- und Gartenbäume, Verkehrssicherung, Parkpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegemaßnahme · Astdurchmesser beim Schnitt

Baumstatik wald
Die Baumstatik befasst sich mit der Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen unter Last. Die Baumstatik untersucht, wie ein Baum Wind-, Eigen- und Zusatzlasten aufnimmt und ob Stamm, Wurzeln und Äste ausreichend tragfähig sind. Bäume optimieren ihren Aufbau selbst nach dem Prinzip konstanter Spannung, doch Fäule, Risse oder Vorschäden können die Sicherheit mindern.

Eigenschaften: Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen, Last- und Tragfähigkeitsanalyse, Messverfahren (z. B. Zugversuch), Basis für Gutachten.

Verwendung: Baumgutachten, Verkehrssicherung, Erhalt strittiger Bäume.

Maßeinheiten: Sicherheit als Faktor (Grenzlast/Last) · Restwandstärke in Zentimeter

Bestand wald
Ein Bestand ist eine zusammenhängende Waldfläche mit ähnlichen Merkmalen wie Baumart, Alter und Struktur. Der Bestand ist die grundlegende Bewirtschaftungseinheit im Wald. Bestände werden nach Baumartenzusammensetzung, Alter, Struktur und Standort unterschieden und getrennt geplant, gepflegt und genutzt.

Eigenschaften: Zusammenhängende Waldfläche, Ähnliche Baumart, Alter, Struktur, Grundlegende Planungseinheit, Rein- oder Mischbestand.

Verwendung: Waldbewirtschaftung, Pflege- und Ernteplanung, Forsteinrichtung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Vorrat in Vfm je Hektar

Bestandesbegründung wald
Die Bestandesbegründung ist die Anlage eines neuen Waldbestandes durch Saat, Pflanzung oder Naturverjüngung. Mit der Bestandesbegründung startet ein neuer Bestand: entweder natürlich über Naturverjüngung aus dem Samen der Altbäume oder künstlich durch Pflanzung und Saat. Wichtig sind die standortgerechte Baumartenwahl, geeignetes Pflanz- oder Saatgut und ausreichender Schutz vor Verbiss und Konkurrenzvegetation.

Eigenschaften: Anlage eines neuen Bestandes, Naturverjüngung oder Pflanzung/Saat, Standortgerechte Baumartenwahl, Grundlage für Jahrzehnte.

Verwendung: Aufforstung und Wiederbewaldung, Waldumbau, Mischwaldbegründung.

Maßeinheiten: Pflanzenzahl je Hektar · Fläche in Hektar

Bestandespflege wald
Bestandespflege umfasst alle Maßnahmen, die einen Waldbestand von der Jugend bis zur Reife stabil, gesund und wertvoll erhalten. Zur Bestandespflege gehören die Jungwuchs- und Dickungspflege (Läuterung), die Durchforstungen (Erst-, Jung- und Auslesedurchforstung), die Mischungsregulierung, die Wertästung sowie die Förderung von Stabilität, Mischung und Struktur. Ziel ist ein vitaler, standfester Bestand mit hochwertigen Zukunftsbäumen.

Eigenschaften: Pflege von Jugend bis Reife, Läuterung, Durchforstung, Ästung, Fördert Stabilität/Mischung/Wert, Daueraufgabe über die Umtriebszeit.

Verwendung: Waldbau, Wertholzerziehung, Stabilisierung.

Maßeinheiten: Eingriffe in Efm/ha · Über die Umtriebszeit

Blöße wald
Eine Blöße ist eine unbestockte, aber zur Bestockung vorgesehene Fläche innerhalb des Waldes. Als Blöße bezeichnet man eine vorübergehend kahle Waldfläche, die eigentlich Wald ist bzw. wieder werden soll – etwa nach Kahlhieb, Windwurf, Kalamität oder Brand, solange sie noch nicht wieder bestockt ist. Sie zählt weiter zur Waldfläche und ist wiederzubewalden.

Eigenschaften: Unbestockte Waldfläche, Nach Kahlhieb/Windwurf/Brand, Zählt zur Waldfläche, Wiederzubewalden.

Verwendung: Wiederbewaldung, Waldumbau, Flächenmanagement.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar/Ar · Bezug: Waldfläche

Bockkäfer wald
Bockkäfer sind eine Käferfamilie, deren holzbohrende Larven Holz und geschwächte Bäume schädigen können. Bockkäfer (Bockkäfer, Familie Cerambycidae) haben oft sehr lange Fühler. Ihre Larven (Holzwürmer im weiteren Sinn) entwickeln sich im Holz und fressen Gänge in absterbende Bäume, Totholz oder lagerndes Holz. Viele Arten sind wichtige Zersetzer und ökologisch wertvoll; einige, wie der Hausbockkäfer, schädigen verbautes Nadelholz, andere befallen geschwächte Waldbäume oder mindern die Qualität von Lagerholz.

Eigenschaften: Käferfamilie mit langen Fühlern, Holzbohrende Larven, Meist Sekundärschädlinge, Hausbock schädigt Bauholz.

Verwendung: Waldschutz und Holzschutz, Lager- und Bauholz, Totholzökologie.

Maßeinheiten: Befall/Ausfluglöcher am Holz · Larvenentwicklung im Holz

Bodenverdichtung wald
Bodenverdichtung ist das Zusammenpressen des Waldbodens, das seine Poren und damit Wasser- und Lufthaushalt schädigt. Durch das Befahren mit schweren Maschinen – besonders bei nassem Boden – werden die Bodenporen zusammengedrückt. Die Bodenverdichtung verschlechtert die Durchlüftung, den Wasserhaushalt und das Wurzelwachstum, fördert Staunässe und Erosion und kann über Jahrzehnte bestehen bleiben. Sie ist einer der gravierendsten und langlebigsten Schäden der mechanisierten Holzernte.

Eigenschaften: Zusammenpressen des Bodens, Durch schwere Maschinen (Nässe), Schädigt Poren/Wasser-/Lufthaushalt, Sehr langlebig.

Verwendung: Bodenschutz bei der Holzernte, Rückeplanung, Nachhaltige Bewirtschaftung.

Maßeinheiten: Verdichtung als Bodenkennwert · Spurtiefe in Zentimeter

Borkenkäfer wald
Borkenkäfer sind rindenbrütende Käfer, die vor allem Fichten befallen und großen Schaden anrichten können. Borkenkäfer – in Mitteleuropa vor allem Buchdrucker und Kupferstecher – bohren sich in die Rinde und legen Brutgänge im Bast an. Dadurch unterbrechen sie den Saftstrom, und befallene Bäume sterben ab. Bei Trockenheit und Wärme vermehren sie sich massenhaft (mehrere Generationen pro Jahr).

Eigenschaften: Rindenbrütende Käfer, Vor allem an Fichte, Massenvermehrung bei Trockenheit, Töten befallene Bäume.

Verwendung: Waldschutz und Monitoring, Sanitärhieb, Kalamitätsmanagement.

Maßeinheiten: Befall in Festmeter Schadholz · Generationen pro Jahr: 2–3

Brennholz-Selbstwerberkurs ausbildung
Der Brennholz-Selbstwerberkurs schult Privatpersonen für die sichere Brennholzaufarbeitung im Wald. Viele Waldbesitzer und Forstämter verlangen von Selbstwerbern (Personen, die ihr Brennholz selbst aufarbeiten) den Nachweis eines Motorsägenkurses. Der Brennholz-Selbstwerberkurs vermittelt kompakt die sichere Handhabung der Motorsäge, PSA, Schnitttechnik am liegenden Holz und – je nach Kurs – Grundlagen der Fällung schwacher Bäume.

Eigenschaften: Kurs für Brennholz-Selbstwerber, Sichere Motorsägenarbeit, PSA und Schnitttechnik, Oft Pflicht für Holzscheine.

Verwendung: Brennholz-Selbstwerbung, Private Holzaufarbeitung, Zugang zu Selbstwerber-Losen.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Grundkurs (Modul A) · Abschluss: Teilnahmenachweis Selbstwerber

Brusthöhendurchmesser (BHD) wald
Der Brusthöhendurchmesser (BHD) ist der Stammdurchmesser in 1,30 m Höhe – das zentrale Maß der Baum- und Bestandserfassung. Der BHD wird in genormter Brusthöhe von 1,30 Metern über dem Boden gemessen, meist mit Kluppe oder Umfangmaßband. Er ist die wichtigste Kenngröße, um Baumstärke, Holzvorrat, Zuwachs und Sortiment zu bestimmen.

Eigenschaften: Stammdurchmesser in 1,30 m, Gemessen mit Kluppe/Maßband, Basis für Vorrat und Zuwachs, Forstliche Standardgröße.

Verwendung: Bestandsaufnahme, Vorrats- und Zuwachsermittlung, Auszeichnung und Sortierung.

Maßeinheiten: BHD in Zentimeter (cm) · Messhöhe: 1,30 m

Umrechnung: Umfang (U) ↔ Durchmesser: BHD = U / π (U in cm).

Buchdrucker wald
Der Buchdrucker ist der wirtschaftlich bedeutendste Borkenkäfer an der Fichte. Der Buchdrucker (Ips typographus) ist ein rindenbrütender Borkenkäfer, der vor allem ältere Fichten befällt. Er bohrt sich in die Rinde und legt ein charakteristisches Brutbild mit Muttergängen und abzweigenden Larvengängen an, das an Buchdruck erinnert – daher der Name. Der unterbrochene Saftstrom lässt befallene Bäume absterben.

Eigenschaften: Wichtigster Fichten-Borkenkäfer, Ips typographus, Typisches Brutbild (Buchdruck), Mehrere Generationen bei Wärme.

Verwendung: Waldschutz und Monitoring, Sanitärhieb, Kalamitätsmanagement.

Maßeinheiten: Befall in Festmeter Schadholz · 2–3 Generationen pro Jahr

Bundeswaldgesetz ausbildung
Das Bundeswaldgesetz ist das grundlegende deutsche Gesetz zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Waldes. Das Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz, BWaldG) bildet den bundesweiten Rahmen: Es schützt den Wald in seiner Fläche, sichert seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen, regelt Walderhaltung, Erstaufforstung, Umwandlung und das Betretensrecht.

Eigenschaften: Grundlegendes Waldgesetz (Bund), Erhaltung und Nutzung, Schutz-, Nutz-, Erholungsfunktion, Rahmen für Landesgesetze.

Verwendung: Forstrecht, Walderhaltung und -umwandlung, Betretensrecht.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Bundesgesetz · Konkretisierung durch Landeswaldgesetze

C

Chronische Baumschäden wald
Chronische Baumschäden sind langfristige Schädigungen durch Krankheiten, Schädlinge oder Umwelteinflüsse. Anders als akute Schäden entwickeln sich chronische Baumschäden über längere Zeit. Ursachen sind etwa wiederkehrende Trockenheit, Wurzelschäden, Pilz- oder Insektenbefall sowie Belastungen durch Streusalz oder Bodenverdichtung.

Eigenschaften: Langfristige Schädigung, Durch Krankheit, Schädlinge, Umwelt, Entwickeln sich schleichend, Mindern die Vitalität.

Verwendung: Baumkontrolle, Baumpflege, Standortverbesserung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sichtbefund · Beobachtung über Zeit

CO₂-Bindung wald
Die CO₂-Bindung ist die Speicherung von Kohlendioxid durch Bäume und Waldboden. Bäume nehmen bei der Photosynthese CO₂ aus der Luft auf und binden den Kohlenstoff in Holz, Blättern und Wurzeln. Auch der Waldboden speichert große Mengen Kohlenstoff im Humus.

Eigenschaften: Speicherung von CO₂, Durch Photosynthese, In Holz, Wurzeln und Boden, Wichtig für den Klimaschutz.

Verwendung: Klimaschutz, Waldbewirtschaftung, Holzverwendung.

Maßeinheiten: Speicherung in Tonnen CO₂ je Hektar · Bezug auf gebundenen Kohlenstoff

Umrechnung: Rund 1 m³ Holz bindet grob 0,9–1 t CO₂ (Faustzahl, artabhängig).

CO₂-Speicherung allgemein
CO₂-Speicherung bezeichnet die Bindung von Kohlendioxid im Holz von Bäumen, Wäldern und Holzprodukten. Bäume entziehen der Luft beim Wachsen Kohlendioxid und binden den Kohlenstoff im Holz. Ein Kubikmeter Holz speichert rund eine Tonne CO₂. Solange das Holz besteht – im Wald oder als Bauholz und Möbel – bleibt der Kohlenstoff gebunden.

Eigenschaften: Bindung von CO₂ im Holz, ~1 t CO₂ je m³ Holz, Speicher im Wald und in Produkten, CO₂-neutraler Kreislauf.

Verwendung: Klimaschutz, Holzbau als CO₂-Speicher, Waldbewirtschaftung.

Maßeinheiten: ca. 1 t CO₂ je m³ Holz · Kohlenstoffgehalt ca. 50 % der Trockenmasse

Umrechnung: 1 m³ Holz speichert ca. 1 Tonne CO₂.

D

Dauerwald wald
Ein Dauerwald ist eine Waldform mit kontinuierlicher Naturverjüngung und dauerhaftem Kronendach, ohne Kahlschläge. Im Dauerwald wird einzelstamm- oder gruppenweise genutzt, während der Bestand über Naturverjüngung ständig nachwächst. So bleibt das Kronendach dauerhaft erhalten, was Boden, Kleinklima und Artenvielfalt schützt.

Eigenschaften: Dauerndes Kronendach, Kontinuierliche Naturverjüngung, Einzelstamm-/Gruppennutzung, Ohne Kahlschläge.

Verwendung: Naturnaher Waldbau, Klimaresiliente Wälder, Bodenschutz.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Nutzung am Zuwachs

Dendrochronologie stammholz
Die Dendrochronologie ist die Datierung und Auswertung von Holz anhand seiner Jahrringe. Die Dendrochronologie nutzt die Tatsache, dass Bäume jährlich einen Jahrring bilden, dessen Breite von der Witterung abhängt. Durch den Vergleich charakteristischer Ringmuster (Jahrringkurven) lassen sich Hölzer exakt aufs Jahr datieren, das Fälljahr bestimmen und vergangene Klima- und Umweltbedingungen rekonstruieren (Dendroklimatologie).

Eigenschaften: Datierung anhand von Jahrringen, Vergleich von Ringmustern, Bestimmt Fälljahr, rekonstruiert Klima, Archäologie/Klima/Ökologie.

Verwendung: Archäologie und Kunstgeschichte, Klimaforschung, Waldökologie.

Maßeinheiten: Datierung auf das Jahr genau · Jahrringbreite in mm

Derbholz stammholz
Derbholz ist Holz ab 7 Zentimeter Durchmesser mit Rinde – die forstliche Mindeststärke für nutzbares Holz. Als Derbholz bezeichnet man alle Baumteile (Stamm und Äste) mit mindestens 7 Zentimetern Durchmesser über Rinde. Es ist die Bezugsgröße vieler forstlicher Vorrats- und Zuwachsangaben (Derbholzvorrat, Derbholzzuwachs) und trennt das nutzbare, vermessbare Holz vom schwächeren Reisig und Nichtderbholz.

Eigenschaften: Holz ab 7 cm Durchmesser (mit Rinde), Forstliche Mindeststärke, Bezugsgröße für Vorrat/Zuwachs, Trennt nutzbares Holz vom Reisig.

Verwendung: Vorrats- und Zuwachsermittlung, Ertragsplanung, Holzsortierung.

Maßeinheiten: Grenze: 7 cm Durchmesser mit Rinde · Vorrat in Vfm/Efm Derbholz

Umrechnung: 1 Vfm Derbholz = 1 m³ Holz mit Rinde ab 7 cm Durchmesser.

Derbholzgrenze stammholz
Die Derbholzgrenze ist der Durchmesser von 7 Zentimetern mit Rinde, ab dem Holz als Derbholz zählt. Die Derbholzgrenze liegt bei 7 Zentimetern Durchmesser über Rinde. Alles Holz oberhalb dieser Grenze gilt als Derbholz (nutzbares, vermessbares Holz), darunter als Nichtderbholz oder Reisig. Die Grenze ist eine forstliche Konvention und Bezugspunkt für Vorrats-, Zuwachs- und Ertragsangaben.

Eigenschaften: Durchmessergrenze 7 cm mit Rinde, Trennt Derbholz von Reisig, Forstliche Konvention, Bezug für Vorrat/Zuwachs.

Verwendung: Vorrats- und Zuwachsermittlung, Holzsortierung, Ertragsvergleich.

Maßeinheiten: Grenze: 7 cm Durchmesser mit Rinde · Bezug: Derbholz

Umrechnung: Ab 7 cm Durchmesser (mit Rinde) zählt Holz als Derbholz.

DGUV Motorsägenlehrgang ausbildung
Der DGUV-Motorsägenlehrgang ist die nach DGUV-Grundsatz geregelte, anerkannte Motorsägenausbildung. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt mit dem Grundsatz 2101-002 die Inhalte und den modularen Aufbau der Motorsägenausbildung vor. Ein DGUV-Motorsägenlehrgang folgt diesen anerkannten Standards und wird von Berufsgenossenschaften, Waldbesitzerverbänden und zertifizierten Anbietern durchgeführt.

Eigenschaften: Nach DGUV-Grundsatz 2101-002, Bundesweit anerkannt, Modularer Aufbau, Für berufliche Nutzung Pflicht.

Verwendung: Berufliche Waldarbeit, Kommunen und Betriebe, Anerkannter Nachweis.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Grundsatz 2101-002 · Abschluss: anerkannter Teilnahmenachweis

Dickung wald
Eine Dickung ist ein junger Wald mit dicht stehenden, sich berührenden Bäumen. Die Dickung ist eine Entwicklungsphase nach dem Jungwuchs: Die jungen Bäume schließen zum dichten Bestand zusammen, ihre Kronen berühren sich und beschatten den Boden. Dadurch beginnt die natürliche Astreinigung.

Eigenschaften: Junger, dichter Bestand, Kronen berühren sich, Beginn der Astreinigung, Starke Lichtkonkurrenz.

Verwendung: Waldbau, Jungbestandspflege, Läuterung.

Maßeinheiten: Entwicklungsphase (Alter/Höhe) · Kein Handelsmaß

Diplodia-Triebsterben wald
Das Diplodia-Triebsterben ist eine Pilzkrankheit der Kiefer, die Triebe und ganze Bäume absterben lässt. Das Diplodia-Triebsterben (Erreger Diplodia sapinea, früher Sphaeropsis sapinea) befällt vor allem Kiefern, gelegentlich andere Nadelbäume. Der Pilz lässt junge Triebe, Nadeln und Zapfen absterben; typisch sind braune, abgeknickte Triebspitzen und harzende Rindenpartien. Bei Trockenstress und nach Hagel oder Verletzungen tritt er verstärkt auf.

Eigenschaften: Pilzkrankheit der Kiefer, Erreger Diplodia sapinea, Triebe/Nadeln/Zapfen sterben ab, Durch Trockenstress begünstigt.

Verwendung: Waldschutz, Kiefernbestände, Klimaangepasster Waldbau.

Maßeinheiten: Befall je Baum/Bestand · Auftreten nach Trocken-/Hageljahren

Durchforstung stammholz
Die Durchforstung ist die Entnahme einzelner Bäume aus einem Bestand, um die verbleibenden zu fördern. Bei der Durchforstung werden konkurrierende oder schwache Bäume entnommen, damit die ausgewählten Zukunftsbäume mehr Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten. Das anfallende Holz ist oft schwächeres Stamm- oder Brennholz.

Eigenschaften: Entnahme einzelner Bäume, Fördert die verbleibenden, Liefert Schwach- und Brennholz, Waldbauliche Pflege.

Verwendung: Waldpflege, Brennholzgewinnung, Wertholzförderung.

Maßeinheiten: Handel: Festmeter oder Raummeter · Meist schwächeres Holz

Umrechnung: 1 Fm Durchforstungsholz = ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

Dürrast wald
Ein Dürrast ist ein abgestorbener, dürrer Ast im Kronenbereich eines Baumes. Dürräste entstehen durch Lichtmangel, Krankheit oder allgemeine Schwächung des Baumes. Sie sind spröde und können jederzeit abbrechen, weshalb sie ein wichtiges Sicherheitsmerkmal bei der Baumkontrolle sind.

Eigenschaften: Abgestorbener Ast in der Krone, Spröde und bruchgefährdet, Sicherheitsmerkmal, Zeichen der Schwächung.

Verwendung: Baumkontrolle, Verkehrssicherung, Totholz (im Wald).

Maßeinheiten: Astdurchmesser in cm · Sichtbefund bei der Kontrolle

Dürreschäden wald
Dürreschäden sind Trockenschäden an Waldbäumen durch anhaltenden Wassermangel und Hitze. Lange Trockenperioden und Hitzesommer setzen Waldbäumen stark zu: Sie werfen Blätter ab, ihre Kronen verlichten, Zuwachs und Abwehrkraft sinken. Geschwächte Bäume werden anfälliger für Borkenkäfer und Pilze, ganze Bestände können absterben.

Eigenschaften: Trockenschäden durch Wassermangel, Kronenverlichtung und Blattverlust, Geschwächte Abwehrkraft, Folge: Käfer und Pilze.

Verwendung: Klimaanpassung, Schadensbewertung, Waldumbau-Anlass.

Maßeinheiten: Kronenverlichtung in Prozent (%) · Betroffene Fläche in Hektar (ha)

E

Eichenprozessionsspinner wald
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen Eichen schädigen und für Menschen gesundheitsgefährdend sind. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) fressen an Eichenblättern und ziehen in charakteristischen „Prozessionen". Ab dem dritten Stadium bilden sie feine Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein, das bei Menschen Hautausschläge, Augenreizungen und Atembeschwerden auslösen kann.

Eigenschaften: Schmetterling an Eichen, Raupen mit Brennhaaren, Gesundheitsgefahr für Menschen, Profitiert von Wärme.

Verwendung: Waldschutz und Gesundheitsschutz, Siedlungsnahe Eichen, Nesterbekämpfung.

Maßeinheiten: Befall je Baum/Bestand · Brennhaare ab 3. Raupenstadium

Eichensterben wald
Eichensterben (Eichenkomplexerkrankung) ist ein schleichendes Absterben von Eichen durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Das Eichensterben ist keine einzelne Krankheit, sondern eine Komplexerkrankung: Mehrere Faktoren wirken zusammen – Trockenstress und Extremwitterung, Kahlfraß durch Schmetterlingsraupen (z. B. Eichenwickler, Frostspanner, Eichenprozessionsspinner), Befall durch Mehltau, den Zweipunktigen Eichenprachtkäfer sowie Pilze wie Hallimasch. Geschwächte Eichen zeigen Kronenverlichtung, Wasserreiser und sterben über Jahre ab.

Eigenschaften: Komplexerkrankung der Eiche, Zusammenwirken mehrerer Faktoren, Trockenstress, Fraß, Käfer, Pilze, Absterben über Jahre.

Verwendung: Waldschutz, Eichenbestände, Vitalitätsförderung.

Maßeinheiten: Kronenverlichtung in Prozent · Auftreten in Stressphasen

Einschlag stammholz
Der Einschlag ist das Fällen und Aufarbeiten von Bäumen zur Holzgewinnung. Beim Holzeinschlag werden Bäume gefällt, entastet und in Sortimente aufgearbeitet. Er erfolgt geplant im Rahmen der Waldbewirtschaftung, oft im Winterhalbjahr.

Eigenschaften: Fällen und Aufarbeiten, Zur Holzgewinnung, Meist im Winterhalbjahr, Geplante Maßnahme.

Verwendung: Holzernte, Waldbewirtschaftung, Brennholzgewinnung.

Maßeinheiten: Handel: Festmeter (Fm) · Einschlagsmenge je Bestand

Umrechnung: 1 Fm eingeschlagenes Holz = ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

Einzelbaumbewertung wald
Die Einzelbaumbewertung ist die fachliche Beurteilung eines einzelnen Baumes nach Zustand, Wert oder Sicherheit. Bei der Einzelbaumbewertung wird ein Baum gezielt beurteilt – etwa hinsichtlich Vitalität und Standsicherheit bei der Baumkontrolle oder hinsichtlich seines Geldwerts bei Schäden. Für die Wertermittlung von Bäumen sind anerkannte Verfahren wie die Methode Koch gebräuchlich.

Eigenschaften: Beurteilung eines Einzelbaums, Zustand, Wert oder Sicherheit, Anerkannte Wertverfahren, Durch Sachverständige.

Verwendung: Baumwertermittlung, Schadensfälle, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Wert in Euro (Gutachten) · Kein einheitliches Messmaß

Endnutzung wald
Die Endnutzung ist die Ernte des reifen Bestandes am Ende der Umtriebszeit. Als Endnutzung bezeichnet man die Holzernte im hiebsreifen Endbestand – im Gegensatz zur Vornutzung (Durchforstung) in jüngeren Beständen. Hier fällt das wertvolle Starkholz an, das über Jahrzehnte herangewachsen ist.

Eigenschaften: Ernte des reifen Bestandes, Ende der Umtriebszeit, Wertvolles Starkholz, Leitet Verjüngung ein.

Verwendung: Holzernte im Endbestand, Wertholzgewinnung, Bestandsverjüngung.

Maßeinheiten: Erntemenge in Erntefestmeter/ha · Alter = Umtriebszeit

Entastung stammholz
Entastung ist das Entfernen der Äste vom gefällten Baum bei der Aufarbeitung. Nach dem Fällen werden die Äste vom Stamm getrennt (Entasten), um ihn ablängen, rücken und vermessen zu können. Die Entastung erfolgt motormanuell mit der Motorsäge oder maschinell im Harvesteraggregat mit Entastungsmessern. Ein sauberer, stammnaher Schnitt ohne Aststummel ist wichtig für Vermessung, Sortierung und Rückung.

Eigenschaften: Entfernen der Äste am gefällten Baum, Motormanuell oder im Harvester, Stammnaher, sauberer Schnitt, Teil der Aufarbeitung.

Verwendung: Holzaufarbeitung, Sortierung und Rückung, Energieholzanfall.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Arbeitsvorgang · Bezug: Aufarbeitung

Erntefestmeter stammholz
Der Erntefestmeter (Efm) ist das Volumen des verwertbaren Holzes nach dem Einschlag, meist ohne Rinde und ohne Ernteverluste. Der Erntefestmeter berücksichtigt, dass beim Einschlag nicht das gesamte stehende Holz verwertet wird: Rinde und Ernteverluste wie Stockholz werden abgezogen. Er ist damit ein praxisnahes Maß für die tatsächlich genutzte Holzmenge.

Eigenschaften: Volumen des verwertbaren Holzes, Nach dem Einschlag, Meist ohne Rinde, Abzüglich Ernteverluste.

Verwendung: Forstwirtschaft, Holzabrechnung, Nutzungsplanung.

Maßeinheiten: Einheit: Efm (Erntefestmeter) · 1 Efm ≈ 0,8 Vfm (Faustzahl)

Umrechnung: 1 Efm ≈ 1 Fm verwertbares Holz ≈ ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

Erosionsschutz wald
Erosionsschutz umfasst Maßnahmen gegen den Abtrag von Boden durch Wasser oder Wind. Wälder und Gehölze schützen den Boden wirksam vor Erosion: Kronen mildern den Aufprall des Regens, Wurzeln halten das Erdreich, und die Streuauflage bremst den Abfluss. Besonders an Hängen und Ufern ist diese Schutzfunktion wichtig.

Eigenschaften: Schutz vor Bodenabtrag, Durch Wurzeln und Kronen, Wichtig an Hängen und Ufern, Erhalt der Bodendeckung.

Verwendung: Hang- und Uferschutz, Landschaftsbau, Waldbau.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Schutzfunktion · Bodenabtrag in t/ha (Fachwert)

Erschließung wald
Die Erschließung ist das Netz aus Waldstraßen, Rückewegen und Rückegassen, das den Wald für Bewirtschaftung und Transport zugänglich macht. Die forstliche Erschließung umfasst befestigte Waldstraßen (für Lkw), Rückewege und die unbefestigten Rückegassen im Bestand (Feinerschließung). Sie ermöglicht Holzernte, -transport, Pflege, Waldbrandbekämpfung und Erholung und lenkt den Maschinenverkehr auf feste Trassen.

Eigenschaften: Netz aus Straßen/Wegen/Gassen, Waldstraße, Rückeweg, Rückegasse, Macht den Wald zugänglich, Lenkt Verkehr auf feste Trassen.

Verwendung: Holzernte und -transport, Waldpflege und -schutz, Erholung.

Maßeinheiten: Erschließungsdichte in lfm/ha · Wege-/Gassenabstände in Meter

Erstdurchforstung wald
Die Erstdurchforstung ist der erste pflegende Eingriff in einen herangewachsenen Jungbestand. Mit der Erstdurchforstung beginnt die eigentliche Bestandespflege: Im dicht geschlossenen Jungbestand werden erstmals Bäume entnommen, um die verbleibenden zu stabilisieren, das Kronen- und Wurzelwachstum zu fördern und die besten Bäume herauszuarbeiten. Sie erfolgt, wenn sich die Kronen ausreichend geschlossen haben und Konkurrenz einsetzt.

Eigenschaften: Erster Pflegeeingriff im Jungbestand, Entnahme erster Bäume, Stabilisiert und fördert Zuwachs, Richtiger Zeitpunkt entscheidend.

Verwendung: Jungbestandspflege, Stabilisierung, Wertholzvorbereitung.

Maßeinheiten: Entnahme in Efm/ha · Bestandesalter je Baumart

Ertragsklasse wald
Die Ertragsklasse (Bonität) beschreibt die Leistungsfähigkeit eines Standortes für eine Baumart. Die Ertragsklasse – auch Bonität – gibt an, wie viel Zuwachs und Holzertrag eine Baumart auf einem bestimmten Standort erbringt. Sie wird meist über die Oberhöhe des Bestandes in einem bestimmten Alter aus Ertragstafeln abgeleitet; eine höhere Ertragsklasse bedeutet einen besseren, wüchsigeren Standort.

Eigenschaften: Leistungsfähigkeit des Standortes, = Bonität, Aus Oberhöhe/Ertragstafel, Grundlage der Ertragsprognose.

Verwendung: Forsteinrichtung und Planung, Zuwachsprognose, Bewertung.

Maßeinheiten: Ertragsklasse (z. B. I.–V.) · Oberhöhe in Meter je Alter

Eschentriebsterben wald
Das Eschentriebsterben ist eine durch einen Pilz verursachte Krankheit, die Eschen absterben lässt. Das Eschentriebsterben wird durch den eingeschleppten Schlauchpilz Falsches Weißes Stängelbecherchen verursacht. Er befällt Blätter und Triebe, führt zu Welke, Trieb- und Kronensterben und oft über Folgeinfektionen (Stammfußnekrosen) zum Absterben ganzer Bäume.

Eigenschaften: Pilzkrankheit der Esche, Trieb- und Kronensterben, Europaweit dezimiert, Verkehrssicherungsrisiko.

Verwendung: Waldschutz, Verkehrssicherung an Wegen, Resistenzzüchtung.

Maßeinheiten: Kronenverlichtung in Prozent · Befall europaweit verbreitet

Europäische Lärche allgemein
Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist ein heimischer, sommergrüner Nadelbaum mit dauerhaftem, harzreichem Holz. Die Lärche ist der einzige heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln abwirft. Ihr rötlich-braunes Kernholz ist dicht, harzreich und von Natur aus sehr witterungsbeständig – deshalb geschätzt für Fassaden, Terrassen, Fenster, Wintergärten und den Außenbau.

Eigenschaften: Sommergrüner Nadelbaum, Wirft Nadeln ab, Dauerhaftes, harzreiches Kernholz, Witterungsbeständig.

Verwendung: Fassaden und Terrassen, Fenster und Außenbau, Brennholz (mit Funkenflug).

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,4 kWh/kg · Rohdichte ca. 550 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Lärche ≈ 0,7 Fm; höherer Heizwert als Fichte.

F

Fällung allgemein
Die Fällung ist das kontrollierte Zu-Fall-Bringen eines Baumes mit Fällkerbe und Fällschnitt. Bei der Fällung wird zuerst eine Fällkerbe in Fällrichtung gesägt, dann der Fällschnitt von der Gegenseite. Die stehen bleibende Bruchleiste führt den Baum sicher zu Boden.

Eigenschaften: Kontrolliertes Fällen, Fällkerbe plus Fällschnitt, Bruchleiste als Scharnier, Sicherheitsrelevant.

Verwendung: Holzernte, Verkehrssicherung, Waldpflege.

Maßeinheiten: Rückweiche im 45°-Winkel · Handel: Festmeter (Fm)

Umrechnung: 1 Fm gefälltes Holz = ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

Femel wald
Eine Femel ist eine kleine, truppweise Öffnung im Bestand, in der Naturverjüngung heranwächst. Als Femel (Femelloch) bezeichnet man eine kleinflächige Lücke, die beim Femelschlag in den Altbestand gerissen und schrittweise erweitert wird. In dieser Öffnung erhält die Verjüngung mehr Licht und kann sich unter dem Schutz des umgebenden Bestandes etablieren.

Eigenschaften: Kleine, truppweise Bestandsöffnung, Femelloch für Verjüngung, Wird schrittweise erweitert, Grundelement des Femelschlags.

Verwendung: Naturnahe Verjüngung, Femelschlag/Femelwirtschaft, Mischwaldbegründung.

Maßeinheiten: Femellochgröße in Ar · Erweiterung über Jahre

Femelschlag wald
Der Femelschlag ist ein Verjüngungsverfahren, das den Bestand truppweise in kleinen Löchern öffnet. Beim Femelschlag wird der Altbestand an mehreren Stellen in kleinen Lücken (Femellöchern) geöffnet, die nach und nach erweitert werden. In diesen Löchern etabliert sich die Naturverjüngung, die mit fortschreitender Öffnung mehr Licht erhält.

Eigenschaften: Verjüngung in kleinen Löchern, Femellöcher werden erweitert, Stufiger Mischbestand, Naturnah.

Verwendung: Naturnahe Waldverjüngung, Mischwaldbegründung, Dauerwald-nahe Bewirtschaftung.

Maßeinheiten: Femellochgröße in Ar/Hektar · Verjüngung über Jahre

Femelwirtschaft wald
Die Femelwirtschaft ist eine Betriebsart, die den Wald dauerhaft über Femelschläge verjüngt. Die Femelwirtschaft (Femelschlagbetrieb) nutzt den Femelschlag als durchgängiges Prinzip: Der Bestand wird über viele Jahre truppweise in Löchern verjüngt, sodass ein ungleichaltriger, strukturreicher Wald entsteht. Sie steht zwischen Schlagwirtschaft und Plenterwald.

Eigenschaften: Betriebsart über Femelschläge, Ungleichaltriger Bestand, Strukturreich und naturnah, Zwischen Schlag- und Plenterwald.

Verwendung: Naturnahe Waldbewirtschaftung, Mischwaldbetrieb, Klimaangepasster Waldbau.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Altersklassen gestreut

Flächenlos brennholz
Ein Flächenlos ist ein zur Selbstwerbung freigegebenes, abgegrenztes Waldstück, dessen gesamtes anfallendes Holz aufgearbeitet wird. Bei der Brennholz-Selbstwerbung unterscheidet man Stammlose (einzelne markierte Stämme) und Flächenlose. Beim Flächenlos wird dem Selbstwerber eine abgegrenzte Fläche zugewiesen, auf der er das gesamte dort liegende oder markierte Holz (oft Kronen- und Restholz nach der Ernte) aufarbeiten und entnehmen darf.

Eigenschaften: Abgegrenzte Selbstwerber-Fläche, Gesamtes Holz wird aufgearbeitet, Oft Kronen-/Restholz, Alternative zum Stammlos.

Verwendung: Brennholz-Selbstwerbung, Restholznutzung, Flächenräumung.

Maßeinheiten: Fläche in Ar/Hektar · Menge in Raummeter

Flachwurzler wald
Ein Flachwurzler ist ein Baum, dessen Wurzeln überwiegend flach und weit ausladend nahe der Bodenoberfläche wachsen. Flachwurzler wie Fichte, Birke und viele Pappeln bilden ein tellerartiges, oberflächennahes Wurzelsystem. Das macht sie besonders anfällig für Windwurf (Sturm), da ihnen die tiefe Verankerung fehlt, und für Trockenheit, weil sie kein Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen.

Eigenschaften: Flaches, weites Wurzelsystem, z. B. Fichte, Birke, Pappel, Windwurf- und trockenheitsanfällig, Empfindlich gegen Verdichtung.

Verwendung: Standortwahl und Waldbau, Stabilitätsbeurteilung, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Wurzeltiefe gering · Wurzeltyp: Flachwurzler

Forstassessor ausbildung
Der Forstassessor hat die Laufbahnprüfung des höheren Forstdienstes bestanden und ist für leitende forstliche Aufgaben qualifiziert. Nach dem Masterstudium absolvieren angehende Forstbeamte des höheren Dienstes ein Referendariat (Vorbereitungsdienst), das mit der großen forstlichen Staatsprüfung zum Forstassessor endet. Damit sind sie für Leitungsaufgaben in Forstverwaltung, Forstämtern, Ministerien und großen Betrieben qualifiziert.

Eigenschaften: Prüfung des höheren Forstdienstes, Nach Master + Referendariat, Leitende Forstaufgaben, Eingangsstufe höherer Dienst.

Verwendung: Forstverwaltung und Ministerien, Leitung von Forstämtern, Große Forstbetriebe.

Maßeinheiten: Voraussetzung: Master + Referendariat · Abschluss: Forstassessor/-in (Staatsprüfung)

Forstbetriebsgemeinschaft wald
Eine Forstbetriebsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Waldbesitzern zur gemeinsamen Bewirtschaftung und Vermarktung. In der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) schließen sich private (und teils kommunale) Waldbesitzer zusammen, um die Nachteile des Kleinprivatwaldes – Kleinflächigkeit, fehlende Technik, geringe Marktmacht – auszugleichen. Gemeinsam organisieren sie Holzernte, -vermarktung, Beratung, Maschineneinsatz und Wegebau und bündeln Holzmengen für bessere Preise.

Eigenschaften: Zusammenschluss von Waldbesitzern, Gemeinsame Ernte/Vermarktung, Bündelt Mengen und Technik, Nach Bundeswaldgesetz anerkannt.

Verwendung: Kleinprivatwald, Holzvermarktung, Gemeinschaftliche Bewirtschaftung.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Organisationsform · Bezug: forstlicher Zusammenschluss

Forsteinrichtung wald
Die Forsteinrichtung ist die mittelfristige Planung und Inventur eines Forstbetriebs für eine nachhaltige Bewirtschaftung. Die Forsteinrichtung erfasst periodisch (meist alle 10 Jahre) den Zustand des Waldes – Bestände, Flächen, Vorräte, Zuwachs, Altersstruktur – und legt darauf aufbauend die Bewirtschaftungsziele, den nachhaltigen Hiebssatz und die vorgesehenen Maßnahmen (Hiebs-, Pflege-, Verjüngungsplan) fest. Ergebnis sind Karten, Datenbanken und ein Betriebswerk.

Eigenschaften: Periodische Inventur + Planung, Vorrat, Zuwachs, Altersstruktur, Legt Hiebssatz und Maßnahmen fest, Zentrales Planungsinstrument.

Verwendung: Forstliche Betriebsplanung, Nachhaltskontrolle, Hiebs- und Pflegeplanung.

Maßeinheiten: Vorrat in Vfm/ha · Hiebssatz in Efm/Jahr

Forstingenieur ausbildung
Der Forstingenieur ist ein akademisch ausgebildeter Fachmann für Forstwirtschaft mit Hochschulabschluss. Forstingenieure haben Forstwirtschaft an einer Hochschule studiert (Bachelor/Master) und übernehmen planende, leitende und beratende Aufgaben: Betriebsleitung, Forsteinrichtung, Naturschutz, Holzvermarktung und Verwaltung.

Eigenschaften: Akademischer Forstberuf, Hochschulstudium (Bachelor/Master), Planung, Leitung, Beratung, Basis für höheren Forstdienst.

Verwendung: Betriebs- und Revierleitung, Forsteinrichtung und Planung, Naturschutz und Verwaltung.

Maßeinheiten: Voraussetzung: Forststudium · Abschluss: Bachelor/Master Forstwirtschaft

Forstkran stammholz
Ein Forstkran ist ein hydraulischer Ladekran zum Greifen, Heben und Verladen von Holz. Der Forstkran ist ein knickbarer Hydraulikkran, der auf Rückewagen, Forwarder, Traktoren oder Lkw montiert wird. Mit Rückezange oder Holzgreifer am Kranarm werden Stämme aufgenommen, verladen und gestapelt.

Eigenschaften: Hydraulischer Ladekran, Mit Zange oder Greifer, Reichweite und Hubmoment, Auf Wagen, Traktor oder Lkw.

Verwendung: Rücken und Verladen, Poltern und Stapeln, Holztransport.

Maßeinheiten: Reichweite in Meter (m) · Hubmoment in Kilonewtonmeter (kNm)

Forstmaschinenführer ausbildung
Der Forstmaschinenführer bedient hochmechanisierte Forstmaschinen wie Harvester und Forwarder. Forstmaschinenführer steuern Vollernter (Harvester) und Rückezüge (Forwarder) und übernehmen damit die hochmechanisierte Holzernte. Sie fällen, entasten, längen ein und rücken Holz maschinell und sind für Wartung und Einsatzplanung ihrer Maschine mitverantwortlich.

Eigenschaften: Bediener von Forstmaschinen, Harvester und Forwarder, Hochmechanisierte Holzernte, Mit Wartungsverantwortung.

Verwendung: Vollmechanisierte Holzernte, Forstunternehmen, Durchforstung und Ernte.

Maßeinheiten: Voraussetzung: forstl./techn. Basis + Zusatzqualifikation · Abschluss: Zertifikat/Lehrgang

Forstmulchgerät wald
Ein Forstmulchgerät zerkleinert Gehölze, Aufwuchs und Wurzelstöcke mit einer rotierenden Werkzeugwalze. Das Forstmulchgerät (Forstmulcher) hat eine schnell rotierende Walze mit Schlägeln oder Meißeln, die Sträucher, dünne Bäume, Aufwuchs, Äste und teils Baumstümpfe an Ort und Stelle zerkleinert und in den Boden einarbeitet. Es wird an Bagger, Traktor oder selbstfahrende Trägerfahrzeuge angebaut.

Eigenschaften: Zerkleinert Gehölze/Aufwuchs, Rotierende Schlägel-/Meißelwalze, An Bagger/Traktor/Trägerfahrzeug, Für Flächen- und Trassenpflege.

Verwendung: Flächenräumung, Trassen- und Wegepflege, Kulturvorbereitung.

Maßeinheiten: Arbeitsbreite in Meter · Leistung in Kilowatt

Forstpartie wald
Eine Forstpartie ist eine Arbeitsgruppe (Rotte) von Waldarbeitern, die gemeinsam Wald- und Holzerntearbeiten ausführt. Als Forstpartie (Waldarbeiterrotte, Holzhauerpartie) bezeichnet man ein eingespieltes Team von Forstwirten und Waldarbeitern, das Fäll-, Aufarbeitungs- und Pflegearbeiten arbeitsteilig und aufeinander abgestimmt erledigt. Die gemeinsame Arbeit erhöht Leistung und – bei richtiger Organisation – die Arbeitssicherheit, etwa durch gegenseitige Sicherung und Erste-Hilfe-Bereitschaft.

Eigenschaften: Arbeitsgruppe von Waldarbeitern, Arbeitsteilige Wald-/Holzarbeit, Erhöht Leistung und Sicherheit, Auch: Rotte, Holzhauerpartie.

Verwendung: Holzernte und Waldpflege, Forstbetriebe und Dienstleister, Teamorganisation.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Organisationsform · Bezug: Waldarbeit

Forstrevier wald
Ein Forstrevier ist ein abgegrenztes Waldgebiet, das von einem Revierförster bewirtschaftet und betreut wird. Das Forstrevier (Revier) ist die kleinste betriebliche Verwaltungseinheit der Forstwirtschaft. Es wird von einem Revierförster eigenverantwortlich geleitet, der Waldbau, Holzernte und -verkauf, Jagd, Naturschutz, Verkehrssicherung und die Beratung von Waldbesitzern übernimmt. Die Größe variiert je nach Waldstruktur und Besitzart.

Eigenschaften: Abgegrenztes Waldgebiet, Kleinste Verwaltungseinheit, Vom Revierförster geleitet, Umsetzung der Planung vor Ort.

Verwendung: Forstverwaltung, Revierbewirtschaftung, Waldbesitzerbetreuung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Bezug: Verwaltungseinheit

Forstschutz wald
Forstschutz umfasst alle Maßnahmen, die den Wald vor Schäden durch Insekten, Pilze, Wild, Feuer und Witterung bewahren. Der Forstschutz beobachtet und bekämpft Gefahren für den Wald, etwa Borkenkäfer, Pilzkrankheiten, Wildverbiss und Waldbrand. Er umfasst Vorbeugung, Überwachung (Monitoring) und im Bedarfsfall gezielte Gegenmaßnahmen.

Eigenschaften: Schutz des Waldes, Gegen Insekten, Pilze, Wild, Feuer, Vorbeugung und Monitoring, Wichtig im Klimawandel.

Verwendung: Waldbewirtschaftung, Schädlingsmanagement, Waldbrandvorbeugung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Schutzmaßnahmen · Befallsflächen in Hektar

Forsttechniker ausbildung
Der Forsttechniker ist eine staatlich geprüfte Fachschul-Weiterbildung zwischen Facharbeiter und Hochschulabschluss. Der staatlich geprüfte Forsttechniker (Fachschule/Technikerschule) qualifiziert für gehobene Aufgaben in Revierleitung, Holzvermarktung, Betriebsorganisation und Verwaltung. Die Vollzeit-Weiterbildung dauert meist zwei Jahre und setzt eine forstliche Ausbildung mit Praxis voraus.

Eigenschaften: Staatlich geprüfter Techniker, Fachschul-Weiterbildung, Meist 2 Jahre Vollzeit, DQR-Niveau 6.

Verwendung: Revierleitung, Holzvermarktung und Organisation, Forstverwaltung.

Maßeinheiten: Dauer: ca. 2 Jahre · Abschluss: Staatlich geprüfter Forsttechniker

Forstwirt ausbildung
Der Forstwirt ist der grundlegende Ausbildungsberuf für die praktische Arbeit im Wald. Forstwirtinnen und Forstwirte begründen, pflegen und ernten Waldbestände, fällen und rücken Holz, bauen Wege und schützen den Wald. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen Stelle ab.

Eigenschaften: Forstlicher Ausbildungsberuf, Dauer 3 Jahre (dual), Holzernte, Waldpflege, Wegebau, Basis für Weiterbildungen.

Verwendung: Forstbetriebe und Forstämter, Waldpflege und Holzernte, Dienstleistungsunternehmen.

Maßeinheiten: Dauer: 3 Jahre · Abschluss: Forstwirt/-in (Gesellenprüfung)

Forstwirtschaft wald
Forstwirtschaft ist die Bewirtschaftung von Wäldern zur nachhaltigen Nutzung von Holz und zur Pflege des Waldes. Die Forstwirtschaft plant und steuert Begründung, Pflege und Ernte von Waldbeständen über lange Zeiträume. Ziel ist ein stabiler, produktiver Wald, der Holz liefert und zugleich Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen erfüllt.

Eigenschaften: Bewirtschaftung von Wäldern, Nachhaltige Holznutzung, Begründung, Pflege, Ernte, Erhält alle Waldfunktionen.

Verwendung: Holzproduktion, Waldpflege, Naturschutz.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Nutzung am Zuwachs

Forstwirtschaftsmeister ausbildung
Der Forstwirtschaftsmeister ist die Meister-Weiterbildung für erfahrene Forstwirte mit Führungs- und Ausbildungsaufgaben. Der Forstwirtschaftsmeister leitet Waldarbeitertrupps, plant und überwacht Arbeiten, bildet Forstwirte aus und übernimmt betriebliche Verantwortung. Die Weiterbildung setzt eine abgeschlossene Forstwirt-Ausbildung und Berufspraxis voraus und endet mit der Meisterprüfung.

Eigenschaften: Meister-Weiterbildung, Nach Forstwirt + Praxis, Führung und Ausbildung, DQR-Niveau 6.

Verwendung: Trupp- und Betriebsleitung, Ausbildung von Forstwirten, Arbeitsplanung.

Maßeinheiten: Voraussetzung: Forstwirt + Praxis · Abschluss: Forstwirtschaftsmeister/-in

Forwarder-Ausbildung ausbildung
Die Forwarder-Ausbildung qualifiziert zum Bedienen eines Rückezugs für den schonenden Holztransport. Der Forwarder (Rückezug) transportiert das vom Harvester aufgearbeitete Holz aus dem Bestand zum Weg. Die Ausbildung vermittelt sicheres Fahren im Gelände, Beladen mit dem Kran, Sortentrennung, Bodenschutz auf Rückegassen und Maschinenwartung.

Eigenschaften: Bedienung des Rückezugs, Holztransport aus dem Bestand, Kranbeladung und Sortierung, Bodenschutz auf Rückegassen.

Verwendung: Rücken nach der Ernte, Forstunternehmen, Sortentrennung.

Maßeinheiten: Voraussetzung: forstl./techn. Basis · Abschluss: Bediener-Nachweis Forwarder

Freischneider wald
Ein Freischneider ist ein motorbetriebenes Gerät zur Pflege von Gras-, Gestrüpp- und Gehölzflächen. Der Freischneider (Motorsense) treibt ein rotierendes Schneidwerkzeug an – je nach Aufgabe einen Faden, ein Grasmesser oder ein Dickichtmesser. Er dient der Pflege von Wegrändern, Jungkulturen, Böschungen und verbuschten Flächen.

Eigenschaften: Motorbetriebenes Pflegegerät, Faden- oder Messeraufsatz, Für Gras, Gestrüpp, Gehölz, Für die Kulturpflege.

Verwendung: Kultur- und Wegrandpflege, Böschungspflege, Landschaftspflege.

Maßeinheiten: Motorleistung je Gerät · Kein Holzmaß

FSC wald
FSC ist ein internationales Zertifizierungssystem für verantwortungsvolle, nachhaltige Waldwirtschaft. FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert Wälder und Holzprodukte nach strengen ökologischen, sozialen und ökonomischen Standards. Wie bei PEFC verfolgt eine Produktkettenzertifizierung das Holz bis zum Endprodukt.

Eigenschaften: Waldzertifizierung, Strenge Öko- und Sozialkriterien, Chain of Custody, Von Umweltverbänden getragen.

Verwendung: Zertifizierung von Wäldern, Holz- und Papierprodukte, Nachhaltigkeitsnachweis.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Zertifizierungsstandard · Gültigkeit über Auditzyklen

Führerschein Klasse L ausbildung
Die Führerscheinklasse L berechtigt zum Führen langsamer land- und forstwirtschaftlicher Zugmaschinen. Die Klasse L gilt für Zugmaschinen (Traktoren), die bauartbedingt nicht schneller als 40 km/h fahren (mit Anhänger 25 km/h), wenn sie für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, sowie für selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Gabelstapler bis 25 km/h. Die Klasse L ist in der Klasse B enthalten.

Eigenschaften: Langsame Zugmaschinen, Bis 40 km/h (Anhänger 25 km/h), Land-/forstwirtschaftlicher Zweck, In Klasse B enthalten.

Verwendung: Langsame Traktoren, Selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Forst- und Gartenbetrieb.

Maßeinheiten: Traktor: bis 40 km/h (mit Anhänger 25 km/h) · In Klasse B enthalten

Führerschein Klasse T ausbildung
Die Führerscheinklasse T berechtigt zum Führen schneller land- und forstwirtschaftlicher Zugmaschinen bis 60 km/h. Die Klasse T gilt für Zugmaschinen (Traktoren) mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 60 km/h, auch mit Anhängern, sowie für selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Stapler bis 40 km/h – jeweils bei Einsatz für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke.

Eigenschaften: Schnelle Zugmaschinen bis 60 km/h, Auch mit Anhängern, Land-/forstwirtschaftlicher Zweck, Umfassender als Klasse L.

Verwendung: Moderne, schnelle Traktoren, Forst-, Garten- und Landwirtschaft, Anhängerbetrieb.

Maßeinheiten: Traktor: bis 60 km/h (Arbeitsmaschinen bis 40 km/h) · Mindestalter: i. d. R. 16 Jahre

Führungsschiene stammholz
Die Führungsschiene (Schwert) ist der längliche Teil der Motorsäge, auf dem die Sägekette umläuft. Die Führungsschiene führt die Sägekette in einer umlaufenden Nut. Ihre Länge bestimmt den maximalen Schnittdurchmesser; an der Spitze läuft die Kette meist über einen Umlenkstern. Schiene, Kette und Antriebsritzel müssen in Teilung und Treibgliedstärke zusammenpassen.

Eigenschaften: Schwert der Motorsäge, Führt die Sägekette, Länge = max. Schnittdurchmesser, Muss zu Kette/Ritzel passen.

Verwendung: Motorsägenarbeit, Fäll- und Ablängschnitte, Wartung der Säge.

Maßeinheiten: Schienenlänge in Zentimeter/Zoll · Teilung und Nutbreite je Kette

G

Gefahrenbaum wald
Ein Gefahrenbaum ist ein Baum mit erhöhter Bruch- oder Umsturzgefahr, der Personen oder Sachen gefährden kann. Ein Baum wird zum Gefahrenbaum, wenn Schäden wie Fäule, Pilzbefall, Risse, starke Neigung oder Wurzelschäden seine Stand- oder Bruchsicherheit beeinträchtigen und sich im Umfeld Wege, Straßen oder Gebäude befinden.

Eigenschaften: Erhöhte Bruch-/Umsturzgefahr, Durch Schäden geschwächt, Gefährdet Personen und Sachen, Erkannt bei der Baumkontrolle.

Verwendung: Verkehrssicherung, Baumkontrolle, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sicherheitsbeurteilung · Beurteilung der Stand-/Bruchsicherheit

Gehölzpflege wald
Gehölzpflege ist die fachgerechte Pflege von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Zur Gehölzpflege gehören Pflege- und Erhaltungsschnitte, das Auslichten, das Entfernen von Totholz und die Verjüngung von Sträuchern und Hecken. Ziel sind Gesundheit, Form und Sicherheit der Gehölze.

Eigenschaften: Pflege von Bäumen, Sträuchern, Hecken, Schnitt, Auslichten, Totholz, Fördert Gesundheit und Form, Schonzeiten beachten.

Verwendung: Garten- und Landschaftspflege, Heckenpflege, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegemaßnahme · Astdurchmesser beim Schnitt

Geradschaftigkeit stammholz
Die Geradschaftigkeit beschreibt, wie gerade und geradlinig ein Stamm gewachsen ist. Ein geradschaftiger Stamm verläuft weitgehend gerade, ohne Krümmung, Drehwuchs oder Zwiesel. Die Geradschaftigkeit ist ein wichtiges Qualitäts- und Wertmerkmal: Gerade, walzenförmige Stämme liefern eine hohe Ausbeute an langem, fehlerarmem Schnitt- und Furnierholz, während krumme Stämme im Wert stark abfallen.

Eigenschaften: Grad der Geradheit des Stammes, Ohne Krümmung/Drehwuchs, Qualitäts- und Wertmerkmal, Durch Pflege beeinflussbar.

Verwendung: Holzsortierung und -bewertung, Wertholzerziehung, Qualitätsbeurteilung.

Maßeinheiten: Bewertung als Qualitätsmerkmal · Krümmung in cm/lfm

Gipfelbruch wald
Gipfelbruch ist das Abbrechen des Wipfels bzw. oberen Stammteils eines Baumes. Beim Gipfelbruch bricht der obere Stamm- oder Wipfelbereich ab – meist unter Schnee-, Eis- oder Windlast, oft begünstigt durch Vorschäden wie Fäule, Gipfeldürre oder frühere Verletzungen. Besonders schlanke, wenig standfeste Bäume und geschwächte Wipfel sind gefährdet.

Eigenschaften: Abbrechen von Wipfel/oberem Stamm, Durch Schnee-/Eis-/Windlast, Oft nach Vorschäden/Fäule, Entwertet den Baum.

Verwendung: Waldschutz, Verkehrssicherung, Schadensbeurteilung.

Maßeinheiten: Bruchhöhe/-durchmesser · Bewertung in der Baumkontrolle

Gipfeldürre wald
Gipfeldürre ist das Absterben der oberen Kronen- und Wipfelbereiche eines Baumes bei noch lebendem Unterteil. Bei der Gipfeldürre (Wipfeldürre) sterben zuerst die obersten Äste und der Wipfel ab, während die untere Krone noch grün ist. Ursachen sind Wassermangel und Trockenstress, Wurzelschäden, Pilzbefall oder ein gestörter Wasser- und Nährstofftransport – die Versorgung reicht nicht mehr bis in die Spitze.

Eigenschaften: Absterben von Wipfel/Oberkrone, Unterkrone noch grün, Durch Trockenstress/Wurzelschäden, Vitalitäts- und Warnsignal.

Verwendung: Vitalitätsbeurteilung, Waldschutz, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Kronenzustand/Verlichtung in % · Betroffene Kronenanteile

Greifersäge stammholz
Eine Greifersäge ist ein Kranwerkzeug, das Holz greift und zugleich mit einer integrierten Kettensäge ablängt. Die Greifersäge kombiniert einen Holzgreifer mit einer eingebauten Sägeeinheit. Damit kann der Kranführer Stämme greifen, halten und direkt auf Länge schneiden – etwa beim Aufarbeiten von Sturmholz, am Straßenrand oder im schwer zugänglichen Gelände.

Eigenschaften: Greifer mit integrierter Säge, Greifen und Ablängen in einem, Vom Kran bedient, Erhöht Arbeitssicherheit.

Verwendung: Sturmholzaufarbeitung, Straßenrand und Böschung, Schwer zugängliches Gelände.

Maßeinheiten: Schnittdurchmesser in Zentimeter (cm) · Greifweite in Zentimeter (cm)

Grünast stammholz
Ein Grünast ist ein lebender, belaubter Ast des Baumes. Grünäste sind die lebenden, mit Laub oder Nadeln besetzten Äste, die fest im Holz verankert und mit dem Baum verwachsen sind. Im Holz erzeugen sie feste, verwachsene Äste. Werden Grünäste entfernt (Grünastung), lässt sich astfreies Wertholz erziehen – der Eingriff muss aber maßvoll erfolgen, da Grünäste der Assimilation dienen.

Eigenschaften: Lebender, belaubter Ast, Fest mit dem Holz verwachsen, Ergibt feste Äste im Holz, Dient der Assimilation.

Verwendung: Wertastung, Holzqualität, Kronenpflege.

Maßeinheiten: Astdurchmesser in cm · Bezug: lebender Ast

Grünpflege wald
Grünpflege ist die Pflege öffentlicher und privater Grünanlagen wie Rasen, Beete, Sträucher und Bäume. Die Grünpflege hält Grünflächen gepflegt, gesund und sicher. Dazu gehören Mähen, Heckenschnitt, Beetpflege, Baumkontrolle und die Beseitigung von Laub und Grünschnitt.

Eigenschaften: Pflege von Grünanlagen, Rasen, Beete, Gehölze, Bäume, Mähen, Schneiden, Reinigen, Öffentlich und privat.

Verwendung: Kommunale Grünflächen, Park- und Gartenpflege, Landschaftsbau.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeleistung · Fläche in m² oder Hektar

Gutachten wald
Ein Gutachten ist die sachverständige Bewertung eines Fachgebietes, etwa zu Zustand, Wert oder Sicherheit von Bäumen. Im Baum- und Forstbereich beurteilt ein Gutachten fachlich fundiert Fragen wie Verkehrssicherheit, Standsicherheit, Baumwert oder Schadensursachen. Es wird von Sachverständigen erstellt und schriftlich begründet.

Eigenschaften: Sachverständige Bewertung, Zustand, Wert, Sicherheit, Schriftlich begründet, Durch Sachverständige.

Verwendung: Verkehrssicherung, Schadens- und Wertfragen, Behörden und Gerichte.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Fachdokument · Bewertung je Fragestellung

H

Habitatbaum wald
Ein Habitatbaum ist ein Baum mit besonderer Bedeutung als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Habitatbäume bieten mit Höhlen, Rissen, Totholzanteilen, grobborkiger Rinde oder Pilzkonsolen Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Insekten, Pilze und Flechten. Oft sind es alte, mächtige oder bereits geschädigte Bäume.

Eigenschaften: Baum als Lebensraum, Höhlen, Risse, Totholz, Für Vögel, Fledermäuse, Insekten, Oft alt oder geschädigt.

Verwendung: Waldnaturschutz, Biotopbäume, Artenvielfalt.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß – Naturschutzwert · Auswahl je Bestand

Habitatstruktur wald
Habitatstrukturen sind Lebensraum-Elemente im Wald, die zahlreichen Arten Nahrung, Unterschlupf und Fortpflanzungsstätten bieten. Zu den Habitatstrukturen zählen Baumhöhlen, Totholz (stehend und liegend), Altbäume, Kronentotholz, Rindentaschen, Mulmhöhlen, Horste, Sonderstandorte und mehr. Sie sind Schlüsselelemente der Waldbiodiversität, weil viele spezialisierte Arten – Käfer, Pilze, Fledermäuse, Vögel – auf sie angewiesen sind.

Eigenschaften: Lebensraum-Elemente im Wald, Höhlen, Totholz, Altbäume u. a., Schlüssel der Biodiversität, Gezielt erhaltbar.

Verwendung: Naturschutz und Biodiversität, Naturnaher Waldbau, Zustandsbewertung.

Maßeinheiten: Anzahl/Typ je Fläche · Bezug: Biodiversität

Hallimasch wald
Der Hallimasch ist ein Pilz, der als Parasit Bäume schädigt und als Fäuleerreger Holz zersetzt. Hallimasch-Arten leben teils parasitisch an lebenden Bäumen, teils als Zersetzer an totem Holz. Über schwarze, schnurartige Rhizomorphen („Schuhbänder") breiten sie sich aus, dringen in Wurzeln und Stammfuß ein und verursachen eine Weißfäule, die zu Wurzel- und Stammfäule und Windwurf führt.

Eigenschaften: Pilz an lebenden und toten Bäumen, Rhizomorphen (Schuhbänder), Verursacht Weißfäule, Auch Speisepilz (gekocht).

Verwendung: Waldschutz, Fäule- und Bruchbeurteilung, Totholzzersetzung.

Maßeinheiten: Befall an Wurzel/Stammfuß · Fäuletyp: Weißfäule

Harvester-Ausbildung ausbildung
Die Harvester-Ausbildung qualifiziert zum Bedienen eines Vollernters für die mechanisierte Holzernte. In der Harvester-Ausbildung lernen Forstmaschinenführer, den Vollernter sicher und bestandesschonend zu bedienen: fällen, entasten, vermessen und ablängen in einem Arbeitsgang, Bordcomputer und Aushaltung, Wartung sowie Bodenschutz auf Rückegassen.

Eigenschaften: Bedienung des Vollernters, Fällen, Entasten, Ablängen, Aushaltung am Bordcomputer, Bestandes- und Bodenschutz.

Verwendung: Hochmechanisierte Holzernte, Durchforstung und Ernte, Forstunternehmen.

Maßeinheiten: Voraussetzung: forstl./techn. Basis · Abschluss: Bediener-Nachweis Harvester

Harvesteraggregat stammholz
Das Harvesteraggregat ist der Fäll- und Aufarbeitungskopf am Kranarm eines Harvesters. Das Harvesteraggregat (Aggregat, Fällkopf) sitzt am Ende des Kranauslegers und übernimmt in einem Arbeitsgang das Fällen, Entasten, Vermessen und Ablängen des Baumes. Es umfasst ein Sägeschwert (oft Kettensäge), Vorschubwalzen zum Durchziehen des Stammes, Entastungsmesser und eine elektronische Längen- und Durchmessermessung.

Eigenschaften: Fäll-/Aufarbeitungskopf am Kran, Fällt, entastet, misst, längt ab, Mit Säge, Walzen, Messern, Größe je Einsatzbereich.

Verwendung: Hochmechanisierte Holzernte, Durchforstung bis Starkholz, Aushaltung.

Maßeinheiten: Max. Fälldurchmesser in cm · Vorschub in Meter/Sekunde

Heckenpflege wald
Heckenpflege umfasst den Schnitt und die Erhaltung von Heckenanlagen. Zur Heckenpflege gehören Form- und Erhaltungsschnitte, das Auslichten und – bei alten Hecken – die abschnittsweise Verjüngung durch das Auf-den-Stock-Setzen. Ziel sind dichte, gesunde und funktionsfähige Hecken.

Eigenschaften: Schnitt und Erhalt von Hecken, Form- und Verjüngungsschnitt, Fördert dichte, gesunde Hecken, Schonzeiten beachten.

Verwendung: Garten- und Landschaftspflege, Sichtschutzhecken, Feldhecken.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegemaßnahme · Schnitthöhe/-breite je Hecke

Herzwurzler wald
Ein Herzwurzler ist ein Baum, dessen Wurzeln herzförmig sowohl in die Tiefe als auch in die Breite wachsen. Herzwurzler wie Buche, Hainbuche, Linde, Birke (teilweise) und Douglasie bilden ein Wurzelsystem, das mehrere kräftige Wurzeln schräg in die Tiefe und Breite treibt. Diese ausgewogene Verankerung macht sie meist standfester als Flachwurzler und relativ trockenheitstolerant.

Eigenschaften: Herzförmiges Wurzelsystem (Tiefe + Breite), z. B. Buche, Hainbuche, Linde, Standfest und relativ trockentolerant, Zwischen Flach- und Tiefwurzler.

Verwendung: Standortwahl und Waldbau, Stabilitätsbeurteilung, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Wurzeltiefe mittel · Wurzeltyp: Herzwurzler

Hiebsfolge wald
Die Hiebsfolge ist die räumliche und zeitliche Reihenfolge, in der Bestände genutzt (eingeschlagen) werden. Die Hiebsfolge legt fest, in welcher Reihenfolge benachbarte Bestände geerntet werden. Sie ist vor allem aus Gründen der Sturmstabilität wichtig: Wird ein Bestand geöffnet, werden die dahinter liegenden, bisher geschützten Ränder plötzlich dem Wind ausgesetzt. Eine falsche Hiebsfolge kann ganze Bestandesränder destabilisieren und Windwurf begünstigen.

Eigenschaften: Reihenfolge der Bestandnutzung, Räumlich und zeitlich, Wichtig für Sturmstabilität, Gegen die Hauptwindrichtung.

Verwendung: Hiebs- und Erntplanung, Sturmvorsorge, Bestandesstabilität.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Planungsgröße · Bezug: Hiebsplan

Hiebsplan wald
Ein Hiebsplan legt fest, wo, wann und wie viel Holz in einem Forstbetrieb eingeschlagen wird. Der Hiebsplan (Nutzungsplan) ist Teil der Forsteinrichtung und operativen Betriebsplanung. Er weist die für einen Zeitraum vorgesehenen Hiebe nach Ort (Bestand/Abteilung), Menge, Sortiment und Art (Durchforstung, Endnutzung, Schadholz) aus und richtet sich am nachhaltigen Hiebssatz aus – also der Menge, die dem Zuwachs entspricht und dauerhaft entnommen werden kann.

Eigenschaften: Plan für Ort/Zeit/Menge des Einschlags, Teil der Forsteinrichtung, Am nachhaltigen Hiebssatz orientiert, Bei Kalamitäten anzupassen.

Verwendung: Betriebsplanung, Nutzungsplanung, Holzvermarktung.

Maßeinheiten: Hiebsmenge in Efm/Jahr · Bezug: nachhaltiger Hiebssatz

Hiebsreife wald
Die Hiebsreife ist der Zeitpunkt, zu dem ein Baum oder Bestand wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann. Ein Baum gilt als hiebsreif, wenn er seine Zielstärke erreicht hat und der weitere Zuwachs den Werterhalt nicht mehr rechtfertigt oder Risiken durch Alter und Schäden steigen. Die Hiebsreife hängt von Baumart, Standort und Betriebsziel ab.

Eigenschaften: Zeitpunkt der Nutzungsreife, Zielstärke erreicht, Art- und standortabhängig, Grundlage der Nutzungsplanung.

Verwendung: Nutzungsplanung, Zielstärkennutzung, Holzernte.

Maßeinheiten: Zielstärke (Durchmesser) je Art · Alter in Jahren

Hiebsunreife wald
Hiebsunreife bezeichnet einen Bestand, der sein Nutzungsalter (die Hiebsreife) noch nicht erreicht hat. Ein hiebsunreifer Bestand hat die geplante Umtriebszeit bzw. Zieldimension noch nicht erreicht und wird daher regulär noch nicht endgenutzt. Sein stärkster Wertzuwachs steht oft noch bevor, sodass ein vorzeitiger Einschlag Wert vernichtet.

Eigenschaften: Bestand vor der Hiebsreife, Zielalter/-dimension nicht erreicht, Wertzuwachs steht bevor, Regulär noch nicht zu ernten.

Verwendung: Nutzungsplanung, Wertentwicklung, Nachhaltige Bewirtschaftung.

Maßeinheiten: Bezug: geplante Umtriebszeit · Zieldimension (BHD) in cm

Hochwald wald
Der Hochwald ist die aus Samen begründete Betriebsart mit hohen, starken Bäumen und langer Umtriebszeit. Im Hochwald wachsen die Bäume aus Samen (generativ) heran und werden bis zur Hiebsreife nach langer Umtriebszeit (oft 80–200 Jahre) genutzt. Er liefert wertvolles Stark- und Stammholz und ist die vorherrschende Betriebsart in Mitteleuropa.

Eigenschaften: Aus Samen begründet (generativ), Hohe, starke Bäume, Lange Umtriebszeit, Vorherrschende Betriebsart.

Verwendung: Stamm- und Starkholzproduktion, Wertholz, Verbreitete Waldbewirtschaftung.

Maßeinheiten: Umtriebszeit oft 80–200 Jahre · Ertrag in Efm/ha

Holzerntekette stammholz
Die Holzerntekette ist die Abfolge aller Arbeitsschritte von der Fällung bis zur Bereitstellung des Holzes am Weg. Die Holzerntekette (Verfahrenskette) umfasst die aufeinander abgestimmten Schritte Fällen, Entasten, Einschneiden/Ablängen (Aufarbeitung), Rücken und Poltern. Je nach Mechanisierungsgrad reicht sie von der motormanuellen Ernte (Motorsäge + Schlepper) bis zur vollmechanisierten Ernte (Harvester + Forwarder).

Eigenschaften: Abfolge der Ernteschritte, Fällen–Aufarbeiten–Rücken–Poltern, Motormanuell bis vollmechanisiert, Optimiert Leistung und Schonung.

Verwendung: Holzernteplanung, Verfahrenswahl, Prozessoptimierung.

Maßeinheiten: Leistung in Festmeter/Zeit · Kosten je Festmeter

Holzgreifer stammholz
Ein Holzgreifer ist ein hydraulisches Greifwerkzeug am Kran zum Fassen von Stämmen, Scheitholz oder Hackgut. Der Holzgreifer ist der Oberbegriff für Krananbaugeräte, die Holz greifen – von der Rückezange für Langholz bis zum Mehrschalengreifer für Scheite und loses Material. Er wird hydraulisch geöffnet und geschlossen und oft mit Rotator ausgestattet.

Eigenschaften: Hydraulisches Greifwerkzeug, Für Stämme, Scheite, Hackgut, Meist mit Rotator, An Kran oder Bagger.

Verwendung: Verladen und Stapeln, Sortieren von Holz, Umschlag am Lagerplatz.

Maßeinheiten: Greifvolumen in Liter (l) oder m² · Öffnungsweite in Zentimeter (cm)

Holzlogistik stammholz
Die Holzlogistik umfasst die Organisation von Transport, Lagerung und Fluss des Holzes vom Wald bis zur Verarbeitung. Die Holzlogistik steuert den Weg des Holzes vom Polterplatz über den Transport (Lkw, Bahn, teils Schiff) bis zum Sägewerk, Heizwerk oder Handel. Dazu gehören Vermessung, Bereitstellung, Abfuhrdisposition, Zwischenlagerung, Rückverfolgbarkeit und die Abstimmung von Angebot und Nachfrage entlang der Kette.

Eigenschaften: Organisation von Transport/Lagerung, Vom Polterplatz zur Verarbeitung, Vermessung, Abfuhr, Rückverfolgung, Optimiert Kosten und Qualität.

Verwendung: Holztransport und -handel, Abfuhrdisposition, Lieferkettensteuerung.

Maßeinheiten: Menge in Festmeter · Transport in Lkw-Ladungen

Holzpolter stammholz
Ein Holzpolter ist ein geordneter Stapel gefällter Stämme an der Waldstraße zur Abfuhr. Nach der Rückung wird das Holz an der Waldstraße oder am Lagerplatz zu Poltern aufgeschichtet – geordneten Stapeln aus gleich sortiertem Stammholz. Der Polter erleichtert Vermessung (Masseermittlung), Sortierung, Verkauf und Verladung auf den Lkw.

Eigenschaften: Geordneter Stammholzstapel, An der Waldstraße, Nach Sortiment getrennt, Basis für Vermessung/Verkauf.

Verwendung: Holzbereitstellung, Vermessung und Verkauf, Verladung.

Maßeinheiten: Poltermaß in Raummeter (Rm) · Länge × Höhe × mittlere Stammlänge

Umrechnung: Poltervolumen (Rm) × Umrechnungszahl ≈ Festmeter (Fm).

Holzrückung stammholz
Die Holzrückung ist der Transport des gefällten Holzes vom Hiebsort zum Waldweg und ist gleichbedeutend mit der Rückung. Holzrückung (Rückung) bezeichnet den Arbeitsschritt, bei dem das gefällte und aufgearbeitete Holz aus dem Bestand zur Waldstraße oder zum Polterplatz gebracht wird. Sie erfolgt bodengebunden (Forstschlepper mit Seilwinde, Rückewagen, Forwarder) oder – in schwierigem Gelände – seilgebunden mit dem Seilkran.

Eigenschaften: Holztransport zum Weg (= Rückung), Bodengebunden oder mit Seilkran, Über feste Rückegassen, Zentraler Ernteschritt.

Verwendung: Holzernte, Transport aus dem Bestand, Bereitstellung am Weg.

Maßeinheiten: Rückeentfernung in Meter · Menge in Festmeter

I

Insektenbefall wald
Insektenbefall ist die Schädigung von Bäumen durch Insekten wie Borkenkäfer oder Fraßinsekten. Insekten wie der Borkenkäfer befallen vor allem geschwächte oder frisch geschlagene Bäume und können sich bei Trockenheit und Wärme massenhaft vermehren. Fraßgänge und Brutbilder schädigen Rinde und Holz und lassen Bäume absterben.

Eigenschaften: Schädigung durch Insekten, Vor allem Borkenkäfer, Bei Trockenheit verstärkt, Kann Bäume töten.

Verwendung: Forstschutz, Monitoring, Kalamitätsaufarbeitung.

Maßeinheiten: Befallsflächen in Hektar · Kein Handelsmaß

Inventur wald
Eine Inventur ist die Erfassung von Bäumen, Flächen oder Holzvorräten als Grundlage der Waldplanung. Bei der Waldinventur werden Baumarten, Stärke, Höhe, Vorrat und Zuwachs eines Bestandes erfasst, oft stichprobenartig über Probeflächen. Sie liefert die Datengrundlage für Nutzungs- und Pflegeplanung.

Eigenschaften: Erfassung von Bäumen und Vorräten, Baumart, Stärke, Höhe, Vorrat, Oft über Stichproben, Grundlage der Planung.

Verwendung: Forsteinrichtung, Nutzungsplanung, Bundeswaldinventur.

Maßeinheiten: Vorrat in Vfm je Hektar · Zuwachs in Vfm/ha und Jahr

Umrechnung: 1 Vfm ≈ Volumen inkl. Rinde des stehenden Baumes (siehe Vorratsfestmeter).

J

Jungbestand stammholz
Ein Jungbestand ist eine Waldfläche mit jungen Bäumen und damit die zukünftige Holz- und Brennstoffquelle. Jungbestände entstehen durch Pflanzung oder Naturverjüngung. In dieser Phase werden die Weichen für Stabilität, Mischung und Qualität des späteren Waldes gestellt. Durch Pflegeeingriffe wie Läuterung und Durchforstung wird der Jungbestand gefördert. Das dabei anfallende schwache Holz wird oft energetisch als Brennholz oder Hackschnitzel genutzt.

Eigenschaften: Waldfläche mit jungen Bäumen, Aus Pflanzung oder Naturverjüngung, Grundlage künftiger Holzernte, Pflegeintensiv.

Verwendung: Forstwirtschaft, Zukünftige Holzproduktion, Anfall von Schwachholz.

Maßeinheiten: Kein direktes Handelsmaß · Schwachholz: Srm oder Fm

Umrechnung: 1 Fm Schwachholz → ca. 2,5 Srm Hackschnitzel bei energetischer Nutzung

Jungdurchforstung wald
Die Jungdurchforstung ist ein früher Durchforstungseingriff in noch jungen, aber bereits durchforstungsfähigen Beständen. Die Jungdurchforstung erfolgt in der Jugendphase nach der Dickung, wenn sich die Kronen geschlossen haben und die Konkurrenz einsetzt. Sie stabilisiert den Bestand, fördert die vitalsten Bäume und leitet die Wertentwicklung ein. Sie schließt zeitlich an die Läuterung/Erstdurchforstung an und geht später in die Auslesedurchforstung über.

Eigenschaften: Früher Durchforstungseingriff, In jungen Beständen nach der Dickung, Stabilisiert und fördert die Besten, Vor der Auslesedurchforstung.

Verwendung: Jungbestandspflege, Stabilisierung, Wertholzvorbereitung.

Maßeinheiten: Entnahme in Efm/ha · Bestandesalter je Baumart

Jungwuchspflege wald
Jungwuchspflege umfasst Pflegemaßnahmen in jungen Waldbeständen bis zum Dickungsalter. In der Jungwuchspflege werden bedrängende Konkurrenz, Weichhölzer und schlecht geformte Bäume zurückgenommen, damit sich die erwünschten, gut veranlagten jungen Bäume entwickeln können. Auch der Schutz vor Wildverbiss gehört dazu.

Eigenschaften: Pflege junger Bestände, Zurücknahme von Konkurrenz, Fördert erwünschte Bäume, Schutz vor Wildverbiss.

Verwendung: Waldbau, Bestandsbegründung, Kulturpflege.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Pflege je Fläche

K

Käferholz wald
Käferholz ist Holz von Bäumen, die durch Borkenkäfer geschädigt oder abgetötet wurden. Käferholz entsteht, wenn Borkenkäfer – vor allem Buchdrucker und Kupferstecher – Fichten befallen. Die Bäume sterben ab und müssen rasch geerntet werden, um die Ausbreitung zu stoppen. Das Holz ist oft von Bläue durchzogen und in der Qualität gemindert, aber als Bau- und Industrieholz noch verwertbar.

Eigenschaften: Holz käfergeschädigter Bäume, Vor allem Fichte, Oft mit Bläue, Rasch aufzuarbeiten.

Verwendung: Sanitärhieb, Schadholzverwertung, Bau- und Industrieholz.

Maßeinheiten: Menge in Festmeter (Fm) · Qualität nach Sortierung

Umrechnung: 1 Fm Käferholz = 1 m³ feste Holzmasse (Qualität gemindert).

Käfernest stammholz
Ein Käfernest ist ein lokaler Befallsherd des Borkenkäfers, von dem aus sich der Schädling ausbreitet. Käfernester entstehen, wenn Borkenkäfer geschwächte oder frisch geworfene Bäume besiedeln und sich dort massenhaft vermehren. Von diesem Herd aus befallen die Käfer weitere, auch gesunde Bäume in der Umgebung.

Eigenschaften: Lokaler Borkenkäfer-Herd, Massenvermehrung, Breitet sich aus, Schnell aufzuarbeiten.

Verwendung: Forstschutz, Käferholzaufarbeitung, Monitoring.

Maßeinheiten: Befallsfläche in Bäumen/Hektar · Kein Handelsmaß

Kahlschlag stammholz
Ein Kahlschlag ist die vollständige Räumung eines Waldbestandes durch Fällen aller Bäume auf einer Fläche. Beim Kahlschlag wird eine Fläche komplett abgeholzt und anschließend neu aufgeforstet oder der Naturverjüngung überlassen. Er liefert viel Holz auf einmal, greift aber stark in das Waldökosystem ein.

Eigenschaften: Vollständige Flächenräumung, Alle Bäume gefällt, Anschließend Wiederbewaldung, Starker Eingriff.

Verwendung: Holzernte, Umbau von Beständen, Kalamitätsflächen.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar (ha) · Holz in Festmeter (Fm)

Kahlschlagsverbot wald
Ein Kahlschlagsverbot untersagt oder begrenzt großflächige Kahlhiebe rechtlich. Manche Landeswaldgesetze und Zertifizierungssysteme verbieten oder beschränken Kahlschläge über einer bestimmten Größe, um Bodenschutz, Wasserhaushalt, Landschaftsbild und naturnahe Bewirtschaftung zu sichern. Erlaubt bleiben meist kleinflächige Hiebe oder Ausnahmen (z. B. bei Kalamitäten, Baumartenwechsel).

Eigenschaften: Rechtliche Begrenzung von Kahlhieben, In Landeswaldgesetzen/Zertifizierung, Schützt Boden und Wasserhaushalt, Fördert naturnahe Verfahren.

Verwendung: Forstrecht, Naturnahe Waldbewirtschaftung, Zertifizierung.

Maßeinheiten: Grenzfläche je Landesrecht (z. B. in Hektar) · Regelung je Bundesland

Kalamität wald
Eine Kalamität ist ein großflächiger Waldschaden durch Sturm, Insekten, Trockenheit oder andere Störungen. Als Kalamität bezeichnet die Forstwirtschaft ein massenhaftes Schadereignis, etwa Sturmwurf, Borkenkäferbefall, Dürre, Schnee- oder Eisbruch. Es fällt viel geschädigtes Holz (Kalamitätsholz) auf einmal an, das rasch aufgearbeitet werden muss.

Eigenschaften: Großflächiges Schadereignis, Durch Sturm, Käfer, Dürre, Viel Schadholz auf einmal, Stört die Planung.

Verwendung: Schadensmanagement, Sturm- und Käferholzaufarbeitung, Krisenforstwirtschaft.

Maßeinheiten: Schadholzmenge in Festmeter (Fm) · Fläche in Hektar (ha)

Kernfäule wald
Kernfäule ist eine Pilzfäule, die vom Kernholz im Inneren des Stammes ausgeht. Bei der Kernfäule zersetzen holzabbauende Pilze das innere Kernholz, während Splintholz und Kambium außen noch gesund sind und der Baum weiterwächst. Der Befall erfolgt oft über Wurzeln, Stammfuß, Astabbrüche oder Verletzungen. Von außen ist die Kernfäule kaum sichtbar; erst beim Fällen zeigt sich der faule oder hohle Kern.

Eigenschaften: Pilzfäule des inneren Kernholzes, Splint außen noch gesund, Von außen kaum sichtbar, Entwertet den Stammfuß.

Verwendung: Holzsortierung und -bewertung, Baumkontrolle, Standsicherheit.

Maßeinheiten: Fäuleausmaß im Kern (cm/%) · Restwandstärke

Klimawandelwald wald
Klimawandelwald bezeichnet einen an das veränderte Klima angepassten, klimastabilen Wald der Zukunft. Als Klimawandelwald (Klimawald, Wald der Zukunft) versteht man Wälder, die gezielt so aufgebaut werden, dass sie mit häufigeren Trockenperioden, Hitze, Stürmen und neuen Schaderregern zurechtkommen. Kennzeichen sind eine breite Mischung standortangepasster, trockenheitstoleranter Baumarten, strukturreiche und ungleichaltrige Bestände sowie eine hohe Anpassungsfähigkeit.

Eigenschaften: An das Klima angepasster Zukunftswald, Breite, trockenheitstolerante Mischung, Strukturreich und stabil, Ziel des Waldumbaus.

Verwendung: Klimaangepasster Waldbau, Waldumbau, Zukunftsstrategie.

Maßeinheiten: Baumartenzahl je Bestand · Umbaufläche in Hektar

Kronenausbruch wald
Ein Kronenausbruch ist das Ausbrechen eines Astes oder Kronenteils aus der Baumkrone. Beim Kronenausbruch bricht ein starker Ast oder ein ganzer Kronenteil aus – etwa an Zwieseln mit Rindeneinschluss, bei überlangen, schlecht angebundenen Ästen, durch Fäule, Vorschäden oder unter Wind-, Schnee- und Eislast. Kronenausbrüche geschehen oft plötzlich und stellen an Straßen-, Park- und Spielplatzbäumen eine erhebliche Gefahr dar.

Eigenschaften: Ausbrechen eines Astes/Kronenteils, Oft an Zwieseln/langen Ästen, Durch Fäule oder Wind-/Schneelast, Plötzliche Gefahr.

Verwendung: Baumkontrolle, Verkehrssicherung, Kronensicherung.

Maßeinheiten: Bewertung in der Baumkontrolle · Astdurchmesser/-länge

Kronenpflege wald
Kronenpflege ist das Entfernen schadhafter, toter oder störender Äste zur Erhaltung einer gesunden, sicheren Baumkrone. Bei der Kronenpflege werden Totholz, kranke und sich reibende Äste sowie störende Triebe fachgerecht entfernt. Ziel sind Gesundheit, Statik und Verkehrssicherheit der Krone, ohne den Baum durch zu starke Eingriffe zu schwächen.

Eigenschaften: Entfernen schadhafter Äste, Totholz und kranke Triebe, Erhält gesunde, sichere Krone, Schonende Eingriffe.

Verwendung: Baumpflege, Verkehrssicherung, Straßen- und Gartenbäume.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegemaßnahme · Astdurchmesser beim Schnitt

Kronenpflegearbeiten wald
Kronenpflegearbeiten sind fachgerechte Schnitt- und Sicherungsmaßnahmen zur Erhaltung einer gesunden, sicheren Baumkrone. Zu den Kronenpflegearbeiten zählen das Entfernen von Totholz (Totholzentnahme), das Auslichten und Einkürzen der Krone, das Entfernen von sich reibenden, kranken oder bruchgefährdeten Ästen sowie das Einbauen von Kronensicherungen. Ziel ist der Erhalt von Vitalität, Statik und Verkehrssicherheit des Baumes.

Eigenschaften: Schnitt-/Sicherungsmaßnahmen an der Krone, Totholz, Auslichten, Einkürzen, Nach den Regeln der Baumpflege, Erhält Vitalität und Sicherheit.

Verwendung: Baumpflege, Verkehrssicherung, Erhalt von Bäumen.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Pflegemaßnahme · Bezug: ZTV-Baumpflege

Kronensicherung wald
Eine Kronensicherung ist ein technisches System, das bruchgefährdete Baumkronen zusammenhält und Bruch vorbeugt. Bei der Kronensicherung werden Seilsysteme in die Krone eingebaut, die einzelne Kronenteile miteinander verbinden und im Belastungsfall auffangen. So lässt sich das Bruchrisiko an Zwieseln oder schwachen Astanbindungen mindern.

Eigenschaften: Seilsystem in der Krone, Verbindet gefährdete Kronenteile, Fängt im Belastungsfall auf, Meist dynamisch/dehnfähig.

Verwendung: Verkehrssicherung, Erhalt wertvoller Bäume, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – technische Sicherung · Bruchlast je System

Kulturfläche wald
Eine Kulturfläche ist eine mit jungen Bäumen (Forstkultur) neu begründete Waldfläche. Als Kulturfläche (Forstkultur) bezeichnet man eine Fläche, auf der ein neuer Bestand durch Pflanzung, Saat oder Naturverjüngung begründet wurde und die jungen Bäume heranwachsen. Sie ist besonders pflegeintensiv: Kulturpflege umfasst das Freihalten von Konkurrenzvegetation, Nachbessern von Ausfällen und den Schutz vor Verbiss.

Eigenschaften: Neu begründete Waldfläche, Junge Bäume (Forstkultur), Pflegeintensiv (Kulturpflege), Bis zum gesicherten Jungbestand.

Verwendung: Aufforstung und Waldumbau, Kulturpflege, Bestandesaufbau.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Pflanzenzahl je Hektar

Kulturpflege wald
Kulturpflege umfasst die Pflege neu angelegter Forstkulturen bis zum gesicherten Bestand. Nach Pflanzung oder Saat müssen junge Forstkulturen gepflegt werden: konkurrierendes Gras und Gestrüpp werden freigeschnitten, Ausfälle nachgebessert und die Pflanzen vor Wildverbiss geschützt. So können die jungen Bäume ungestört anwachsen.

Eigenschaften: Pflege junger Forstkulturen, Freischneiden von Konkurrenz, Nachbessern und schützen, Bis zum gesicherten Bestand.

Verwendung: Aufforstung, Waldbau, Kulturbegründung.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Pflanzenzahl je Hektar

Kupferstecher wald
Der Kupferstecher ist ein kleiner Borkenkäfer, der vor allem die dünnrindigen Teile und jüngere Fichten befällt. Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) ist deutlich kleiner als der Buchdrucker und besiedelt bevorzugt die dünnrindigen Kronen- und Wipfelbereiche älterer Fichten sowie Jungbestände und Schlagabraum. Sein sternförmiges Brutbild unterscheidet ihn vom Buchdrucker.

Eigenschaften: Kleiner Fichten-Borkenkäfer, Pityogenes chalcographus, Sternförmiges Brutbild, Befällt dünnrindige Bereiche.

Verwendung: Waldschutz und Monitoring, Aufarbeitung von Befallsholz, Kalamitätsmanagement.

Maßeinheiten: Befall in den Kronenbereichen · Mehrere Generationen bei Wärme

L

Landeswaldgesetz ausbildung
Ein Landeswaldgesetz konkretisiert das Bundeswaldgesetz mit landesspezifischen Regelungen zum Wald. Jedes Bundesland hat ein eigenes Landeswaldgesetz, das den Rahmen des Bundeswaldgesetzes ausfüllt und an regionale Verhältnisse anpasst. Geregelt werden unter anderem Waldbewirtschaftung, Erstaufforstung und Umwandlung, Schutzwald- und Bannwaldkategorien, das Betretensrecht sowie forstbehördliche Zuständigkeiten.

Eigenschaften: Waldgesetz des Bundeslandes, Konkretisiert das BWaldG, Regionale Regelungen, Von Land zu Land verschieden.

Verwendung: Forstrecht der Länder, Walderhaltung und -umwandlung, Schutzgebietskategorien.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Landesgesetz · Details je Bundesland verschieden

Landschaftspflege wald
Landschaftspflege ist der Erhalt und die Entwicklung von Natur- und Kulturräumen durch gezielte Pflegemaßnahmen. Zur Landschaftspflege gehören das Mähen von Wiesen, die Pflege von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstwiesen, das Freihalten offener Flächen sowie die Gewässer- und Wegrandpflege. Ziel sind der Erhalt von Lebensräumen und der Charakter der Kulturlandschaft.

Eigenschaften: Erhalt von Natur- und Kulturräumen, Wiesen, Hecken, Feldgehölze, Freihalten offener Flächen, Naturschutz und Nutzung.

Verwendung: Naturschutz, Kulturlandschaftspflege, Grün- und Wegepflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeleistung · Fläche in Hektar

Landschaftspflegeholz hackschnitzel
Landschaftspflegeholz ist Holz, das bei der Pflege von Hecken, Feldgehölzen, Straßenrändern und Gewässern anfällt. Landschaftspflegeholz stammt nicht aus der Waldbewirtschaftung, sondern aus dem Rückschnitt von Hecken, Straßenbegleitgrün, Ufergehölzen und Streuobstwiesen. Es ist meist stark verzweigt, rindenreich und uneinheitlich.

Eigenschaften: Aus Hecken- und Gehölzpflege, Stark verzweigt und rindenreich, Uneinheitlich, Höherer Aschegehalt.

Verwendung: Robuste Hackgutfeuerungen, Mulch und Kompost, Verwertung von Pflegeschnitt.

Maßeinheiten: Menge in Schüttraummeter (Srm) · Aschegehalt in Prozent

Umrechnung: 1 Srm Landschaftspflegeholz ≈ 0,35–0,4 Fm Holz

Laubholz brennholz
Laubholz ist Holz von Laubbäumen wie Buche, Eiche oder Birke und stellt einen Großteil des hochwertigen Brennholzes. Laubhölzer sind meist dichter als Nadelhölzer und liefern daher je Raummeter mehr Wärme und eine längere Glut. Zu den wichtigsten Brenn-Laubhölzern zählen Buche, Eiche, Esche und Birke. Neben der energetischen Nutzung ist Laubholz ein wichtiger Rohstoff für Möbel, Parkett und den Innenausbau.

Eigenschaften: Holz von Laubbäumen, Meist hohe Dichte, Hoher Heizwert je Raummeter, Lange Glut.

Verwendung: Brennholz, Möbel und Innenausbau, Parkett.

Maßeinheiten: Heizwert Buche: ca. 2100 kWh/Rm · Restfeuchte: unter 20 %

Umrechnung: 1 Rm Laubholz (trocken) ≈ 180–200 l Heizöl (je nach Art)

Läuterung wald
Die Läuterung ist ein Pflegeeingriff in jungen Waldbeständen zur Steuerung von Mischung und Qualität. In der Läuterung werden bedrängende Weichhölzer, Protzen (vorwüchsige, grobe Bäume) und schlecht geformte Individuen zurückgenommen, um die erwünschten, gut veranlagten Bäume zu fördern. Sie erfolgt in der Dickungsphase, vor der ersten ertragreichen Durchforstung.

Eigenschaften: Pflegeeingriff im Jungbestand, Zurücknahme von Konkurrenz, Steuert Mischung und Qualität, In der Dickungsphase.

Verwendung: Waldbau, Jungbestandspflege, Bestandssteuerung.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Eingriff je Fläche

Lichtbaumart wald
Eine Lichtbaumart ist eine Baumart, die zum Wachsen viel Licht benötigt und Schatten schlecht verträgt. Lichtbaumarten wie Kiefer, Lärche, Birke, Eiche, Aspe oder Robinie brauchen für Verjüngung und Wachstum viel Licht. Im Schatten kümmern ihre Jungpflanzen und werden von schattentoleranten Arten verdrängt. Sie verjüngen sich daher bevorzugt auf offenen Flächen, Lichtungen oder nach größeren Störungen.

Eigenschaften: Braucht viel Licht, Schatten schlecht verträglich, Verjüngt auf offenen Flächen, z. B. Kiefer, Lärche, Eiche.

Verwendung: Waldbauplanung, Verjüngungsverfahren, Mischungssteuerung.

Maßeinheiten: Lichtbedarf (hoch) · Gegensatz: Schattenbaumart

Lichtraumprofil wald
Das Lichtraumprofil ist der über Straßen, Wegen und Gleisen freizuhaltende Raum, in den keine Äste ragen dürfen. Über Verkehrsflächen muss ein festgelegter Freiraum eingehalten werden, damit Fahrzeuge, Fußgänger und Bahnen ungehindert und sicher passieren können. Typische Werte liegen bei rund 4,5 m über Fahrbahnen und etwa 2,5 m über Gehwegen.

Eigenschaften: Freizuhaltender Verkehrsraum, Über Straßen und Wegen, Keine Äste im Profil, Teil der Verkehrssicherung.

Verwendung: Straßen- und Wegepflege, Verkehrssicherung, Bahntrassen.

Maßeinheiten: Über Fahrbahn: ca. 4,5 m · Über Gehweg: ca. 2,5 m

M

Master Forstwirtschaft ausbildung
Der Master Forstwirtschaft ist der vertiefende Hochschulabschluss für gehobene und leitende forstliche Aufgaben. Das Masterstudium Forstwirtschaft baut auf dem Bachelor auf und vertieft in meist drei bis vier Semestern Spezialgebiete wie Waldökologie, Forstökonomie, Naturschutz oder internationale Forstwirtschaft. Es qualifiziert für Leitungs-, Forschungs- und Planungsaufgaben.

Eigenschaften: Vertiefendes Forststudium, Meist 3–4 Semester, Baut auf dem Bachelor auf, DQR-Niveau 7.

Verwendung: Leitungs- und Planungsaufgaben, Forschung und Lehre, Zugang zum höheren Forstdienst.

Maßeinheiten: Dauer: 3–4 Semester · Abschluss: Master of Science Forstwirtschaft

Mischwald wald
Ein Mischwald ist ein Wald aus mehreren Baumarten und gilt als besonders stabil und klimaresilient. Im Mischwald wachsen Laub- und Nadelbäume verschiedener Arten zusammen. Diese Vielfalt macht den Wald widerstandsfähiger gegen Sturm, Trockenheit, Schädlinge und Krankheiten, weil nicht alle Arten gleich betroffen sind.

Eigenschaften: Wald aus mehreren Baumarten, Laub- und Nadelbäume, Stabil und klimaresilient, Ökologisch wertvoll.

Verwendung: Klimastabiler Waldbau, Naturschutz, Risikostreuung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Artenanteile in Prozent

Mistel wald
Die Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer, der auf Ästen von Bäumen wächst. Misteln wurzeln mit Senkern in die Leitungsbahnen ihres Wirtsbaums und entziehen ihm Wasser und Nährsalze; Photosynthese betreiben sie mit ihren grünen Blättern selbst (Halbschmarotzer). Man unterscheidet vor allem Laubholz-, Kiefern- und Tannenmisteln, je nach Wirt.

Eigenschaften: Immergrüner Halbschmarotzer, Wächst auf Ästen, Entzieht Wasser und Nährsalze, Schwächt bei Massenbefall.

Verwendung: Waldschutz, Baumvitalitätsbeurteilung, Ökologie.

Maßeinheiten: Befall in Anzahl je Baum/Krone · Wirtsbindung je Mistelart

Mittelwald wald
Der Mittelwald ist eine historische Betriebsart, die Ausschlagwald und einzelne Hochbäume kombiniert. Der Mittelwald vereint zwei Schichten: ein niederwaldartiges Unterholz aus Stockausschlag, das in kurzen Abständen für Brenn- und Nutzholz geerntet wird, und einzelne über den Bestand ragende Hochbäume (Überhälter) für Bau- und Wertholz.

Eigenschaften: Ausschlagwald + Überhälter, Zwei Schichten, Brennholz und Wertholz, Artenreich, heute selten.

Verwendung: Historische Waldnutzung, Naturschutz und Biodiversität, Brenn- und Bauholz.

Maßeinheiten: Umtrieb Unterholz: kurz (Jahrzehnte) · Überhälter: mehrere Umtriebe

Monitoring wald
Monitoring ist die regelmäßige Beobachtung und Dokumentation von Wald, Bäumen oder Schädlingen. Beim Monitoring werden Zustand und Entwicklung systematisch erfasst – etwa der Gesundheitszustand von Bäumen, die Ausbreitung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer oder die Wirkung von Pflegemaßnahmen. Grundlage sind wiederholte Erhebungen nach gleichem Muster.

Eigenschaften: Regelmäßige Beobachtung, Zustand und Entwicklung, Wiederholte Erhebungen, Basis der Früherkennung.

Verwendung: Forstschutz, Baumkontrolle, Waldplanung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Beobachtungsverfahren · Erhebungsintervalle

Motorsäge allgemein
Eine Motorsäge (Kettensäge) ist das wichtigste Werkzeug zum Fällen, Entasten und Ablängen von Holz. Die Motorsäge treibt eine umlaufende Sägekette an und trennt Holz schnell und kraftvoll. Es gibt Benzin- und Akkumodelle in verschiedenen Größen für Fäll-, Pflege- und Brennholzarbeiten.

Eigenschaften: Kettensäge zum Holztrennen, Benzin oder Akku, Für Fällen und Aufarbeiten, Sicherheitsrelevant.

Verwendung: Baumfällung, Entasten und Ablängen, Brennholzaufbereitung.

Maßeinheiten: Schwertlänge in cm · Leistung in kW/ccm

Motorsägen-Grundkurs ausbildung
Der Motorsägen-Grundkurs (Modul A) vermittelt die sichere Handhabung der Motorsäge am liegenden Holz. Der Grundkurs ist der Einstieg in die Motorsägenarbeit. Er umfasst Aufbau, Funktion, Wartung und Schärfen der Säge, persönliche Schutzausrüstung, Schnitttechniken und das sichere Ablängen von liegendem Holz. Baumfällung ist noch nicht Inhalt.

Eigenschaften: Einstieg Motorsägenarbeit (Modul A), Liegendes Holz ablängen, Wartung und Schärfen, PSA, Keine Fällung.

Verwendung: Brennholzaufarbeitung, Ablängen und Entasten, Grundlage für Aufbaumodule.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV 2101-002 Modul A · Abschluss: Teilnahmenachweis Grundkurs

Motorsägenkurs ausbildung
Der Motorsägenkurs ist die sicherheitstechnische Schulung zum Umgang mit der Motorsäge. Der Begriff Motorsägenkurs steht allgemein für die modulare Ausbildung an der Motorsäge nach DGUV-Grundsatz 2101-002. Sie gliedert sich in Module – vom Grundkurs am liegenden Holz (Modul A) über die Baumfällung (Modul B) bis zu Spezialmodulen (Sturmholz, Baumpflege).

Eigenschaften: Modulare Motorsägen-Ausbildung, Nach DGUV 2101-002, Theorie und Praxis, Mit Teilnahmenachweis.

Verwendung: Berufliche Waldarbeit, Brennholzaufarbeitung, Kommunen und Betriebe.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV 2101-002 (Module A/B/…) · Abschluss: Teilnahmenachweis

Motorsägenlehrgang ausbildung
Der Motorsägenlehrgang ist die vollständige Ausbildung mit Baumfällung (Modul A und B). Als Motorsägenlehrgang wird meist die Kombination aus Grundkurs (Modul A, liegendes Holz) und dem Aufbaumodul Baumfällung (Modul B) bezeichnet. Der Lehrgang befähigt zur selbstständigen Fällung normal gewachsener Bäume: Fällschnitt-Techniken, Fällkerb, Bruchleiste, Rückweiche und Beurteilung der Fällrichtung.

Eigenschaften: Vollständige Grundausbildung, Modul A + B (Fällung), Fälltechnik und Beurteilung, Basis für Spezialmodule.

Verwendung: Selbstständige Baumfällung, Waldarbeit und Durchforstung, Voraussetzung für Spezialmodule.

Maßeinheiten: Umfang: Modul A + B (DGUV 2101-002) · Abschluss: Teilnahmenachweis Fällung

Motorsägenschein ausbildung
Der Motorsägenschein ist der umgangssprachliche Nachweis über eine absolvierte Motorsägenausbildung. Als Motorsägenschein wird der Teilnahmenachweis eines Motorsägenlehrgangs nach DGUV-Grundsatz 2101-002 bezeichnet. Er dokumentiert die absolvierten Module (z. B. Grundkurs am liegenden Holz, Baumfällung) und ist Voraussetzung für die berufliche Motorsägenarbeit sowie oft für die Brennholz-Selbstwerbung.

Eigenschaften: Nachweis Motorsägenausbildung, Nach DGUV 2101-002, Dokumentiert Module, Für Beruf und Selbstwerbung.

Verwendung: Berufliche Waldarbeit, Brennholz-Selbstwerbung, Kommunen und Betriebe.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Grundsatz 2101-002 · Abschluss: Teilnahmenachweis (Module)

Mulchen wald
Mulchen ist das Zerkleinern von Vegetation auf Flächen, wobei das Material als Mulch liegen bleibt. Beim Mulchen werden Gras, Gestrüpp und dünnes Gehölz mit einem Mulchgerät zerkleinert und auf der Fläche belassen. Der Mulch schützt den Boden, hält Feuchtigkeit und unterdrückt unerwünschten Aufwuchs.

Eigenschaften: Zerkleinern von Vegetation, Material bleibt als Mulch, Schützt den Boden, Für die Flächenpflege.

Verwendung: Landschaftspflege, Wege- und Böschungspflege, Flächenräumung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeverfahren · Arbeitsbreite je Gerät

N

Nachhaltige Forstwirtschaft wald
Nachhaltige Forstwirtschaft nutzt den Wald so, dass nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst, und seine Funktionen dauerhaft erhalten bleiben. Das Prinzip der Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft: Bereits 1713 formulierte Hans Carl von Carlowitz, dass nur so viel Holz geerntet werden darf, wie nachwächst. Heute umfasst nachhaltige Forstwirtschaft ökonomische, ökologische und soziale Ziele gleichermaßen.

Eigenschaften: Nutzung im Rahmen des Zuwachses, Ursprung 1713 (Carlowitz), Ökonomisch, ökologisch, sozial, Dauerhafte Walderhaltung.

Verwendung: Waldbewirtschaftung, Forstplanung, Zertifizierung.

Maßeinheiten: Nutzung ≤ Zuwachs · Zuwachs in Erntefestmeter/Hektar/Jahr

Umrechnung: Nachhaltig heißt: Einschlag ≤ jährlicher Zuwachs (Efm/ha/Jahr).

Nadelholz brennholz
Nadelholz ist Holz von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer oder Tanne – leicht, harzreich und gut zum Anheizen geeignet. Nadelhölzer haben eine geringere Dichte als Laubhölzer und damit einen niedrigeren Heizwert je Raummeter. Dafür zünden sie leicht und geben schnell Wärme ab. Der Harzgehalt sorgt für lebhafte Flammen, kann aber Funken schlagen. Nadelholz eignet sich daher besonders für geschlossene Öfen und zum Anheizen, während Hartholz die Grundlast trägt.

Eigenschaften: Holz von Nadelbäumen, Geringe Dichte, leicht, Harzreich, zündet leicht, Kann funken.

Verwendung: Anheizen, Kaminofen (geschlossen), Bauholz.

Maßeinheiten: Heizwert: ca. 1500–1700 kWh/Rm (trocken) · Restfeuchte: unter 20 %

Umrechnung: 1 Rm Nadelholz (trocken) ≈ 135–150 l Heizöl · 1 Fm = ca. 1,4 Rm

Nadelholzmischwald wald
Ein Nadelholzmischwald ist ein Mischbestand aus mehreren Nadelbaumarten oder mit überwiegendem Nadelholzanteil. Im Nadelholzmischwald wachsen verschiedene Nadelbaumarten – etwa Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie – gemeinsam oder mit einzelnen Laubbäumen gemischt. Gegenüber dem reinen Fichtenbestand ist ein solcher Mischwald stabiler gegen Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer, weil Risiken auf mehrere Arten verteilt werden.

Eigenschaften: Mischbestand aus Nadelbäumen, z. B. Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Stabiler als Reinbestand, Ziel des Waldumbaus.

Verwendung: Klimaangepasster Waldbau, Risikostreuung, Waldumbau.

Maßeinheiten: Baumartenanteile in Prozent · Fläche in Hektar

Naturverjüngung stammholz
Naturverjüngung ist die natürliche Erneuerung des Waldes aus Samen der vorhandenen Bäume. Bei der Naturverjüngung keimen die Samen des Altbestandes am Boden und bilden von selbst den Jungwuchs. Sie spart Pflanzkosten, erhält die standortangepasste Genetik und fördert stufige, stabile Bestände.

Eigenschaften: Natürliche Walderneuerung, Aus Samen des Altbestandes, Spart Pflanzkosten, Standortangepasst.

Verwendung: Naturnaher Waldbau, Bestandserneuerung, Klimastabile Wälder.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Verjüngung je Fläche

Naturwald wald
Ein Naturwald ist ein aus der forstlichen Nutzung genommener Wald, der sich weitgehend natürlich entwickeln darf. Im Naturwald (Naturwaldreservat, Prozessschutzfläche) wird kein Holz mehr geerntet. Bäume dürfen altern, absterben und zerfallen, wodurch viel Totholz und Lebensraum für seltene Arten entsteht.

Eigenschaften: Aus der Nutzung genommen, Natürliche Entwicklung, Viel Totholz, Gegensatz zum Wirtschaftswald.

Verwendung: Naturschutz und Forschung, Prozessschutz, Referenzflächen.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar (ha) · Totholzvorrat in m³/ha

Neophyten wald
Neophyten sind eingeschleppte, nicht heimische Pflanzenarten, die sich in der heimischen Natur ausbreiten. Neophyten wurden nach 1492 aus anderen Regionen eingeführt und haben sich etabliert. Manche sind harmlos, andere breiten sich invasiv aus und verdrängen heimische Arten, etwa das Drüsige Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich.

Eigenschaften: Nicht heimische Pflanzen, Nach 1492 eingeführt, Teils invasiv, Können heimische Arten verdrängen.

Verwendung: Naturschutz, Landschaftspflege, Artenschutz.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Artengruppe · Befallsflächen in Hektar

Niederwald wald
Der Niederwald ist eine Betriebsart, die den Wald über Stockausschlag in kurzen Umtriebszeiten nutzt. Im Niederwald werden Laubbäume dicht über dem Boden abgesägt; aus den Stöcken treiben neue Stämme aus (vegetative Verjüngung). In kurzen Abständen (oft 15–40 Jahre) wird das dünne Holz als Brenn-, Gerb- oder Stangenholz geerntet.

Eigenschaften: Nutzung über Stockausschlag, Kurze Umtriebszeit, Brenn- und Stangenholz, Kein Starkholz.

Verwendung: Energie- und Brennholz, Historische Waldnutzung, Kurzumtriebsplantagen.

Maßeinheiten: Umtriebszeit oft 15–40 Jahre · Ertrag in Rm/ha

O

Oberhöhe wald
Die Oberhöhe ist die mittlere Höhe der stärksten (höchsten) Bäume eines Bestandes und dient der Bonitierung. Die Oberhöhe wird als Mittelwert der Höhen der stärksten Bäume je Fläche bestimmt (z. B. der 100 stärksten Bäume je Hektar). Sie ist wenig von der Durchforstung beeinflusst und deshalb ein guter Maßstab für die Standortgüte: Aus Oberhöhe und Alter wird über Ertragstafeln die Ertragsklasse (Bonität) abgeleitet.

Eigenschaften: Mittlere Höhe der stärksten Bäume, z. B. 100 Stärkste je Hektar, Wenig durchforstungsabhängig, Basis der Bonitierung.

Verwendung: Bonitierung, Forsteinrichtung, Ertragsprognose.

Maßeinheiten: Oberhöhe in Meter (m) · Bezug: stärkste Bäume/ha

Obstbaumschnitt wald
Der Obstbaumschnitt ist der Pflegeschnitt an Obstbäumen zur Förderung von Gesundheit, Ertrag und Standfestigkeit. Beim Obstbaumschnitt werden Krone ausgelichtet, steile Konkurrenztriebe und Wasserschosse entfernt und der Baum in eine tragfähige Form gebracht. Man unterscheidet Erziehungs-, Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt.

Eigenschaften: Pflegeschnitt an Obstbäumen, Auslichten und Formen, Erziehung, Erhaltung, Verjüngung, Fördert Gesundheit und Ertrag.

Verwendung: Obst- und Gartenbau, Streuobstpflege, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeschnitt · Astdurchmesser beim Schnitt

Ökofläche wald
Eine Ökofläche ist eine Fläche, die für Naturschutz und ökologischen Ausgleich bereitgestellt oder aufgewertet wird. Ökoflächen (Ausgleichs-, Ersatz- oder Kompensationsflächen) dienen dem Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft (naturschutzrechtliche Eingriffsregelung) oder werden für ein Ökokonto gezielt ökologisch aufgewertet. Im Wald und in der Landschaft können das Altholz- und Totholzflächen, Waldränder, Feuchtbiotope, extensiv gepflegte Flächen oder aus der Nutzung genommene Bereiche sein.

Eigenschaften: Fläche für Naturschutz/Ausgleich, Ausgleichs-/Ersatz-/Ökokontofläche, Ökologisch aufgewertet, Aus der Nutzung genommen o. extensiv.

Verwendung: Naturschutz und Eingriffsausgleich, Ökokonto, Biotopvernetzung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar/Ar · Ökopunkte je Aufwertung

Ökokonto wald
Ein Ökokonto ist ein System zur Erfassung und Bevorratung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft. Auf dem Ökokonto werden freiwillig durchgeführte Aufwertungsmaßnahmen – etwa Aufforstung, Renaturierung oder Biotopanlage – als Guthaben gutgeschrieben. Bei späteren Eingriffen kann dieses Guthaben als naturschutzrechtlicher Ausgleich verwendet werden.

Eigenschaften: System für Ausgleichsmaßnahmen, Aufwertung als Guthaben, Für spätere Eingriffe nutzbar, Zeitlich vorgezogen.

Verwendung: Naturschutzrecht, Eingriffsregelung, Kompensation.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Kompensationssystem · Guthaben in Ökopunkten/Fläche

P

PEFC wald
PEFC ist ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Holzkette. PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) bescheinigt, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Zertifiziert werden Waldbetriebe nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien; eine Produktkettenzertifizierung (Chain of Custody) verfolgt das Holz bis zum Endprodukt.

Eigenschaften: Waldzertifizierung, Nachhaltigkeitsnachweis, Chain of Custody, In Deutschland weit verbreitet.

Verwendung: Zertifizierung von Waldbetrieben, Holzhandel und Produkte, Nachhaltigkeitsnachweis.

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Zertifizierungsstandard · Gültigkeit über Auditzyklen

Pfahlwurzel wald
Eine Pfahlwurzel ist ein tief in den Boden reichendes, senkrechtes Wurzelsystem vieler Baumarten. Bäume mit Pfahlwurzel wie Eiche, Tanne oder Kiefer bilden eine kräftige, tief reichende Hauptwurzel. Sie verankert den Baum besonders stabil und erschließt Wasser aus tieferen Bodenschichten, was in Trockenphasen vorteilhaft ist.

Eigenschaften: Tiefe, senkrechte Hauptwurzel, Bei Eiche, Tanne, Kiefer u. a., Sehr stabile Verankerung, Erschließt tiefes Wasser.

Verwendung: Standsicherheit, Trockenheitstoleranz, Waldbau und Artenwahl.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Wurzeltyp · Wurzeltiefe je Art/Standort

Pflanzabstand wald
Der Pflanzabstand ist der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen bei der Neubegründung eines Bestandes. Der Pflanzabstand (zusammen mit dem Reihenabstand) bestimmt die Pflanzenzahl je Hektar und damit die Ausgangsdichte des Bestandes. Enge Abstände fördern rasches Höhenwachstum, natürliche Astreinigung und Auswahlmöglichkeiten, kosten aber mehr Pflanzen und Pflege. Weite Abstände sparen Kosten, führen aber zu gröberen Ästen und weniger Auslese.

Eigenschaften: Abstand zwischen den Pflanzen, Bestimmt die Pflanzenzahl/ha, Eng: Astreinigung/Auslese, Weit: günstiger, gröbere Äste.

Verwendung: Bestandesbegründung, Pflanzplanung, Wertholzstrategie.

Maßeinheiten: Pflanzabstand in Meter · Pflanzenzahl je Hektar

Umrechnung: Pflanzenzahl/ha ≈ 10.000 / (Reihenabstand × Pflanzabstand in m).

Pflanzgut wald
Pflanzgut sind die zur Anpflanzung bestimmten jungen Bäume (Forstpflanzen) samt Wurzelwerk. Als Pflanzgut bezeichnet man die in Baumschulen herangezogenen Jungpflanzen, die zur Bestandesbegründung oder zum Waldumbau ausgepflanzt werden. Man unterscheidet wurzelnackte Pflanzen und Containerpflanzen (mit Ballen) sowie verschiedene Sortimente nach Alter und Größe (z. B. 2-jährige Sämlinge, verschulte Pflanzen).

Eigenschaften: Junge Forstpflanzen zum Auspflanzen, Wurzelnackt oder Containerware, Herkunftsgesichert, Grundlage stabiler Bestände.

Verwendung: Bestandesbegründung, Waldumbau und Aufforstung, Garten- und Landschaftsbau.

Maßeinheiten: Sortiment nach Alter/Größe · Herkunft nach FoVG

Pflanzholz wald
Ein Pflanzholz ist ein spitzes Handwerkzeug zum Setzen von Forstpflanzen. Das Pflanzholz (Pflanzstab, Setzholz) ist ein einfacher, spitz zulaufender Holz- oder Metallstab, mit dem beim Pflanzen ein Loch in den Boden gestoßen und die Wurzel der Jungpflanze eingesetzt wird. Es eignet sich vor allem für kleinere, wurzelnackte Pflanzen und lockere Böden.

Eigenschaften: Spitzes Pflanzwerkzeug (Setzstab), Für wurzelnackte Jungpflanzen, Für lockere Böden, Wurzeln nicht verkrümmen.

Verwendung: Forstpflanzung, Aufforstung, Garten- und Landschaftsbau.

Maßeinheiten: Länge in Zentimeter · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Pflanzloch wald
Ein Pflanzloch ist die im Boden ausgehobene oder gestoßene Öffnung, in die eine Pflanze gesetzt wird. Das Pflanzloch nimmt die Wurzeln der Jungpflanze auf. Es muss groß und tief genug sein, damit die Wurzeln vollständig, senkrecht und ohne Verkrümmung Platz finden. Je nach Pflanze und Boden wird es mit Pflanzholz, Hohlspaten, Pflanzhaue, Spaten oder Erdbohrer angelegt.

Eigenschaften: Öffnung im Boden für die Pflanze, Groß/tief genug für die Wurzeln, Wurzeln senkrecht, unverkrümmt, Fest andrücken.

Verwendung: Forst- und Gartenpflanzung, Aufforstung, Bestandesbegründung.

Maßeinheiten: Tiefe/Weite in Zentimeter · Wurzelhals in Bodenhöhe

Pflanzung stammholz
Die Pflanzung ist das Einsetzen junger Bäume zur Begründung oder Ergänzung eines Waldbestandes. Bei der Pflanzung werden Forstpflanzen in geeignetem Verband in den Boden gesetzt, um einen neuen Bestand zu begründen oder Lücken zu schließen. Sie ermöglicht die gezielte Wahl standortgerechter, klimastabiler Baumarten.

Eigenschaften: Einsetzen junger Bäume, Zur Bestandsbegründung, Gezielte Baumartenwahl, Planbar, aber aufwendig.

Verwendung: Aufforstung, Waldumbau, Lückenschluss.

Maßeinheiten: Pflanzenzahl je Hektar · Kein Brennholzmaß

Pflanzverband wald
Der Pflanzverband ist der Abstand der Pflanzen zueinander bei einer Aufforstung oder Kultur. Der Pflanzverband legt fest, wie eng oder weit die jungen Bäume gesetzt werden, angegeben etwa als Reihen- und Pflanzabstand oder als Pflanzenzahl je Hektar. Er beeinflusst Konkurrenz, Astreinigung, Stabilität und Pflegeaufwand.

Eigenschaften: Pflanzabstand bei der Kultur, Reihen- und Pflanzabstand, Pflanzenzahl je Hektar, Beeinflusst Qualität und Kosten.

Verwendung: Aufforstung, Kulturbegründung, Waldbau.

Maßeinheiten: Pflanzenzahl je Hektar · Abstände in Metern

Pflanzverbandssystem wald
Ein Pflanzverbandssystem ist die geometrische Anordnung der Pflanzen auf der Fläche (der Pflanzverband). Das Pflanzverbandssystem legt fest, in welchem Muster die Bäume gepflanzt werden – etwa im Quadrat-, Rechteck-, Reihen-, Dreiecks- oder Gruppen-/Trupppflanzverband. Zusammen mit dem Pflanzabstand bestimmt es Pflanzenzahl, Bearbeitbarkeit (Pflege, Maschinengassen) und die spätere Bestandesstruktur.

Eigenschaften: Anordnungsmuster der Pflanzen, Quadrat, Reihe, Trupp, Gruppe, Bestimmt Zahl und Pflegbarkeit, Prägt die Bestandesstruktur.

Verwendung: Bestandesbegründung, Pflanzplanung, Pflegeorganisation.

Maßeinheiten: Verbandstyp + Pflanzabstand · Pflanzenzahl je Hektar

Pflegerückschnitt wald
Ein Pflegerückschnitt ist eine Schnittmaßnahme zur gesunden Entwicklung und Formung eines Baumes oder Strauchs. Der Pflegerückschnitt entfernt totes, krankes, sich reibendes oder störendes Astwerk und lenkt das Wachstum in eine stabile, gesunde Form. Bei jungen Bäumen dient er dem Aufbau einer tragfähigen Krone.

Eigenschaften: Schnitt zur Entwicklung/Form, Entfernt Totes und Störendes, Lenkt das Wachstum, Maßvoll und fachgerecht.

Verwendung: Baum- und Gehölzpflege, Jungbaumerziehung, Gartenpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeschnitt · Astdurchmesser beim Schnitt

Pilzbefall wald
Pilzbefall ist die Besiedlung eines Baumes durch holzzersetzende oder krankheitserregende Pilze. Pilze dringen über Wunden, Astabbrüche oder den Wurzelbereich in den Baum ein und zersetzen das Holz. Fäulen im Stamm oder Wurzelbereich mindern die Stand- und Bruchsicherheit, oft ohne dass äußere Fruchtkörper sofort sichtbar sind.

Eigenschaften: Besiedlung durch Pilze, Über Wunden und Wurzeln, Zersetzt das Holz, Mindert die Standsicherheit.

Verwendung: Baumkontrolle, Forstschutz, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sichtbefund · Beurteilung durch Fachleute

Plenterwald wald
Ein Plenterwald ist ein dauerhaft ungleichaltriger, mehrschichtiger Wald, in dem stetig einzelne hiebsreife Bäume entnommen werden. Im Plenterwald stehen Bäume aller Altersstufen und Größen kleinräumig gemischt. Statt Flächen kahlzuschlagen, werden laufend einzelne starke, hiebsreife Bäume einzelstammweise geerntet; in den Lücken wächst kontinuierlich Naturverjüngung nach.

Eigenschaften: Ungleichaltrig und mehrschichtig, Einzelstammweise Nutzung, Dauerhaft bestockt, Sehr stabil und naturnah.

Verwendung: Naturnahe Waldwirtschaft, Dauerwald-Bewirtschaftung, Schutz- und Erholungswald.

Maßeinheiten: Vorrat in Vfm/ha · Kontinuierliche Entnahme

Plenterwirtschaft wald
Die Plenterwirtschaft ist die Betriebsart, die den Wald dauerhaft als Plenterwald bewirtschaftet. Bei der Plenterwirtschaft (Plenterbetrieb) wird kein flächiger Hieb geführt, sondern laufend werden einzelne hiebsreife Bäume entnommen, während in den Lücken Verjüngung nachwächst. So bleibt der Wald dauerhaft ungleichaltrig, mehrschichtig und geschlossen.

Eigenschaften: Betriebsart des Plenterwaldes, Einzelstammweise Nutzung, Dauerhaft ungleichaltrig, Naturnah und stabil.

Verwendung: Naturnahe Waldbewirtschaftung, Dauerwaldbetrieb, Klimaangepasster Waldbau.

Maßeinheiten: Vorrat und Zuwachs in Vfm/ha · Laufende Entnahme

Polterplatz stammholz
Ein Polterplatz ist eine befestigte Fläche an der Waldstraße zum Lagern und Verladen von Holzpoltern. Der Polterplatz (Lagerplatz) ist eine gut zugängliche, tragfähige Fläche an der Forststraße, auf der das gerückte Holz zu Poltern aufgeschichtet, vermessen, sortiert und für die Abfuhr bereitgestellt wird. Er muss für schwere Lkw befahrbar und ausreichend groß sein.

Eigenschaften: Befestigte Lager-/Verladefläche, An der Waldstraße, Für Poltern, Vermessung, Abfuhr, Lkw-befahrbar.

Verwendung: Holzbereitstellung und -verkauf, Verladung auf Lkw, Zwischenlagerung.

Maßeinheiten: Fläche in Quadratmeter · Poltermenge in Raummeter/Festmeter

Q

Qualitätsbaum wald
Ein Qualitätsbaum ist ein besonders wertvoller Baum, der zur hochwertigen Holzproduktion gefördert wird. Qualitätsbäume sind gerade, gesunde, astarme und gut veranlagte Bäume, die als Zukunfts- oder Z-Bäume ausgewählt und gezielt gefördert werden. Durch Freistellung und ggf. Astung entwickeln sie wertvolles Stamm- oder Wertholz.

Eigenschaften: Besonders wertvoller Baum, Gerade, gesund, astarm, Als Z-Baum gefördert, Für hochwertiges Holz.

Verwendung: Waldbau, Wertholzproduktion, Durchforstung.

Maßeinheiten: Zielstärke je Baumart · Kein Handelsmaß

Quellbereich wald
Ein Quellbereich ist das Ursprungsgebiet eines Gewässers und ein besonders schützenswerter Lebensraum im Wald. Im Quellbereich tritt Grundwasser an die Oberfläche und speist Bäche und Flüsse. Diese feuchten, kühlen Bereiche sind sensible Biotope mit spezialisierten Arten und für den Wasserhaushalt der Landschaft bedeutsam.

Eigenschaften: Ursprungsgebiet eines Gewässers, Grundwasser tritt aus, Sensibles, feuchtes Biotop, Wichtig für den Wasserhaushalt.

Verwendung: Gewässerschutz, Naturschutz, Waldbewirtschaftung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Lebensraum · Schutzabstände je Vorgabe

R

Reisig stammholz
Reisig ist dünnes Ast- und Zweigmaterial unterhalb der Derbholzgrenze. Als Reisig bezeichnet man die dünnen Äste, Zweige und Wipfelteile unter 7 Zentimetern Durchmesser (Nichtderbholz), die bei der Holzernte anfallen. Traditionell wurde Reisig als Anfeuerholz (Reisigbündel, Faschinen), für Besen, Zäune oder im Wasserbau genutzt.

Eigenschaften: Dünnes Ast-/Zweigmaterial, Unter der Derbholzgrenze (7 cm), Anfeuerholz und Schlagabraum, Teils zu Hackschnitzeln.

Verwendung: Anfeuerholz, Bodenschutz (Reisigmatte), Energieholz.

Maßeinheiten: Durchmesser unter 7 cm · Menge in Schüttraummeter

Restholz hackschnitzel
Restholz ist das bei Ernte und Verarbeitung anfallende, nicht als Nutzholz verwertbare Holz. Zum Restholz zählen Kronen- und Astmaterial aus dem Wald sowie Verschnitt, Späne und Schwarten aus dem Sägewerk. Es wird energetisch als Brennholz, Hackschnitzel oder Pelletrohstoff genutzt.

Eigenschaften: Nicht als Nutzholz verwertbar, Aus Wald und Sägewerk, Energetisch genutzt, Günstiger Rohstoff.

Verwendung: Brennholz und Hackschnitzel, Pelletproduktion, Heizwerke.

Maßeinheiten: Handel: Srm oder Tonnen · Restfeuchte-Ziel: unter 20 %

Umrechnung: 1 Fm Stammholz → ca. 2,5 Srm Hackschnitzel aus Restholz

Revierförster ausbildung
Der Revierförster leitet eigenverantwortlich ein Forstrevier und betreut dessen Wälder. Der Revierförster (gehobener Forstdienst) ist für die Bewirtschaftung eines abgegrenzten Waldgebiets zuständig: Waldbau, Holzernte und -verkauf, Jagd, Naturschutz, Verkehrssicherung und die Beratung von Waldbesitzern. Voraussetzung ist meist ein forstliches Studium (Bachelor) und der Vorbereitungsdienst des gehobenen Forstdienstes.

Eigenschaften: Leitung eines Forstreviers, Gehobener Forstdienst, Waldbau, Holzverkauf, Jagd, Ansprechpartner vor Ort.

Verwendung: Staats-, Kommunal- und Privatwald, Revierbewirtschaftung, Beratung von Waldbesitzern.

Maßeinheiten: Voraussetzung: Forststudium + Vorbereitungsdienst · Ebene: gehobener Forstdienst

Rindennekrose wald
Eine Rindennekrose ist das örtliche Absterben von Rindengewebe, meist durch Pilze, Frost oder Verletzungen. Bei einer Rindennekrose stirbt ein Bereich der Rinde ab; es entstehen eingesunkene, verfärbte oder aufreißende Stellen. Ursachen sind Pilzinfektionen, Frostrisse, Sonnenbrand oder mechanische Verletzungen.

Eigenschaften: Absterben von Rindengewebe, Durch Pilze, Frost, Verletzung, Eingesunkene, verfärbte Stellen, Eintrittspforte für Fäule.

Verwendung: Baumkontrolle, Forstschutz, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sichtbefund · Ausdehnung je Schaden

Rodung wald
Rodung ist das vollständige Entfernen von Bäumen einschließlich der Wurzeln, oft zur dauerhaften Umwandlung der Fläche. Anders als beim Einschlag, bei dem der Wald erhalten und verjüngt wird, werden bei der Rodung Bäume und Wurzelstöcke entfernt und die Fläche einer anderen Nutzung zugeführt. Waldrodungen sind in vielen Ländern genehmigungspflichtig und an Ausgleich gebunden.

Eigenschaften: Entfernen von Bäumen samt Wurzeln, Oft dauerhafte Flächenumwandlung, Meist genehmigungspflichtig, Wurzelentfernung.

Verwendung: Flächenumwandlung, Baustellenvorbereitung, Gehölzentfernung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar/m² · Kein Holzhandelsmaß

Rotbuche allgemein
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist die wichtigste heimische Laubbaumart und liefert schweres, hartes Holz mit hohem Brennwert. Die Rotbuche – meist einfach Buche genannt – ist die häufigste Laubbaumart Mitteleuropas und die natürliche Hauptbaumart weiter Gebiete. Ihr helles, schweres und hartes Holz ist vielseitig einsetzbar: Möbel, Treppen, Parkett, Spielzeug, Sperrholz und Zellstoff.

Eigenschaften: Wichtigste heimische Laubbaumart, Schweres, hartes Holz, Referenz-Brennholz, Rasch verstockend.

Verwendung: Möbel, Parkett, Treppen, Sperrholz und Zellstoff, Hochwertiges Brennholz.

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,2 kWh/kg · Rohdichte ca. 720 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Buche (lufttrocken) ≈ 0,7 Fm ≈ 200 l Heizöl.

Roteiche allgemein
Die Roteiche (Quercus rubra) ist eine aus Nordamerika stammende Eichenart mit rascherem Wuchs und intensiver Herbstfärbung. Die Roteiche wurde aus Nordamerika eingeführt und ist in Mitteleuropa als Wald- und Parkbaum verbreitet. Sie wächst rascher als die heimischen Eichen, ist anspruchslos, trockenheitstolerant und fällt im Herbst durch leuchtend rote Färbung auf.

Eigenschaften: Eingeführte Eichenart (Nordamerika), Rascher Wuchs, trockenheitstolerant, Leuchtende Herbstfärbung, Holz weniger dauerhaft.

Verwendung: Möbel und Innenausbau, Parkett, Park- und Waldbaum.

Maßeinheiten: Rohdichte ca. 660 kg/m³ · Heizwert ähnlich Eiche

Umrechnung: 1 Rm Roteiche ≈ 0,7 Fm; Heizwert nahe heimischer Eiche.

Rückeanhänger stammholz
Ein Rückeanhänger (Rückewagen) ist ein geländegängiger Anhänger mit Kran zum Transport von Holz aus dem Bestand. Der Rückeanhänger wird meist hinter einen Traktor gehängt und mit einem Forstkran zum Selbstladen ausgerüstet. Er nimmt Kurz- und Langholz auf und transportiert es aus dem Bestand zum Weg oder Lagerplatz.

Eigenschaften: Geländegängiger Anhänger, Mit Kran zum Selbstladen, Hinter Traktor, Für Kurz- und Langholz.

Verwendung: Rücken im Kleinprivatwald, Holztransport zum Weg, Selbstwerber.

Maßeinheiten: Ladevolumen in Raummeter (Rm) · Nutzlast in Tonnen (t)

Umrechnung: 1 Rückeanhänger-Ladung ≈ mehrere Rm Holz (modellabhängig)

Rückegasse allgemein
Eine Rückegasse ist eine feste Fahrspur im Wald, auf der Forstmaschinen fahren, um Holz zu rücken. Rückegassen werden in regelmäßigen Abständen angelegt und dauerhaft genutzt, damit die Befahrung des Waldes auf feste Linien beschränkt bleibt. So wird die übrige Bestandsfläche vor Bodenverdichtung geschützt.

Eigenschaften: Feste Fahrspur im Bestand, Dauerhaft genutzt, Bündelt die Befahrung, Schützt den Waldboden.

Verwendung: Holzernte, Rücken zum Weg, Bodenschutz.

Maßeinheiten: Gassenabstand: oft ca. 20–40 m · Kein Holzmaß

Rückeschaden wald
Ein Rückeschaden ist eine Verletzung an verbleibenden Bäumen oder am Waldboden durch das Rücken von Holz. Beim Rücken können Stämme und Maschinen die im Bestand verbleibenden Bäume anfahren und Rinde sowie Kambium verletzen. Solche Rindenverletzungen (Rückeschäden) sind Eintrittspforten für Fäulepilze und mindern den Holzwert der geschädigten Bäume. Auch der Waldboden kann durch Befahren verdichtet oder aufgerissen werden.

Eigenschaften: Verletzung an Baum/Boden beim Rücken, Rinden- und Kambiumschäden, Eintrittspforte für Fäule, Durch feste Gassen vermeidbar.

Verwendung: Holzernte und Waldschutz, Qualitätssicherung, Bodenschutz.

Maßeinheiten: Schadfläche je Baum in cm² · Boden: Verdichtung/Spurtiefe

Rückeschild stammholz
Ein Rückeschild ist eine am Heck eines Forstschleppers montierte Schildplatte zum Abstützen und Anpressen beim Holzrücken. Das Rückeschild sitzt hinten am Forstschlepper oder an der Rückewinde. Beim Seilrücken stützt es sich am Boden ab und nimmt die Zugkräfte auf, sodass der Schlepper stabil steht. Zugleich hält es das aufgezogene Holz an der richtigen Position.

Eigenschaften: Schildplatte am Schlepperheck, Nimmt Zugkräfte auf, Stützt beim Seilrücken, Hält das Holz in Position.

Verwendung: Forstschlepper mit Seilwinde, Seilrücken, Standsicherung.

Maßeinheiten: Schildbreite in Zentimeter (cm) · Als Anbauteil ohne Volumenmaß

Rückeschneise wald
Eine Rückeschneise ist eine angelegte Fahrgasse im Bestand, auf der Holz gerückt wird. Die Rückeschneise (weitgehend gleichbedeutend mit Rückegasse) ist ein schmaler, dauerhaft festgelegter Fahrstreifen, auf dem Rückefahrzeuge das Holz aus dem Bestand transportieren. Durch die Bündelung des Verkehrs auf feste Schneisen bleibt der übrige Waldboden unbefahren und geschützt.

Eigenschaften: Feste Fahrgasse im Bestand, Weitgehend = Rückegasse, Bündelt den Rückeverkehr, Schützt den übrigen Boden.

Verwendung: Bodenschonende Holzernte, Feinerschließung, Rücken mit Forwarder/Schlepper.

Maßeinheiten: Gassenabstand in Meter (z. B. 20–40 m) · Breite in Meter

Rückewagenlehrgang ausbildung
Der Rückewagenlehrgang schult das sichere Rücken und Verladen von Holz mit Rückewagen und Kran. Der Rückewagen (Rückeanhänger) mit Forstkran transportiert Holz aus dem Bestand zum Weg – die häufige Rückelösung im Klein- und Bauernwald. Der Lehrgang vermittelt sicheres Fahren im Gelände, Kranbedienung, Beladen und Ladungssicherung, Standsicherheit sowie Bodenschutz und Wartung.

Eigenschaften: Sicheres Rücken mit Rückewagen, Kranbedienung und Beladen, Ladungssicherung, Für Waldbesitzer/Selbstwerber.

Verwendung: Holztransport im Kleinwald, Kranarbeit, Selbstwerbung.

Maßeinheiten: Grundlage: Hersteller-/DGUV-Empfehlungen · Abschluss: Teilnahmenachweis

Rückeweg wald
Ein Rückeweg ist ein befestigter Fahrweg zur Erschließung des Waldes für den Holztransport. Rückewege gehören zur Feinerschließung des Waldes und verbinden die Rückegassen im Bestand mit den befestigten Waldstraßen. Über sie bewegen Rückefahrzeuge das Holz zum Polterplatz. Im Gegensatz zur unbefestigten Rückegasse ist der Rückeweg oft tragfähiger ausgebaut.

Eigenschaften: Fahrweg zur Walderschließung, Verbindet Gassen und Waldstraße, Oft tragfähiger als Rückegasse, Teil der Feinerschließung.

Verwendung: Walderschließung, Holztransport, Bodenschonende Ernte.

Maßeinheiten: Wegabstand/-dichte in m bzw. lfm/ha · Bezug: Erschließung

Rückezange stammholz
Eine Rückezange ist ein zangenförmiges Greifwerkzeug am Kran, das Stämme und Poltern zum Transport greift. Die Rückezange sitzt am Ende eines Forst- oder Ladekrans und greift Stämme oder Stammabschnitte, um sie zu heben und auf den Rückewagen zu laden oder zum Weg zu ziehen. Sie wird hydraulisch geöffnet und geschlossen und ist oft drehbar (Rotator).

Eigenschaften: Zangenförmiger Krangreifer, Hydraulisch betätigt, Meist drehbar (Rotator), Verschiedene Größen.

Verwendung: Rücken mit Forstkran, Beladen von Rückewagen, Poltern.

Maßeinheiten: Greiffläche in Quadratzentimeter (cm²) · Öffnungsweite in Zentimeter (cm)

Rückezug stammholz
Ein Rückezug (Forwarder) ist eine geländegängige Forstmaschine, die aufgearbeitetes Holz aufgeladen aus dem Bestand transportiert. Der Rückezug – meist Forwarder genannt – ist ein selbstfahrendes, knickgelenktes Forstfahrzeug mit Ladefläche (Rungenkorb) und Kran. Er lädt das vom Harvester aufgearbeitete Kurzholz auf, transportiert es tragend (nicht schleifend) über die Rückegasse zum Polterplatz und sortiert es dort.

Eigenschaften: Selbstfahrende Rückemaschine (Forwarder), Trägt Holz auf der Ladefläche, Mit Kran, knickgelenkt, Team mit dem Harvester.

Verwendung: Hochmechanisierte Kurzholzernte, Rücken zum Polterplatz, Sortierung.

Maßeinheiten: Ladevolumen/Nutzlast in Tonnen · Menge in Festmeter

Rückung wald
Die Rückung ist der Transport des gefällten Holzes vom Hiebsort zum Waldweg oder Lagerplatz. Nach dem Fällen und Aufarbeiten muss das Holz aus dem Bestand zur Waldstraße gebracht werden – das ist die Rückung. Sie erfolgt mit Forstschlepper und Seilwinde, Rückewagen, Forwarder oder in schwierigem Gelände per Seilkran.

Eigenschaften: Holztransport zum Weg, Schlepper, Forwarder, Seilkran, Über feste Rückegassen, Bestandes- und bodenschonend.

Verwendung: Holzernte, Transport aus dem Bestand, Bereitstellung am Weg.

Maßeinheiten: Rückeentfernung in Meter · Menge in Festmeter

Rußrindenkrankheit wald
Die Rußrindenkrankheit ist eine Pilzkrankheit des Ahorns, die vor allem nach Trockenheit auftritt und gesundheitsrelevant ist. Die Rußrindenkrankheit wird durch den Pilz Cryptostroma corticale verursacht und befällt vor allem Berg- und Spitzahorn. Nach Hitze- und Trockenstress bildet der Pilz unter der Rinde schwarze, rußartige Sporenlager; die Rinde platzt ab und legt die dunkle Fläche frei. Befallene Bäume sterben oft ab.

Eigenschaften: Pilzkrankheit des Ahorns, Nach Hitze/Trockenheit, Schwarze, rußartige Sporenlager, Atemwegsgefahr durch Sporen.

Verwendung: Waldschutz und Gesundheitsschutz, Ahorn an Wegen und in Städten, Arbeitssicherheit.

Maßeinheiten: Befall je Baum/Bestand · Auftreten nach Trockenjahren

S

Sachverständiger wald
Ein Sachverständiger ist ein unabhängiger Fachmann, der Bäume, Wälder oder Schäden fachlich begutachtet und bewertet. Sachverständige für Bäume und Forst beurteilen Verkehrssicherheit, Standsicherheit, Baumwert oder Schadensursachen und erstellen fundierte, nachvollziehbare Gutachten. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige genießen dabei besonderes Vertrauen.

Eigenschaften: Unabhängiger Fachmann, Begutachtung von Bäumen/Wald, Erstellt fundierte Gutachten, Oft öffentlich bestellt.

Verwendung: Verkehrssicherung, Wert- und Schadensfragen, Behörden und Gerichte.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Fachperson · Bewertung je Fragestellung

Sapie stammholz
Ein Sapie (Sappie) ist ein Handwerkzeug mit fester Spitze zum Ziehen, Wenden und Tragen von Stämmen. Der Sapie besteht aus einem Stiel mit einer fest angeschmiedeten, leicht gebogenen Spitze, die man in den Stamm schlägt. Damit lassen sich Stämme ziehen, wenden, heben und in Poltern richten. Kurze Sapies dienen dem Handling einzelner Stämme, lange dem Sortieren und Poltern.

Eigenschaften: Handwerkzeug mit fester Spitze, Zieht, wendet und trägt Stämme, Spitze wird eingeschlagen, Regional „Sappel".

Verwendung: Stämme ziehen und wenden, Poltern und Sortieren, Handhabung von Holz.

Maßeinheiten: Stiellänge kurz/lang (cm) · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Sappel stammholz
Sappel ist eine regionale Bezeichnung für den Sapie (Sappie), das Zug- und Wendewerkzeug für Stämme. Der Begriff Sappel wird in vielen Regionen gleichbedeutend mit Sapie/Sappie verwendet: ein Stiel mit fest angeschmiedeter, gebogener Spitze, die in den Stamm geschlagen wird, um ihn zu ziehen, zu wenden oder zu heben.

Eigenschaften: Regionale Bezeichnung für Sapie, Feste, eingeschlagene Spitze, Zieht und wendet Stämme, Synonym: Sapie/Sappie/Zapin.

Verwendung: Stämme ziehen und wenden, Poltern und Sortieren, Waldarbeit.

Maßeinheiten: Stiellänge in Zentimeter · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Schadholz wald
Schadholz ist Holz von Bäumen, die durch Sturm, Schnee, Insekten, Pilze, Dürre oder Feuer geschädigt wurden. Schadholz (Kalamitätsholz) fällt außerplanmäßig an, wenn Bäume durch Störungen absterben oder umgeworfen werden – etwa Sturm- und Schneebruchholz, Käfer- und Dürreholz oder Brandholz. Es muss oft rasch aufgearbeitet werden, um Folgeschäden (z. B. Käfervermehrung) zu begrenzen und die noch nutzbare Qualität zu sichern.

Eigenschaften: Holz geschädigter Bäume, Sturm, Käfer, Dürre, Feuer, Fällt außerplanmäßig an, Rasch aufzuarbeiten.

Verwendung: Schadensmanagement, Sturm-/Käferholzaufarbeitung, Restholzverwertung.

Maßeinheiten: Menge in Festmeter (Fm) · Qualität nach Sortierung

Umrechnung: 1 Fm Schadholz = 1 m³ Holz (Qualität gemindert).

Schäleisen stammholz
Ein Schäleisen ist ein Handwerkzeug zum Entrinden (Schälen) von Stämmen. Das Schäleisen (Rindenschäler, Schäleisen/Schäläxt) hat eine breite, leicht gebogene Schneide, mit der die Rinde in Bahnen vom Stamm gelöst und abgehoben wird. Entrindet wird, um das Holz rascher trocknen zu lassen, Insektenbefall (z. B. Borkenkäfer) im Bast vorzubeugen und für bestimmte Verwendungen sauberes, rindenfreies Holz zu erhalten.

Eigenschaften: Handwerkzeug zum Entrinden, Breite, gebogene Schneide, Löst Rinde in Bahnen, Am besten bei frischem Holz.

Verwendung: Entrinden von Stämmen, Borkenkäfer-Vorbeugung, Rundholz und Bauholz.

Maßeinheiten: Schneidenbreite in Zentimeter · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Schälschaden wald
Ein Schälschaden ist eine Rindenverletzung, die durch das Abziehen der Rinde durch Wild (Schälen) entsteht. Schälschäden entstehen, wenn Schalenwild – vor allem Rotwild – im Winter oder Frühjahr mit den Zähnen die Rinde von Stämmen abzieht, um an den nährstoffreichen Bast zu gelangen. Die freigelegten, oft großflächigen Wunden sind Eintrittspforten für Fäulepilze; die Folge sind Stamm- und Kernfäule, Wertverlust und verminderte Stabilität.

Eigenschaften: Rindenverletzung durch Schälen (Wild), Vor allem Rotwild an Fichte, Eintrittspforte für Fäule, Wert- und Stabilitätsverlust.

Verwendung: Waldschutz und Wildmanagement, Fichtenbestände, Schadensbewertung.

Maßeinheiten: Schälfläche je Stamm in cm² · Schälprozent im Bestand

Schattenbaumart wald
Eine Schattenbaumart ist eine Baumart, deren Jungpflanzen auch im Schatten des Altbestandes gedeihen. Schattenbaumarten wie Buche, Tanne, Fichte, Hainbuche oder Eibe können sich unter dem Schirm des Altbestandes verjüngen und dort lange ausharren, bis mehr Licht verfügbar wird. Ihre Jungpflanzen ertragen Beschattung deutlich besser als die von Lichtbaumarten.

Eigenschaften: Verjüngt auch im Schatten, Jungpflanzen schattentolerant, Basis von Femel-/Plenterwald, z. B. Buche, Tanne, Fichte.

Verwendung: Naturnahe Verjüngung, Femelschlag und Plenterung, Dauerwald.

Maßeinheiten: Schattentoleranz (hoch) · Gegensatz: Lichtbaumart

Schlagabraum wald
Schlagabraum ist das nach der Holzernte auf der Fläche verbleibende Rest- und Astmaterial. Als Schlagabraum (Schlagreisig, Reisig) bezeichnet man Äste, Kronen, Wipfel, Rinde und Bruchholz, die nach dem Fällen und Aufarbeiten im Bestand oder auf dem Schlag zurückbleiben. Ein Teil wird als Reisigmatte auf die Rückegassen gelegt, um den Boden zu schützen, ein Teil verbleibt zur Nährstoffrückführung und als Lebensraum.

Eigenschaften: Rest-/Astmaterial nach der Ernte, Äste, Kronen, Wipfel, Rinde, Bodenschutz und Nährstoffe, Teils Käfer-Brutraum.

Verwendung: Bodenschutz (Reisigmatte), Nährstoffrückführung, Energieholzgewinnung.

Maßeinheiten: Menge in Schüttraummeter · Nährstoffrückführung

Schlagfläche wald
Eine Schlagfläche ist die Fläche, auf der ein Holzeinschlag (Hieb) durchgeführt wurde oder wird. Als Schlagfläche (Hiebsfläche, Schlag) bezeichnet man den Bereich eines Bestandes, in dem geerntet wird. Bei einem Kahlschlag entsteht eine offene Schlagfläche; bei schonenderen Verfahren (Schirm-, Femelschlag) bleibt der Bestand teilweise erhalten. Auf der Schlagfläche fallen Holz, Schlagabraum und – nach der Ernte – die Aufgabe der Wiederbewaldung an.

Eigenschaften: Fläche eines Holzeinschlags, Offen (Kahlschlag) oder teilbestockt, Mit Schlagabraum und Wiederbewaldung, Größe beeinflusst Ökologie.

Verwendung: Holzernte, Verjüngungsplanung, Waldschutz.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar/Ar · Bezug: Hiebsart

Schlepper stammholz
Ein Schlepper ist eine Zugmaschine, die in der Forstwirtschaft zum Rücken und für Anbaugeräte eingesetzt wird. Der Schlepper (Traktor) ist die universelle Zugmaschine in Forst- und Landwirtschaft. In der Holzernte zieht der Forstschlepper mit Seilwinde oder Rückewagen das Holz aus dem Bestand (Rücken) und treibt über die Zapfwelle Anbaugeräte wie Seilwinde, Häcksler, Kreissäge oder Holzspalter an. Speziell ausgerüstete Forstschlepper haben Schutzaufbauten (Kabinenschutz, Unterfahrschutz), Rückeschild und Seilwinde.

Eigenschaften: Zugmaschine (Traktor) für den Forst, Rücken mit Winde/Rückewagen, Treibt Anbaugeräte (Zapfwelle), Mit Schutzaufbauten.

Verwendung: Holzrückung, Betrieb von Anbaugeräten, Bäuerlicher Forstbetrieb.

Maßeinheiten: Leistung in Kilowatt (kW) · Zugkraft in Kilonewton

Schutzstreifen wald
Ein Schutzstreifen ist ein Geländestreifen, der zum Schutz vor Bränden, Wind oder anderen Gefahren freigehalten oder besonders gestaltet wird. Schutzstreifen erfüllen je nach Zweck verschiedene Funktionen: Waldbrandschutzstreifen (brandhemmende, laubholzreiche oder vegetationsarme Streifen) sollen die Ausbreitung von Feuer bremsen; Windschutzstreifen mindern Winderosion und -schäden; Schutzstreifen entlang von Straßen, Bahnlinien oder Leitungen dienen der Verkehrssicherung und dem Freihalten von Trassen.

Eigenschaften: Freigehaltener/gestalteter Geländestreifen, Gegen Brand, Wind, Gefahren, Waldbrand-/Wind-/Trassenschutz, Gezielt angelegt und gepflegt.

Verwendung: Waldbrandschutz, Windschutz, Trassen- und Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Breite/Länge in Meter · Bezug: Schutzfunktion

Schutzwald wald
Ein Schutzwald schützt durch seine Lage und Bestockung Menschen, Siedlungen oder Böden vor Naturgefahren. Schutzwälder erfüllen vorrangig Schutzfunktionen: Bergwälder halten Lawinen, Steinschlag und Muren zurück, andere Wälder schützen vor Bodenerosion, Hochwasser oder Wind. Diese Funktion hat Vorrang vor der Holznutzung.

Eigenschaften: Schutz vor Naturgefahren, Lawinen, Steinschlag, Erosion, Schutzfunktion vor Nutzung, Besondere Pflege.

Verwendung: Bergwald und Hanglagen, Uferschutz, Erosionsschutz.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar (ha) · Schutzwirkung nicht in Volumen messbar

Schwarzkiefer allgemein
Die Schwarzkiefer (Pinus nigra) ist eine trockenheitsresistente Kiefernart mit dunkler Borke und harzreichem Holz. Die Schwarzkiefer stammt aus Süd- und Südosteuropa und ist außerordentlich trockenheits- und hitzeverträglich. Sie wächst auch auf armen, steinigen Böden und wird deshalb im Klimawandel als Baumart für trockene Standorte geprüft.

Eigenschaften: Trockenheitsresistente Kiefer, Dunkle, gefurchte Borke, Harzreiches Holz, Für arme, trockene Böden.

Verwendung: Bau- und Industrieholz, Trockenstandorte, Brennholz (mit Funkenflug).

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,4 kWh/kg · Rohdichte ca. 520 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Kiefer ≈ 0,7 Fm; höherer Heizwert als Fichte.

Seilklettertechnik wald
Die Seilklettertechnik ist ein Baumpflegeverfahren, bei dem Fachleute mit Seil und Klettergurt in die Krone aufsteigen – ohne Hubarbeitsbühne. Mit der Seilklettertechnik (SKT) erreichen Baumpfleger auch schwer zugängliche Kronen, an die keine Hubarbeitsbühne herankommt. Über Seilsysteme, Klettergurt und Sicherungstechnik bewegen sie sich kontrolliert im Baum und führen Pflege-, Sicherungs- oder Fällarbeiten aus.

Eigenschaften: Klettern mit Seil und Gurt, Ohne Hubarbeitsbühne, Für schwer zugängliche Kronen, Erfordert Ausbildung.

Verwendung: Baumpflege, Kronensicherung, Zerlegung schwieriger Bäume.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Arbeitsverfahren · Ausbildung erforderlich

Seilkran stammholz
Ein Seilkran ist eine seilgebundene Rückeanlage, die Holz in steilem oder unbefahrbarem Gelände über ein Tragseil transportiert. Der Seilkran (Seilbahn, Seilkrananlage) spannt ein Tragseil zwischen Stützen bzw. Verankerungen, an dem ein Laufwagen das Holz hängend zum Weg befördert. Er wird vor allem im Gebirge und an steilen Hängen eingesetzt, wo boden­gebundene Maschinen nicht fahren können oder der Boden geschont werden muss.

Eigenschaften: Seilgebundene Rückeanlage, Tragseil mit Laufwagen, Für Steilgelände/Bodenschutz, Bodenschonende Ernte.

Verwendung: Gebirgs- und Steillagenernte, Bodenschonende Rückung, Unbefahrbares Gelände.

Maßeinheiten: Spannweite/Tragkraft in Meter/Tonnen · Menge in Festmeter

Seilwinden-Sachkunde ausbildung
Die Seilwinden-Sachkunde ist der Nachweis über den sicheren, sachkundigen Umgang mit Forstseilwinden. Die Seilwinden-Sachkunde belegt, dass eine Person Forstseilwinden sicher bedienen und beurteilen kann. Vermittelt werden Anschlag- und Zugtechnik, Prüfung von Seil und Zubehör, Gefahren von Seilriss und Rückschlag sowie die vorgeschriebene regelmäßige Prüfung der Winde.

Eigenschaften: Sachkundenachweis Seilwinde, Sicherer Betrieb und Prüfung, Anschlag- und Zugtechnik, Für Haftung und Sicherheit.

Verwendung: Holzrücken mit Seilwinde, Prüfung von Seil und Zubehör, Klein- und Bauernwald.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Empfehlungen Seilwinde · Abschluss: Sachkundenachweis

Seilwindenlehrgang ausbildung
Der Seilwindenlehrgang schult das sichere Rücken von Holz mit der Forstseilwinde. Beim Seilrücken zieht eine am Traktor oder Rückefahrzeug montierte Seilwinde gefällte Stämme aus dem Bestand zum Weg. Der Lehrgang vermittelt sichere Anschlag- und Zugtechnik, den Umgang mit Seil, Umlenkrollen und Chokerketten, die Gefahren von Seilriss und Rückschlag sowie Standsicherheit und Wartung.

Eigenschaften: Sicheres Seilrücken, Anschlag- und Zugtechnik, Gefahr Seilriss/Rückschlag, Sachkundenachweis.

Verwendung: Holzrücken mit Seilwinde, Traktor und Rückefahrzeug, Klein- und Bauernwald.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Empfehlungen Seilwinde · Abschluss: Sachkunde-/Teilnahmenachweis

Stammfäule wald
Die Stammfäule ist eine durch Pilze verursachte Zersetzung des Holzes im Stamminneren. Bei der Stammfäule dringen holzzersetzende Pilze – oft über Wunden, Astabbrüche oder vom Wurzelbereich – in den Stamm ein und bauen das Holz von innen ab. Außen ist der Baum oft noch grün, innen jedoch hohl oder faul.

Eigenschaften: Pilzfäule im Stamminneren, Eintritt über Wunden/Wurzel, Baum außen grün, innen faul, Entwertet Holz, mindert Stabilität.

Verwendung: Baumkontrolle und Standsicherheit, Holzentwertung, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Restwandstärke in Zentimeter · Fäuleausmaß im Querschnitt

Stammumfang stammholz
Der Stammumfang ist der Umfang des Stammes, meist in Brusthöhe gemessen. Der Stammumfang wird mit einem Maßband rund um den Stamm gemessen, üblicherweise in 1,00 m oder 1,30 m Höhe. Er ist besonders in der Baumschule, im Garten- und Landschaftsbau (Baumqualität, Verkaufsmaß) und in Baumschutzsatzungen gebräuchlich, wo der Schutzstatus oft an einen Mindestumfang gekoppelt ist.

Eigenschaften: Umfang des Stammes, Meist in Brusthöhe, Maß in Baumschule/GaLaBau, Basis für Baumschutzsatzung.

Verwendung: Baumschule und GaLaBau, Baumschutzsatzung, Baumbewertung.

Maßeinheiten: Stammumfang in Zentimeter (cm) · Messhöhe 1,00 / 1,30 m

Umrechnung: Durchmesser = Stammumfang / π (Umfang in cm).

Stammwender stammholz
Ein Stammwender ist ein Hebelwerkzeug zum Anheben und Drehen liegender Stämme. Der Stammwender kombiniert einen Hebel mit einem Haken oder einer Kralle, um schwere Stämme anzuheben, zu drehen und vom Boden abzuheben – etwa um darunter durchzusägen, ohne die Kette in den Boden zu ziehen. Manche Ausführungen haben einen Fuß oder eine Rolle als Auflager für zusätzliche Hebelwirkung.

Eigenschaften: Hebelwerkzeug für Stämme, Anheben und Drehen, Hebt Stamm vom Boden ab, Erleichtert das Ablängen.

Verwendung: Stämme wenden und anheben, Ablängen ohne Bodenkontakt, Holzhandhabung.

Maßeinheiten: Hebellänge in Zentimeter · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Stammzahl wald
Die Stammzahl ist die Anzahl der Bäume je Flächeneinheit, meist je Hektar. Die Stammzahl (Bäume pro Hektar) beschreibt die Dichte eines Bestandes. Junge Bestände haben sehr hohe Stammzahlen (mehrere Tausend je Hektar), die durch Konkurrenz und Durchforstung im Laufe der Zeit stark abnehmen, bis im Endbestand nur noch wenige Hundert kräftige Bäume je Hektar stehen.

Eigenschaften: Bäume je Hektar, Hoch im Jungbestand, Sinkt durch Durchforstung, Steuert Konkurrenz und Stabilität.

Verwendung: Bestandespflege, Durchforstungsplanung, Stabilitätssteuerung.

Maßeinheiten: Stammzahl je Hektar (N/ha) · Sinkt mit dem Alter

Standfestigkeit wald
Die Standfestigkeit ist der Widerstand eines Baumes gegen das Umstürzen. Die Standfestigkeit (Standsicherheit) hängt von Wurzelsystem, Stammfuß, Bodenverhältnissen und der Windangriffsfläche der Krone ab. Ein gut verankerter Baum mit gesundem Wurzelwerk widersteht Sturm deutlich besser.

Eigenschaften: Widerstand gegen Umsturz, Abhängig von Wurzel und Boden, Windangriffsfläche der Krone, Zentrales Kontrollkriterium.

Verwendung: Verkehrssicherung, Baumkontrolle, Sturmvorsorge.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sicherheitskriterium · Beurteilung von Wurzel/Stammfuß

Standortkartierung wald
Die Standortkartierung erfasst und kartiert die Boden-, Wasser- und Klimaverhältnisse eines Waldstandortes. Bei der forstlichen Standortkartierung werden Boden, Nährstoff- und Wasserhaushalt, Relief und lokales Klima systematisch untersucht und in Karten dargestellt. Daraus ergeben sich Standortseinheiten, die zeigen, welche Baumarten wo standortgerecht und wüchsig sind.

Eigenschaften: Kartierung von Boden/Wasser/Klima, Bildet Standortseinheiten, Grundlage der Baumartenwahl, Wichtig für den Waldumbau.

Verwendung: Standortgerechte Baumartenwahl, Waldumbauplanung, Bewertung.

Maßeinheiten: Standortseinheiten · Bodenkennwerte (pH, Wasserhaushalt)

Stieleiche allgemein
Die Stieleiche (Quercus robur) ist eine heimische Eichenart mit gestielten Früchten und sehr dauerhaftem, wertvollem Holz. Die Stieleiche ist neben der Traubeneiche die wichtigste heimische Eiche. Kennzeichnend sind die lang gestielten Eicheln und die kurz gestielten Blätter. Sie wächst auch auf feuchten, schweren Böden und wird sehr alt.

Eigenschaften: Heimische Eichenart, Gestielte Eicheln, Sehr dauerhaftes Holz, Auch auf schweren, feuchten Böden.

Verwendung: Möbel und Furniere, Fass- und Wasserbau, Hochwertiges Brennholz.

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,2 kWh/kg · Rohdichte ca. 690 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Eiche (lufttrocken) ≈ 0,7 Fm; Heizwert nahe Buche.

Stockausschlag wald
Stockausschlag ist der Wiederaustrieb neuer Triebe aus dem Wurzelstock eines gefällten Laubbaums. Viele Laubbäume – etwa Eiche, Hainbuche, Esche, Weide, Robinie oder Hasel – treiben nach dem Fällen aus schlafenden Knospen am verbliebenen Stock (Wurzelstock) wieder aus. Diese vegetative Verjüngung liefert rasch neue Triebe und ist die Grundlage von Nieder- und Mittelwald.

Eigenschaften: Wiederaustrieb aus dem Stock, Vegetative Verjüngung, Basis von Nieder-/Mittelwald, Vor allem bei Laubholz.

Verwendung: Niederwald und Mittelwald, Energieholz/Kurzumtrieb, Schnelle Regeneration.

Maßeinheiten: Austrieb je Stock · Umtriebszeit im Niederwald kurz

Stockfäule wald
Die Stockfäule ist eine Fäule im Stammfuß- und Wurzelbereich (Stock) des Baumes. Die Stockfäule betrifft den unteren Stammabschnitt und den Wurzelstock. Sie wird von Pilzen wie Hallimasch oder Wurzelschwamm verursacht, die über Wurzeln und Stubben eindringen. Von unten steigt die Fäule oft in den Stamm auf.

Eigenschaften: Fäule im Stammfuß/Wurzelbereich, Durch Wurzel-/Stubbenpilze, Mindert Verankerung, Entwertet den Stammfuß.

Verwendung: Baumkontrolle, Standsicherheitsbeurteilung, Holzsortierung.

Maßeinheiten: Fäuleausmaß am Stammfuß · Restverankerung

Stockfräse stammholz
Stockfräse ist eine andere Bezeichnung für die Stubbenfräse zum Zerspanen von Baumstümpfen. Der Begriff Stockfräse ist gleichbedeutend mit Stubbenfräse: Beide bezeichnen ein Gerät, das den nach der Fällung verbleibenden Wurzelstock (Stock) mit einer rotierenden Hartmetall-Frässcheibe abträgt.

Eigenschaften: Synonym für Stubbenfräse, Zerspant den Wurzelstock, Rotierende Frässcheibe, Hand-, Anbau- oder Selbstfahrer.

Verwendung: Stubbenbeseitigung, Garten- und Landschaftsbau, Flächenräumung.

Maßeinheiten: Frästiefe in Zentimeter (cm) · Leistung in Kilowatt (kW)

Stockrodung wald
Stockrodung ist das vollständige Entfernen des Wurzelstocks (Stock) samt Wurzeln aus dem Boden. Bei der Stockrodung (Rodung) wird der nach der Fällung verbliebene Wurzelstock mitsamt den Hauptwurzeln aus dem Boden gehoben oder gerissen – mit Bagger, Rodegerät, Seilzug oder durch Fräsen (Stubbenfräse). Sie ist aufwendiger als das bloße Fällen und wird nötig, wenn die Fläche vollständig geräumt werden muss, etwa für Bau, Wegebau, Umbruch oder zur Bekämpfung von Wurzelfäulepilzen.

Eigenschaften: Vollständiges Entfernen des Wurzelstocks, Mit Bagger, Zug, Fräse, Für Bau/Umbruch/Pilzbekämpfung, Im Wald meist vermieden.

Verwendung: Flächenräumung und Bau, Wegebau, Pilzbekämpfung.

Maßeinheiten: Aufwand je Stock · Bezug: Flächenräumung

Stubbenfräse stammholz
Eine Stubbenfräse (Stockfräse) zerspant Baumstümpfe mit einem schnell rotierenden, mit Hartmetallzähnen bestückten Frässcheibe. Nach dem Fällen bleibt der Wurzelstock (Stubben, Stock) im Boden. Die Stubbenfräse trägt ihn mit einer rotierenden Frässcheibe schrittweise ab, meist bis einige Zentimeter unter die Erdoberfläche. Zurück bleibt ein Gemisch aus Frässpänen und Erde.

Eigenschaften: Zerspant Baumstümpfe, Rotierende Frässcheibe mit Hartmetall, Bis unter die Erdoberfläche, Hand-, Anbau- oder Selbstfahrer.

Verwendung: Stubbenbeseitigung nach Fällung, Garten- und Landschaftsbau, Wegebau und Flächenräumung.

Maßeinheiten: Frästiefe in Zentimeter (cm) · Leistung in Kilowatt (kW)

Sturmschaden wald
Ein Sturmschaden ist ein Schaden im Wald durch Windwurf oder Windbruch nach schweren Stürmen. Bei Sturmschäden werden Bäume entwurzelt (Windwurf) oder brechen im Stamm und in der Krone (Windbruch). Betroffen sind besonders Flachwurzler und Reinbestände. Große Sturmschäden führen zu Kalamitäten mit viel Schadholz.

Eigenschaften: Schaden durch Sturm, Windwurf und Windbruch, Viel Schadholz möglich, Flachwurzler stärker betroffen.

Verwendung: Kalamitätsaufarbeitung, Forstschutz, Brennholz (günstig).

Maßeinheiten: Schadfläche in Hektar · Schadholz in Festmeter

Umrechnung: 1 Fm Sturmholz = ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

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Taschenkeil stammholz
Ein Taschenkeil ist ein Fällkeil, der beim Fällen die Schnittfuge offen hält und den Baum in Fällrichtung drückt. Beim Fällen wird ein Keil in den Fällschnitt getrieben, um die Schnittfuge offen zu halten (verhindert das Einklemmen der Schiene) und den Baum kontrolliert in die gewünschte Fällrichtung zu kippen. Taschenkeile bestehen meist aus schlagzähem Kunststoff oder Aluminium und haben eine geriffelte Oberfläche gegen Herausspringen.

Eigenschaften: Fällkeil für die Schnittfuge, Hält die Fuge offen, Drückt in Fällrichtung, Meist Kunststoff/Alu.

Verwendung: Baumfällung, Fällrichtung sichern, Schutz der Schiene.

Maßeinheiten: Keillänge in Zentimeter · Material: Kunststoff/Alu

Teleskoplader-Ausbildung ausbildung
Die Teleskoplader-Ausbildung qualifiziert zum sicheren Bedienen von Teleskopladern beim Heben und Umschlagen. Teleskoplader vereinen Radlader und Kran: Mit ausfahrbarem Teleskoparm heben und stapeln sie Lasten in die Höhe – etwa Holz, Ballen oder Paletten. Die Ausbildung nach DGUV-Grundsatz 308-009 vermittelt Traglastdiagramme, Standsicherheit, Anschlagen von Lasten und sicheres Arbeiten mit Anbaugeräten.

Eigenschaften: Bedienung von Teleskopladern, Nach DGUV 308-009, Heben und Stapeln in die Höhe, Traglastdiagramme beachten.

Verwendung: Material- und Holzumschlag, Landwirtschaft und GaLaBau, Höhenumschlag.

Maßeinheiten: Grundlage: DGUV-Grundsatz 308-009 · Abschluss: Teleskopladerschein

Terrainpflege wald
Terrainpflege ist die Pflege von Grün- und Freiflächen wie Böschungen, Wegrändern und Geländeflächen. Zur Terrainpflege gehören das Mähen und Mulchen von Böschungen und Wegrändern, das Freihalten von Sichtachsen und Flächen sowie die Pflege schwer zugänglicher Geländeabschnitte. Sie erhält die Nutzbarkeit, Sicherheit und das Erscheinungsbild von Flächen.

Eigenschaften: Pflege von Grün- und Freiflächen, Böschungen und Wegränder, Mähen und Mulchen, Auch schwieriges Gelände.

Verwendung: Wege- und Böschungspflege, Landschaftspflege, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Pflegeleistung · Fläche in m² oder Hektar

Tiefwurzler wald
Ein Tiefwurzler ist ein Baum, der eine kräftige, tief reichende Pfahlwurzel ausbildet. Tiefwurzler (Pfahlwurzler) wie Eiche, Tanne, Kiefer und Ulme treiben eine oder mehrere Hauptwurzeln senkrecht tief in den Boden. Diese tiefe Verankerung macht sie besonders sturmstabil und trockenheitstolerant, da sie Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen können.

Eigenschaften: Tiefe Pfahlwurzel, z. B. Eiche, Tanne, Kiefer, Sturmstabil und trockentolerant, Braucht tiefgründigen Boden.

Verwendung: Standortwahl und Waldbau, Klimaanpassung, Stabilitätsbeurteilung.

Maßeinheiten: Wurzeltiefe hoch · Wurzeltyp: Tiefwurzler/Pfahlwurzler

Totholz wald
Totholz ist abgestorbenes Holz an oder unter Bäumen und hat eine hohe ökologische Bedeutung. Totholz umfasst stehende abgestorbene Bäume, tote Äste und am Boden liegendes Holz. Es ist Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten, Pilze, Vögel und Kleinlebewesen und treibt den Nährstoffkreislauf an.

Eigenschaften: Abgestorbenes Holz, Stehend oder liegend, Wichtiger Lebensraum, Fördert die Artenvielfalt.

Verwendung: Waldnaturschutz, Biotopgestaltung, Nährstoffkreislauf.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß – Naturschutzwert · Totholzanteil je Hektar

Totholzanteil wald
Der Totholzanteil ist die Menge an abgestorbenem Holz je Fläche und ein wichtiger Indikator für die Naturnähe eines Waldes. Der Totholzanteil erfasst stehendes und liegendes Totholz (abgestorbene Bäume, Stämme, starke Äste) im Bestand, meist in Kubikmetern je Hektar. Totholz ist Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Arten – Käfer, Pilze, Spechte, Fledermäuse – und ein Schlüsselelement der Waldbiodiversität sowie des Nährstoffkreislaufs.

Eigenschaften: Menge Totholz je Fläche, Stehend und liegend, Indikator für Naturnähe, Lebensraum vieler Arten.

Verwendung: Naturschutz und Biodiversität, Naturnaher Waldbau, Zustandsbewertung.

Maßeinheiten: Totholzvorrat in m³/ha · Stehend/liegend getrennt

Tragsicherheit wald
Die Tragsicherheit ist die Fähigkeit eines Baumes oder Astes, Lasten dauerhaft ohne Bruch zu tragen. Die Tragsicherheit (Bruchsicherheit) beschreibt, ob Stamm und Äste den Belastungen durch Eigengewicht, Wind, Schnee und Laub standhalten. Sie hängt von Holzqualität, Fäule, Rissen, Astanbindungen und der Kronenstatik ab.

Eigenschaften: Belastbarkeit ohne Bruch, Von Stamm und Ästen, Abhängig von Holzqualität und Statik, Teil der Verkehrssicherheit.

Verwendung: Verkehrssicherung, Baumkontrolle, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sicherheitskriterium · Beurteilung der Bruchsicherheit

Traktor-Ausbildung ausbildung
Die Traktor-Ausbildung vermittelt das sichere Führen von Traktoren mit forst- und landwirtschaftlichen Anbaugeräten. Traktoren (Schlepper) sind in Forst, Landwirtschaft und GaLaBau universelle Zugmaschinen für Anbaugeräte wie Seilwinde, Rückewagen, Häcksler oder Mulcher. Die Ausbildung umfasst das sichere Fahren im Gelände, den An- und Abbau sowie Betrieb von Geräten, Zapfwellensicherheit, Ladungssicherung und Wartung.

Eigenschaften: Sicheres Führen von Traktoren, Betrieb von Anbaugeräten, Zapfwellensicherheit, Straße: Klasse L/T.

Verwendung: Forst- und Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau, Betrieb von Anbaugeräten.

Maßeinheiten: Straße: Führerschein L oder T · Betrieb: Unterweisung + Praxis

Traubeneiche allgemein
Die Traubeneiche (Quercus petraea) ist eine heimische Eichenart mit traubig sitzenden Eicheln und sehr wertvollem, dauerhaftem Holz. Die Traubeneiche ist neben der Stieleiche die wichtigste heimische Eiche. Ihre Eicheln sitzen fast stiellos in Trauben, die Blätter sind lang gestielt. Sie bevorzugt gegenüber der Stieleiche eher trockenere, gut durchlüftete Böden und gilt als klimarobust.

Eigenschaften: Heimische Eichenart, Traubig sitzende Eicheln, Bevorzugt trockenere Böden, Klimarobust.

Verwendung: Möbel und Furniere, Fass- und Außenbau, Hochwertiges Brennholz.

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,2 kWh/kg · Rohdichte ca. 690 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Eiche (lufttrocken) ≈ 0,7 Fm; Heizwert nahe Buche.

Trennschnitt stammholz
Der Trennschnitt ist ein Sägeschnitt, der ein Holzstück vollständig durchtrennt. Als Trennschnitt bezeichnet man das vollständige Durchsägen eines Stammes oder Astes, etwa beim Ablängen von liegendem Holz oder beim Aufarbeiten. Im Gegensatz dazu stehen der Fällschnitt (mit stehen bleibender Bruchleiste) und Entlastungsschnitte, die das Holz nicht ganz durchtrennen.

Eigenschaften: Vollständig durchtrennender Schnitt, Beim Ablängen/Aufarbeiten, Gegensatz: Fällschnitt mit Bruchleiste, Auf Spannungen achten.

Verwendung: Ablängen und Aufarbeiten, Brennholzaufarbeitung, Fälltechnik.

Maßeinheiten: Schnitttiefe = ganzer Querschnitt · Bezug: Fälltechnik

U

Überhälter wald
Ein Überhälter ist ein einzelner alter Baum, der über den jungen Folgebestand hinaus stehen gelassen wird. Überhälter sind Bäume des Altbestandes, die bei der Verjüngung bewusst nicht mitgeerntet, sondern über die junge Nachfolgegeneration hinweg stehen gelassen werden. Sie können weiter an Wert (Starkholz) zulegen, dienen der Beschattung und Samenlieferung oder werden als Habitat- und Biotopbäume dauerhaft erhalten.

Eigenschaften: Alter Baum über dem Jungbestand, Bewusst stehen gelassen, Wertzuwachs, Samen, Habitat, Prägt den Mittelwald.

Verwendung: Wertholz-Einzelbäume, Struktur- und Habitatanreicherung, Mittelwald.

Maßeinheiten: Anzahl Überhälter je Hektar · BHD in Zentimeter

Umsturzgefahr wald
Umsturzgefahr ist die Gefahr, dass ein Baum durch mangelnde Standsicherheit umkippt. Umsturzgefahr entsteht, wenn die Verankerung im Boden nicht mehr ausreicht – etwa durch Wurzelschäden, Wurzelfäule, aufgeweichten Boden oder starke einseitige Neigung. Der Baum kippt dann samt Wurzelteller um.

Eigenschaften: Gefahr des Umkippens, Durch mangelnde Standsicherheit, Wurzelschäden und Neigung, Zentrales Kontrollkriterium.

Verwendung: Verkehrssicherung, Baumkontrolle, Sturmvorsorge.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sicherheitsbeurteilung · Beurteilung von Wurzel/Neigung

Umtriebszeit wald
Die Umtriebszeit ist die geplante Zeitspanne von der Bestandesbegründung bis zur Endnutzung. Die Umtriebszeit (Produktionszeitraum) gibt an, wie viele Jahre ein Bestand von der Begründung bis zur Ernte heranwächst. Sie richtet sich nach Baumart, Standortgüte (Ertragsklasse), Zieldimension und betrieblichen Zielen und reicht von wenigen Jahrzehnten (Nieder-/Kurzumtrieb) bis über 200 Jahre (Eiche im Hochwald).

Eigenschaften: Zeit von Begründung bis Ernte, Baumart- und standortabhängig, Von Jahrzehnten bis 200+ Jahre, Steuert Holzstärke und Wert.

Verwendung: Nutzungsplanung, Forsteinrichtung, Wertholzstrategie.

Maßeinheiten: Umtriebszeit in Jahren · Je Baumart verschieden

Umweltgutachten wald
Ein Umweltgutachten ist die fachliche Bewertung von Umwelteinflüssen, etwa bei Bau- und Eingriffsvorhaben. Umweltgutachten untersuchen die Auswirkungen von Vorhaben auf Boden, Wasser, Luft, Klima, Arten und Lebensräume. Im Wald- und Landschaftsbereich betreffen sie etwa Rodungen, Bauprojekte oder Eingriffe in geschützte Biotope.

Eigenschaften: Bewertung von Umwelteinflüssen, Boden, Wasser, Arten, Klima, Bei Eingriffen und Bauvorhaben, Von Sachverständigen.

Verwendung: Genehmigungsverfahren, Eingriffsregelung, Naturschutz.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Fachdokument · Bewertung je Vorhaben

Unterwuchs stammholz
Unterwuchs ist die Vegetation unterhalb des Kronendachs eines Waldes – junge Bäume, Sträucher und Kräuter. Der Unterwuchs wächst im Schatten der großen Bäume und umfasst Naturverjüngung, Sträucher und krautige Pflanzen. Er ist wichtig für Struktur, Artenvielfalt und die künftige Bestandsentwicklung.

Eigenschaften: Vegetation unter dem Kronendach, Junge Bäume, Sträucher, Kräuter, Wichtig für Struktur und Vielfalt, Teils gefördert, teils gepflegt.

Verwendung: Naturverjüngung, Waldpflege, Artenschutz.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Bewuchsdichte je Fläche

V

Verbiss wald
Verbiss ist der Schaden, den Wild durch das Abfressen von Knospen und Trieben junger Bäume verursacht. Rehe, Rotwild und Hasen fressen an Knospen, Trieben und Rinde junger Bäume. Besonders der Verbiss des Leittriebs verzögert oder verhindert das Aufwachsen der Verjüngung und kann bevorzugt verbissene Baumarten (z. B. Tanne, Eiche, Edellaubholz) ganz aus dem Bestand verdrängen.

Eigenschaften: Wildschaden an Jungbäumen, Abfressen von Knospen/Trieben, Verdrängt empfindliche Arten, Hemmt den Waldumbau.

Verwendung: Waldschutz und Verjüngung, Wildmanagement, Waldumbau.

Maßeinheiten: Verbissprozent je Baumart · Erhebung im Verbissgutachten

Verbissschutz wald
Verbissschutz umfasst Maßnahmen, die junge Bäume vor dem Verbiss durch Wild schützen. Zum Verbissschutz zählen mechanische Einzelschutzmaßnahmen (Wuchshüllen, Drahthosen, Fege- und Verbissschutzmanschetten), flächige Zäunung sowie chemische Verbissschutzmittel, die auf die Leittriebe aufgetragen werden und den Geschmack verändern.

Eigenschaften: Schutz junger Bäume vor Verbiss, Einzelschutz, Zaun, Streichmittel, Sichert die Verjüngung, Ergänzt die Bejagung.

Verwendung: Waldumbau und Aufforstung, Schutz von Mischbaumarten, Garten- und Obstgehölze.

Maßeinheiten: Kosten je geschützter Pflanze · Wirkdauer je Verfahren

Verjüngung wald
Verjüngung ist die Erneuerung eines Waldbestandes durch junge Bäume – natürlich oder durch Pflanzung. Bei der Verjüngung wächst unter oder nach dem Altbestand eine neue Baumgeneration heran. Sie erfolgt als Naturverjüngung aus Samen der vorhandenen Bäume oder als künstliche Verjüngung durch Pflanzung und Saat.

Eigenschaften: Erneuerung des Bestandes, Natürlich oder gepflanzt, Neue Baumgeneration, Sichert Waldkontinuität.

Verwendung: Waldbau, Bestandserneuerung, Klimastabile Wälder.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Verjüngung je Fläche

Verkehrssicherheit wald
Verkehrssicherheit bezeichnet den sicheren Zustand eines Baumes oder Geländes, von dem keine Gefahr für Personen oder Sachen ausgeht. Aus der Verkehrssicherungspflicht ergibt sich, dass Baumbesitzer für die Sicherheit ihrer Bäume sorgen müssen. Ein verkehrssicherer Baum weist keine akuten Stand- oder Bruchgefahren auf, die Menschen an Wegen, Straßen oder Plätzen gefährden könnten.

Eigenschaften: Sicherer Zustand ohne Gefahr, Ergibt sich aus der Sicherungspflicht, Beurteilt bei der Baumkontrolle, Grundlage für Maßnahmen.

Verwendung: Baumkontrolle, Baumpflege, Kommunale Bäume.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Sicherheitszustand · Kontrollintervalle je Baum

Vitalität wald
Vitalität ist der Gesundheitszustand und die Wachstumskraft eines Baumes. Ein vitaler Baum hat eine dichte, gut belaubte Krone, gesunden Zuwachs und eine intakte Rinde. Die Vitalität hängt von Standort, Wasserversorgung, Alter sowie von Krankheiten und Schädlingen ab.

Eigenschaften: Gesundheit und Wachstumskraft, Dichte, belaubte Krone, Abhängig von Standort und Alter, Zentrales Beurteilungsmerkmal.

Verwendung: Baumkontrolle, Baumpflege, Waldbau.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Zustandsbeurteilung · Kronenzustand, Zuwachs

Vollbaum stammholz
Vollbaum bezeichnet den ganzen oberirdischen Baum einschließlich Stamm, Ästen und Reisig als Erntegut. Bei der Vollbaumnutzung (Vollbaumverfahren) wird der gesamte oberirdische Baum – Stamm, Äste, Zweige und teils Nadeln/Blätter – geerntet und verwertet, meist zu Energieholz (Hackschnitzel). Im Gegensatz dazu belässt die Stammholz- oder Baumverfahren-Ernte einen Teil des Astmaterials (Schlagabraum) auf der Fläche.

Eigenschaften: Ganzer oberirdischer Baum als Erntegut, Stamm + Äste + Reisig, Meist für Energieholz, Entzieht viele Nährstoffe.

Verwendung: Energieholzgewinnung, Hackschnitzelproduktion, Erntplanung.

Maßeinheiten: Menge in Festmeter/Schüttraummeter · Nährstoffentzug beachten

Voranbau wald
Voranbau ist die Pflanzung neuer Bäume unter einem bestehenden Altbestand zur Vorbereitung der Verjüngung. Beim Voranbau werden schattentolerante Baumarten wie Buche oder Tanne unter das lichte Kronendach eines Altbestandes gepflanzt. Die jungen Bäume wachsen im geschützten Bestandesklima heran, bevor der Altbestand allmählich entnommen wird.

Eigenschaften: Pflanzung unter Altbestand, Schattentolerante Arten, Geschütztes Bestandesklima, Bereitet die Verjüngung vor.

Verwendung: Waldumbau, Klimastabile Mischbestände, Naturnaher Waldbau.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Pflanzenzahl je Hektar

Vorhieb wald
Ein Vorhieb ist ein vorbereitender Einschlag, der einer Hauptnutzung oder Verjüngung vorausgeht. Der Vorhieb (vorbereitender Hieb) lockert den Bestand gezielt auf, bevor die eigentliche Verjüngung oder Endnutzung erfolgt. Er kann die verbleibenden Bäume stabilisieren, Licht für die anstehende Verjüngung schaffen (Vorbereitungs-/Samenschlag) oder minderwertige und bedrängende Bäume vorab entnehmen.

Eigenschaften: Vorbereitender Einschlag, Vor Verjüngung/Endnutzung, Schafft Licht/Stabilität, Teil des Schirmschlags.

Verwendung: Verjüngungsvorbereitung, Schirmschlag, Bestandesstabilisierung.

Maßeinheiten: Entnahme in Efm/ha · Bezug: Verjüngungsverfahren

Vorlieferant stammholz
Ein Vorlieferant ist in der Holzkette der Betrieb, der Holz an die nächste Verarbeitungsstufe liefert. In der Holz-Lieferkette bezeichnet der Vorlieferant die vorgelagerte Quelle des Holzes – etwa der Waldbesitzer oder Forstbetrieb, der Rundholz an ein Sägewerk liefert, oder das Sägewerk, das Schnittholz an die weiterverarbeitende Industrie liefert. Der Begriff verortet einen Betrieb in der Wertschöpfungskette „Wald – Säge – Industrie – Handel".

Eigenschaften: Vorgelagerter Holzlieferant, In der Holz-Lieferkette, Wald → Säge → Industrie, Wichtig für Rückverfolgbarkeit.

Verwendung: Holzhandel und -logistik, Rückverfolgbarkeit, Zertifizierung (CoC).

Maßeinheiten: Kein Messmaß – Kettenbegriff · Bezug: Wertschöpfungskette

Vorwald wald
Ein Vorwald ist ein rasch wachsender Pionierbestand, der die Etablierung des eigentlichen Zielbestandes vorbereitet. Auf Freiflächen, Kahlschlägen oder Kalamitätsflächen begründet man mit lichtbedürftigen Pionierbaumarten (z. B. Birke, Erle, Pappel, Aspe) einen Vorwald. Er schafft rasch ein günstiges Waldinnenklima, schützt den Boden und die empfindlichen Zielbaumarten, die unter seinem Schirm nachwachsen.

Eigenschaften: Rasch wachsender Pionierbestand, Aus Pionierbaumarten, Schützt den Zielbestand, Instrument des Waldumbaus.

Verwendung: Wiederbewaldung von Freiflächen, Waldumbau, Kalamitätsflächen.

Maßeinheiten: Begründung auf Freifläche · Standzeit einige Jahrzehnte

W

Waldarbeiter ausbildung
Der Waldarbeiter ist die praxisnahe Bezeichnung für Fachkräfte, die körperliche Arbeiten im Wald ausführen. Waldarbeiter führen Holzernte, Pflanzung, Kulturpflege, Wegebau und Waldschutzarbeiten aus. Die moderne, anerkannte Berufsbezeichnung ist Forstwirt; „Waldarbeiter" wird umgangssprachlich und historisch verwendet.

Eigenschaften: Praktische Waldarbeitskraft, Heute: Forstwirt, Holzernte und Waldpflege, Mit Motorsägenschein.

Verwendung: Forstbetriebe und Forstämter, Holzernte und Pflanzung, Forstliche Dienstleister.

Maßeinheiten: Anerkannter Beruf: Forstwirt (3 Jahre) · Voraussetzung: Motorsägenlehrgang

Waldbau wald
Waldbau ist die Planung, Begründung, Pflege und Entwicklung von Waldbeständen. Der Waldbau steuert den Wald von der Verjüngung über Pflege und Durchforstung bis zur Ernte. Ziel sind stabile, produktive und standortgerechte Bestände, die Holz liefern und zugleich Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen.

Eigenschaften: Planung und Entwicklung von Beständen, Verjüngung bis Ernte, Standortgerechte Bestände, Naturnah und klimastabil.

Verwendung: Waldbewirtschaftung, Waldumbau, Bestandspflege.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Nutzung am Zuwachs

Waldbrand wald
Ein Waldbrand ist ein unkontrolliertes Feuer im Wald, das Vegetation, Boden und Bestände schädigt. Waldbrände entstehen bei trockener, heißer Witterung, wenn eine Zündquelle auf brennbare Vegetation trifft. Die meisten Waldbrände in Mitteleuropa sind menschlich verursacht (Fahrlässigkeit, Funkenflug, Brandstiftung). Man unterscheidet Boden-, Lauf- und Kronenfeuer; besonders kiefern- und nadelholzreiche Bestände auf trockenen Standorten sind gefährdet.

Eigenschaften: Unkontrolliertes Feuer im Wald, Bei Trockenheit/Hitze, Meist menschlich verursacht, Boden-, Lauf- und Kronenfeuer.

Verwendung: Waldschutz und Katastrophenschutz, Prävention und Bekämpfung, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Brandfläche in Hektar · Waldbrandstufen 1–5

Waldbrandfrüherkennung wald
Waldbrandfrüherkennung umfasst Systeme und Methoden, um Waldbrände möglichst frühzeitig zu entdecken. Zur Waldbrandfrüherkennung zählen automatische Kamera- und Sensorsysteme (Rauch- und Wärmeerkennung auf Türmen und Masten), Satelliten- und Luftüberwachung, Feuerwachtürme mit Beobachtern sowie zunehmend KI-gestützte Bildauswertung. Ergänzt werden sie durch Meldungen von Waldbesuchern und die Beobachtung der Waldbrandstufen.

Eigenschaften: Frühzeitige Entdeckung von Bränden, Kamera-/Sensorsysteme, Satelliten, Türme und KI-Bildauswertung, Schlüssel der Brandbekämpfung.

Verwendung: Waldbrandschutz, Katastrophenschutz, Überwachung.

Maßeinheiten: Bezug: Waldbrandstufen · Reaktionszeit in Minuten

Waldbrandgefahr wald
Die Waldbrandgefahr beschreibt das Risiko, dass in einem Waldgebiet ein Brand entsteht und sich ausbreitet. Die Waldbrandgefahr hängt von Witterung (Trockenheit, Hitze, Wind), Brennstoff (trockene Vegetation, Streu, Reisig), Baumart (kiefern- und nadelholzreiche Bestände sind anfälliger) und menschlicher Aktivität ab. Die meisten Waldbrände in Mitteleuropa werden vom Menschen verursacht – durch Fahrlässigkeit, Funkenflug oder Brandstiftung.

Eigenschaften: Risiko von Waldbrand-Entstehung/-Ausbreitung, Von Witterung/Brennstoff/Mensch abhängig, Nadelwälder anfälliger, Meist menschlich verursacht.

Verwendung: Waldschutz und Prävention, Verhaltensregeln, Gefahrenwarnung.

Maßeinheiten: Waldbrandgefahrenindex (Stufen 1–5) · Witterungsabhängig

Waldbrandprävention wald
Waldbrandprävention umfasst alle vorbeugenden Maßnahmen, um Waldbrände zu verhindern und ihre Ausbreitung zu begrenzen. Zur Waldbrandprävention gehören bauliche und waldbauliche Maßnahmen (Waldbrandschutzstreifen, Löschwasserentnahmestellen, laubholzreiche Mischbestände, Wegenetz), Überwachung (Feuerwachtürme, Sensor- und Kamerasysteme, Warnstufen) sowie Aufklärung und Verhaltensregeln für Waldbesucher.

Eigenschaften: Vorbeugende Maßnahmen gegen Waldbrand, Schutzstreifen, Löschwasser, Überwachung, Mischbestände und Aufklärung, Früh entdecken, schnell bekämpfen.

Verwendung: Waldschutz, Katastrophenschutz, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Bezug: Waldbrandstufen 1–5 · Maßnahmen je Gefahrenlage

Waldbrandstufe wald
Die Waldbrandstufe ist eine Warnstufe, die die aktuelle Waldbrandgefahr in einer Region angibt. Der Deutsche Wetterdienst berechnet aus Wetterdaten den Waldbrandgefahrenindex (WBI) und gibt ihn in fünf Waldbrandstufen aus: Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). Die Stufen werden regional veröffentlicht und dienen Behörden, Forstverwaltungen und Waldbesuchern als Orientierung.

Eigenschaften: Warnstufe der Waldbrandgefahr, Fünf Stufen (1 gering – 5 sehr hoch), Vom DWD aus Wetterdaten, Regional veröffentlicht.

Verwendung: Gefahrenwarnung, Behördliche Maßnahmen, Verhalten im Wald.

Maßeinheiten: Waldbrandstufen 1–5 (WBI) · Aktualisierung täglich

Waldkalkung wald
Die Waldkalkung ist das Ausbringen von Kalk im Wald, um versauerte Böden zu stabilisieren. Durch jahrzehntelange Säureeinträge (u. a. aus der Luft) sind viele Waldböden versauert. Bei der Waldkalkung wird kohlensaurer Magnesiumkalk (meist per Hubschrauber oder Streufahrzeug) ausgebracht, um den pH-Wert anzuheben, die Nährstoffverfügbarkeit zu verbessern und das Bodenleben sowie die Wurzelgesundheit zu fördern.

Eigenschaften: Kalkausbringung im Wald, Gegen Bodenversauerung, Hebt pH und Nährstoffverfügbarkeit, Bodenschutzmaßnahme.

Verwendung: Bodenschutz, Regeneration versauerter Böden, Standortpflege.

Maßeinheiten: Kalkmenge in Tonnen/Hektar · pH-Wert des Bodens

Waldschaden wald
Ein Waldschaden ist eine Schädigung des Waldes durch biotische oder abiotische Einflüsse. Zu den Waldschäden zählen abiotische Schäden (Sturm, Schnee, Eis, Dürre, Hitze, Feuer, Immissionen) und biotische Schäden (Insekten wie Borkenkäfer, Pilze, Wild). Sie reichen von Einzelbaumschäden bis zu großflächigen Kalamitäten und beeinträchtigen Vitalität, Stabilität, Ertrag und Schutzfunktionen des Waldes.

Eigenschaften: Schädigung des Waldes, Abiotisch (Sturm/Dürre/Feuer) + biotisch (Käfer/Pilze/Wild), Einzelbaum bis Kalamität, Klimabedingt zunehmend.

Verwendung: Waldschutz und Monitoring, Schadensmanagement, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Schadfläche in Hektar · Schadholz in Festmeter

Waldschutz wald
Waldschutz umfasst alle Maßnahmen zur Vorbeugung und Abwehr von Schäden am Wald. Der Waldschutz bewahrt den Wald vor biotischen Schäden (Insekten, Pilze, Wild) und abiotischen Schäden (Sturm, Schnee, Dürre, Feuer). Dazu gehören Überwachung (Monitoring), Vorbeugung (stabile Mischbestände, Waldhygiene), rasche Aufarbeitung von Schadholz sowie – wo nötig – gezielte Bekämpfung von Schadorganismen.

Eigenschaften: Vorbeugung und Abwehr von Waldschäden, Biotisch (Käfer/Pilze/Wild) + abiotisch (Sturm/Feuer), Monitoring, Vorbeugung, Bekämpfung, Daueraufgabe im Klimawandel.

Verwendung: Forstbetrieb und -verwaltung, Schadensmanagement, Klimaanpassung.

Maßeinheiten: Schadholz in Festmeter · Befalls-/Schadflächen in Hektar

Waldschutzgebiet wald
Ein Waldschutzgebiet ist ein Waldbereich mit besonderem rechtlichem Schutzstatus für Natur, Ressourcen oder Erholung. Unter Waldschutzgebiet fasst man Wälder mit besonderem Schutzstatus zusammen – etwa Naturwaldreservate, Bannwälder, Naturschutz- und FFH-Gebiete im Wald, Nationalparke oder Schonwälder. Je nach Kategorie ist die Nutzung eingeschränkt oder ganz untersagt, um Lebensräume, Arten, Böden, Wasser oder Erholung zu sichern.

Eigenschaften: Wald mit rechtlichem Schutzstatus, Naturwald, Bannwald, NSG, FFH u. a., Nutzung eingeschränkt/untersagt, Schützt Natur/Ressourcen/Erholung.

Verwendung: Naturschutz, Prozessschutz, Biotopvernetzung.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar · Schutzstatus nach Recht

Waldumbau wald
Waldumbau ist der planmäßige Umbau instabiler Reinbestände in klimastabile, standortgerechte Mischwälder. Viele Wälder bestehen aus gleichaltrigen Nadelholz-Reinbeständen, die anfällig für Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer sind. Beim Waldumbau werden sie schrittweise in strukturreiche Mischwälder aus mehreren, dem Standort und dem Klimawandel angepassten Baumarten überführt.

Eigenschaften: Umbau zu Mischwald, Weg vom Nadelholz-Reinbestand, Klimastabil und standortgerecht, Über Verjüngung und Pflanzung.

Verwendung: Klimaanpassung, Risikostreuung, Naturnahe Waldwirtschaft.

Maßeinheiten: Fläche in Hektar (ha) · Zeitraum in Jahrzehnten

Weiserfläche wald
Eine Weiserfläche ist eine markierte Vergleichsfläche, die den Zustand oder die Entwicklung des Waldes anzeigt. Weiserflächen sind dauerhaft eingerichtete Beobachtungs- und Vergleichsflächen, die als „Zeiger" (Weiser) dienen. Verbreitet sind Verbiss-Weiserflächen (gezäunt vs. ungezäunt), an denen sich der Einfluss des Wildverbisses auf die Verjüngung ablesen lässt, sowie Weiserflächen für Zuwachs, Pflegewirkung oder Waldzustand.

Eigenschaften: Markierte Vergleichs-/Zeigerfläche, z. B. gezäunt vs. ungezäunt, Zeigt Verbiss/Zuwachs/Zustand, Grundlage für Entscheidungen.

Verwendung: Wildmanagement (Verbiss), Monitoring, Pflegekontrolle.

Maßeinheiten: Fläche in Ar/Hektar · Vergleich behandelt/unbehandelt

Weißtanne allgemein
Die Weißtanne (Abies alba) ist eine heimische Nadelbaumart mit tiefem Wurzelsystem und wertvollem, harzfreiem Holz. Die Weißtanne ist die einzige heimische Tannenart und ein wichtiger Baum des Waldumbaus: Ihr tiefes Herzwurzelsystem macht sie sturmfester und trockenheitstoleranter als die Fichte. Ihr helles, harzfreies Holz ähnelt dem der Fichte und wird als Bau- und Konstruktionsholz genutzt.

Eigenschaften: Heimische Tannenart, Tiefes Herzwurzelsystem, Helles, harzfreies Holz, Sturm- und trockenheitstolerant.

Verwendung: Bau- und Konstruktionsholz, Waldumbau, Brennholz (mittel).

Maßeinheiten: Heizwert ca. 4,0 kWh/kg · Rohdichte ca. 410 kg/m³

Umrechnung: 1 Rm Tanne ≈ 0,7 Fm; Heizwert unter Buche.

Wendehaken stammholz
Ein Wendehaken ist ein Handwerkzeug mit beweglichem Haken zum Drehen und Wenden von Stämmen. Der Wendehaken besteht aus einem Stiel und einem beweglich gelagerten, spitzen Haken, der sich beim Ziehen in den Stamm krallt. Damit lassen sich liegende Stämme rollen, wenden und ausrichten – etwa um die Unterseite abzulängen oder das Holz zu sortieren.

Eigenschaften: Handwerkzeug mit beweglichem Haken, Dreht und wendet Stämme, Nutzt Hebelwirkung, Schont den Rücken.

Verwendung: Stämme wenden und rollen, Ablängen der Unterseite, Holz sortieren.

Maßeinheiten: Stiellänge in Zentimeter · Als Handwerkzeug ohne Volumenmaß

Wertastung wald
Wertastung ist die gezielte Astung hochwertiger Zukunftsbäume zur Erzeugung von astfreiem Wertholz. Bei der Wertastung werden an ausgewählten Qualitäts- bzw. Z-Bäumen die unteren Äste frühzeitig und fachgerecht entfernt. So bildet der Stamm im weiteren Wachstum astfreies, besonders wertvolles Holz, das sich zu Furnier und hochwertigem Schnittholz verarbeiten lässt.

Eigenschaften: Astung von Zukunftsbäumen, Frühzeitig und fachgerecht, Erzeugt astfreies Wertholz, Nur wenige Bäume je Fläche.

Verwendung: Wertholzproduktion, Waldbau, Z-Baum-Pflege.

Maßeinheiten: Astungshöhe: oft bis ca. 6 m · Kein Handelsmaß

Wildschaden wald
Ein Wildschaden ist ein durch Wild verursachter Schaden an Wald, Verjüngung oder landwirtschaftlichen Kulturen. Zu den Wildschäden im Wald zählen vor allem Verbiss (Abfressen von Knospen und Trieben), Fegen und Schlagen (Verletzen der Rinde durch das Geweih) sowie Schälen (Abziehen der Rinde, besonders durch Rotwild). Sie hemmen die Verjüngung, verletzen Bäume, öffnen Eintrittspforten für Fäule und mindern Stabilität und Wert.

Eigenschaften: Schaden durch Wild, Verbiss, Fegen, Schälen, Hemmt Verjüngung, mindert Wert, Ersatzpflicht möglich.

Verwendung: Waldschutz und Verjüngung, Wildmanagement, Waldumbau.

Maßeinheiten: Verbissprozent, Schäl-/Fegeschäden · Erhebung im Gutachten

Wildschutzzaun wald
Ein Wildschutzzaun ist eine Umzäunung, die Wild von Verjüngungs- und Kulturflächen fernhält. Wildschutzzäune (Forstzäune) aus Knotengeflecht oder Drahtgitter umschließen Aufforstungs- und Verjüngungsflächen, damit Rehe, Rotwild oder Hasen die jungen Bäume nicht verbeißen. Die Höhe richtet sich nach der Wildart (z. B. höher für Rotwild).

Eigenschaften: Umzäunung gegen Wildverbiss, Knotengeflecht/Drahtgitter, Höhe je Wildart, Zuverlässig, aber teuer.

Verwendung: Aufforstungs- und Verjüngungsflächen, Waldumbau, Schutz empfindlicher Kulturen.

Maßeinheiten: Zaunhöhe je Wildart in Meter · Länge in laufenden Metern

Windwurf stammholz
Windwurf ist durch Sturm entwurzeltes Holz, bei dem Bäume mitsamt dem Wurzelteller umgeworfen werden. Beim Windwurf drückt der Sturm ganze Bäume samt Wurzelteller um. Die geworfenen Stämme stehen oft unter starker Spannung, und aufgestellte Wurzelteller können zurückschlagen – die Aufarbeitung ist hochgefährlich.

Eigenschaften: Sturmbedingter Wurf, Baum samt Wurzelteller um, Stämme unter starker Spannung, Zügig aufzuarbeiten.

Verwendung: Kalamitätsaufarbeitung, Brennholz (günstig), Rundholzmarkt.

Maßeinheiten: Handel: Festmeter (Fm) · Preis oft unter Frischholz

Umrechnung: 1 Fm Windwurfholz = ca. 1,4 Rm nach dem Aufarbeiten

Wipfel wald
Der Wipfel ist die oberste Spitze der Baumkrone. Als Wipfel (Gipfel, Baumspitze) bezeichnet man den obersten Trieb bzw. das obere Ende der Krone. Bei jungen und mittelalten Bäumen bildet der Wipfeltrieb (Leittrieb, Terminaltrieb) die Spitze und bestimmt das Höhenwachstum und die typische Wuchsform (z. B. die Kegelform junger Nadelbäume).

Eigenschaften: Oberste Spitze der Krone, Wipfel-/Leittrieb bestimmt Höhe, Prägt die Wuchsform, Exponiert gegenüber Witterung.

Verwendung: Baumkunde, Höhenmessung, Vitalitätsbeurteilung.

Maßeinheiten: Oberer Bezugspunkt der Baumhöhe · Zustand als Vitalitätsmerkmal

Wipfelbruch wald
Wipfelbruch ist das Abbrechen des Wipfels (der Baumspitze) und bezeichnet weitgehend dasselbe wie Gipfelbruch. Der Wipfelbruch betrifft die oberste Baumspitze (den Wipfel), die unter Schnee-, Eis- oder Windlast abbricht – häufig bei schlanken, instabilen Bäumen oder nach Vorschädigung durch Fäule oder Trockenheit. Der Begriff wird weitgehend gleichbedeutend mit Gipfelbruch verwendet.

Eigenschaften: Abbrechen der Baumspitze (Wipfel), Durch Schnee-/Eis-/Windlast, = weitgehend Gipfelbruch, Entwertet und öffnet für Fäule.

Verwendung: Waldschutz, Verkehrssicherung, Schadensbeurteilung.

Maßeinheiten: Bruchhöhe/-durchmesser · Bewertung in der Baumkontrolle

Wipfelschaft stammholz
Der Wipfelschaft ist der obere, dünne Teil des Stammes im Bereich der Krone. Der Wipfelschaft (Gipfelschaft) ist der oberste Stammabschnitt, der in die Krone übergeht und sich nach oben stark verjüngt. Er ist meist astig, schwach und krumm und liefert daher nur geringwertiges Holz (Industrie- oder Brennholz) im Gegensatz zum wertvollen, astfreien unteren Stammteil (Erdstamm/Bloch).

Eigenschaften: Oberer, dünner Stammteil (Krone), Astig, schwach, krumm, Geringwertiges Holz, Gegensatz: Erdstamm/Bloch.

Verwendung: Holzsortierung und Aushaltung, Brenn-/Industrieholz, Qualitätsbeurteilung.

Maßeinheiten: Länge/Zopf in Meter/cm · Bezug: Aushaltung

Wirtschaftswald wald
Ein Wirtschaftswald ist ein Wald, der planmäßig zur Holzproduktion und -nutzung bewirtschaftet wird. Der Wirtschaftswald steht im Gegensatz zum aus der Nutzung genommenen Naturwald. In ihm werden Bestände begründet, gepflegt, durchforstet und geerntet, um dauerhaft Holz zu liefern – zugleich erfüllt er Schutz- und Erholungsfunktionen.

Eigenschaften: Wald zur Holznutzung, Planmäßig bewirtschaftet, Gegensatz zum Naturwald, Erfüllt auch Schutzfunktionen.

Verwendung: Holzproduktion, Forstwirtschaft, Ländliche Wertschöpfung.

Maßeinheiten: Ertrag in Erntefestmeter/Hektar/Jahr · Fläche in Hektar (ha)

Umrechnung: Zuwachs im Wirtschaftswald: mehrere Efm je Hektar und Jahr.

Wuchsleistung wald
Die Wuchsleistung beschreibt, wie viel ein Baum oder Bestand über die Zeit an Masse und Volumen zulegt. Die Wuchsleistung ist die Fähigkeit eines Baumes, einer Baumart oder eines Bestandes, Holz zu bilden. Sie zeigt sich im Höhen-, Durchmesser- und Volumenwachstum und wird stark von Standort, Baumart, Alter, Licht und Pflege beeinflusst. Wüchsige Standorte und Baumarten liefern hohe Wuchsleistungen.

Eigenschaften: Wachstumsfähigkeit von Baum/Bestand, Höhe, Durchmesser, Volumen, Standort- und artabhängig, Kriterium der Baumartenwahl.

Verwendung: Baumartenwahl, Standortbewertung, Ertragsplanung.

Maßeinheiten: Höhen-/Durchmesser-/Volumenzuwachs · Bezug: Zeit und Standort

Wurzelanlauf wald
Der Wurzelanlauf ist der verbreiterte Übergang zwischen Stamm und Wurzel am Stammfuß. Am Wurzelanlauf geht der Stamm in die Wurzeln über und bildet oft brettartige Verstärkungen. Diese verankern den Baum und verteilen die Kräfte aus Wind und Eigengewicht in den Boden – ein wichtiger Beitrag zur Standsicherheit.

Eigenschaften: Übergang Stamm zu Wurzel, Am Stammfuß, oft brettartig, Verankert und stabilisiert, Wichtig für die Standsicherheit.

Verwendung: Baumkontrolle, Standsicherheitsbeurteilung, Baumpflege.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Beurteilungsmerkmal · Symmetrie und Zustand

Wurzelbrut wald
Wurzelbrut ist der Austrieb neuer Triebe aus den Wurzeln eines Baumes. Manche Baumarten – etwa Robinie, Aspe (Zitterpappel), Pappel, Ulme oder Schlehe – bilden aus ihren waagerecht streichenden Wurzeln neue oberirdische Triebe: die Wurzelbrut. So kann ein einzelner Baum ganze Gruppen genetisch identischer Nachkommen (Klone) bilden und sich flächig ausbreiten, besonders nach Verletzung oder Fällung.

Eigenschaften: Austrieb aus den Wurzeln, Vegetative Verjüngung, z. B. Robinie, Aspe, Pappel, Bildet Klongruppen.

Verwendung: Vegetative Verjüngung, Wiederbewaldung, Ausbreitungsmanagement.

Maßeinheiten: Austrieb je Wurzelsystem · Ausbreitung flächig

Wurzelfäule wald
Wurzelfäule ist die pilzbedingte Zersetzung des Wurzelsystems, die Stabilität und Vitalität des Baumes mindert. Bei der Wurzelfäule zersetzen holzabbauende Pilze – etwa Hallimasch, Wurzelschwamm oder verschiedene Porlinge – die Wurzeln und den Stammfuß. Die Verankerung im Boden lässt nach, die Wasser- und Nährstoffversorgung wird gestört, und der Baum kann absterben oder umstürzen.

Eigenschaften: Pilzfäule des Wurzelsystems, Durch Hallimasch, Wurzelschwamm u. a., Mindert Verankerung und Vitalität, Häufige Windwurfursache.

Verwendung: Baumkontrolle und Standsicherheit, Waldschutz, Verkehrssicherung.

Maßeinheiten: Befall an Wurzel/Stammfuß · Restverankerung beurteilen

Wurzelschwamm wald
Der Wurzelschwamm ist ein gefährlicher Wurzel- und Stammfäulepilz, vor allem an Nadelbäumen. Der Wurzelschwamm (Heterobasidion) zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Forstpilzen. Er infiziert über frische Stubbenschnittflächen und Wurzelkontakt, breitet sich im Wurzelsystem aus und verursacht Wurzel- und Kernfäule (Rotfäule) – besonders an Fichte, aber auch Kiefer und Tanne.

Eigenschaften: Wurzel- und Stammfäulepilz, Vor allem an Nadelholz, Infektion über Stubben/Wurzeln, Verursacht Rotfäule.

Verwendung: Waldschutz, Fäule- und Stabilitätsbeurteilung, Stubbenbehandlung.

Maßeinheiten: Fäule (Rotfäule) im Kern · Ertragsverlust je Befall

Wurzelstockfräse stammholz
Eine Wurzelstockfräse zerspant den nach der Fällung verbliebenen Wurzelstock im Boden. Die Wurzelstockfräse (Wurzelfräse) trägt den im Boden verbliebenen Wurzelstock (Stubben) mit einer rotierenden, hartmetallbestückten Frässcheibe schrittweise ab – meist bis einige Zentimeter unter die Erdoberfläche. Sie entspricht der Stubben- bzw. Stockfräse; der Begriff betont die Bearbeitung des Wurzelstocks.

Eigenschaften: Zerspant den Wurzelstock, Rotierende Hartmetall-Frässcheibe, Bis unter die Erdoberfläche, Ersetzt das Ausgraben.

Verwendung: Stubbenbeseitigung, Garten- und Landschaftsbau, Wege- und Flächenräumung.

Maßeinheiten: Frästiefe in Zentimeter · Leistung in Kilowatt

X

Xylem allgemein
Das Xylem ist das Leitgewebe im Baum, das Wasser und Nährsalze von den Wurzeln in die Krone transportiert – und den Hauptteil des Holzes bildet. Das Xylem, auch Holzteil genannt, besteht aus verholzten Zellen, die dem Baum Festigkeit geben und Wasser leiten. Mit den Jahren bilden sich die sichtbaren Jahresringe. Der überwiegende Teil dessen, was wir als Holz nutzen, ist Xylem. Sein Aufbau bestimmt Dichte, Festigkeit und damit auch die Brenneigenschaften des Holzes.

Eigenschaften: Wasserleitendes Gewebe, Bildet den Hauptteil des Holzes, Verholzte Zellen, Grundlage der Jahresringe.

Verwendung: Botanik und Holzkunde, Verständnis von Holzeigenschaften, Altersbestimmung.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß · Fachbegriff der Holzanatomie

Y

Y-förmige Zwieselbildung wald
Die Y-förmige Zwieselbildung ist eine Gabelung des Stammes in zwei Triebe mit möglichem Bruchrisiko. Bei der Y-förmigen Zwieselbildung teilt sich der Stamm in zwei etwa gleich starke Stämmlinge, die ein „Y" bilden. In der Astgabel sammeln sich häufig Rinde (eingewachsene Rinde) und Wasser, was die Verbindung schwächt.

Eigenschaften: Stammgabelung in zwei Triebe, Y-förmige Zwiesel, Eingewachsene Rinde möglich, Bruchgefährdet.

Verwendung: Baumkontrolle, Verkehrssicherung, Kronensicherung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Wuchsmerkmal · Beurteilung der Anbindung

Z

Z-Baum wald
Ein Z-Baum (Zukunftsbaum) ist ein ausgewählter, besonders wertvoller Baum, der im Bestand gezielt gefördert wird. Z-Bäume sind gerade, gesunde, gut veranlagte Bäume, die als künftige Wertträger ausgewählt und dauerhaft markiert werden. Bei jeder Durchforstung werden ihre Bedränger entnommen, damit sie mehr Licht und Wuchsraum erhalten.

Eigenschaften: Ausgewählter Zukunftsbaum, Gerade, gesund, wertvoll, Dauerhaft markiert, Gezielt gefördert.

Verwendung: Waldbau, Durchforstung, Wertholzproduktion.

Maßeinheiten: Zahl je Hektar (z. B. 40–100) · Zielstärke je Baumart

Zertifizierung wald
Eine Zertifizierung ist der Nachweis nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch anerkannte Systeme wie PEFC oder FSC. Bei der Waldzertifizierung wird die Bewirtschaftung nach festgelegten ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards geprüft. Erfüllt ein Betrieb die Kriterien, darf das Holz mit dem entsprechenden Siegel (PEFC, FSC) gekennzeichnet werden.

Eigenschaften: Nachweis nachhaltiger Bewirtschaftung, Systeme PEFC und FSC, Geprüfte Standards, Herkunft rückverfolgbar.

Verwendung: Holzhandel, Nachhaltige Beschaffung, Waldbewirtschaftung.

Maßeinheiten: Kein Messwert – Zertifikat · Prüfung nach Standards

Zielstärkennutzung wald
Die Zielstärkennutzung ist die Ernte von Bäumen, sobald sie einen festgelegten Zieldurchmesser erreicht haben. Bei der Zielstärkennutzung wird jeder Baum einzeln geerntet, wenn er seine baumartspezifische Zielstärke (Zieldurchmesser) erreicht hat – unabhängig vom Alter des Gesamtbestandes. Der übrige Bestand wächst weiter und verjüngt sich natürlich.

Eigenschaften: Ernte bei erreichtem Zieldurchmesser, Einzelbaumweise, Unabhängig vom Bestandsalter, Typisch für den Dauerwald.

Verwendung: Naturnaher Waldbau, Dauerwald, Wertholzernte.

Maßeinheiten: Zielstärke (Durchmesser) je Baumart · Messung am Brusthöhendurchmesser

Zopfdurchmesser stammholz
Der Zopfdurchmesser ist der Durchmesser am dünnen, oberen Ende (Zopf) eines Stammes oder Stammabschnitts. Der Zopf ist das schwächere, obere Ende eines Rundholzabschnitts; der Zopfdurchmesser wird dort gemessen (meist ohne Rinde). Er ist ein zentrales Sortier- und Vermessungsmaß: Nach ihm werden Stärkeklassen gebildet, und er geht in die Volumenberechnung (z. B. nach der Mittenstärke oder Formeln) ein.

Eigenschaften: Durchmesser am dünnen Stammende, Meist ohne Rinde gemessen, Sortier- und Vermessungsmaß, Trennt Derbholz (ab 7 cm).

Verwendung: Holzsortierung und -vermessung, Stärkeklassenbildung, Volumenberechnung.

Maßeinheiten: Zopfdurchmesser in Zentimeter (cm) · Derbholzgrenze: 7 cm

Umrechnung: Volumen ≈ π/4 × Mittendurchmesser² × Länge (Zopf geht in die Mittenstärke ein).

Zuwachs wald
Zuwachs ist die jährliche Volumenzunahme eines Baumes oder Bestandes. Der Zuwachs beschreibt, wie viel Holzvolumen ein Baum oder Bestand pro Jahr bildet, angegeben etwa in Vorratsfestmeter je Hektar und Jahr. Er hängt von Baumart, Alter, Standort und Pflege ab.

Eigenschaften: Jährliche Volumenzunahme, Von Baum oder Bestand, In Vfm je Hektar und Jahr, Kern der Nachhaltigkeit.

Verwendung: Nutzungsplanung, Waldbau, Inventur.

Maßeinheiten: Zuwachs in Vfm/ha und Jahr · Bezug auf Vorratsfestmeter

Umrechnung: 1 Vfm ≈ Volumen inkl. Rinde des stehenden Baumes (siehe Vorratsfestmeter).

Zuwachsbohrer stammholz
Ein Zuwachsbohrer ist ein Bohrwerkzeug, mit dem ein dünner Holzkern zur Bestimmung von Alter und Zuwachs entnommen wird. Der Zuwachsbohrer (Bohrer nach Pressler) ist ein hohler, mit einem Gewinde versehener Bohrer, der waagerecht in den Stamm gedreht wird. Mit einem Auszieher wird ein dünner Bohrkern (Bohrspan) entnommen, an dem sich die Jahrringe zählen und vermessen lassen – so bestimmt man Alter, Jahrringbreite und Zuwachs, ohne den Baum zu fällen.

Eigenschaften: Bohrer für Holzkern-Entnahme, Bohrkern zeigt Jahrringe, Bestimmt Alter/Zuwachs zerstörungsfrei, Werkzeug der Ertragskunde.

Verwendung: Alters- und Zuwachsbestimmung, Dendrochronologie, Waldforschung.

Maßeinheiten: Bohrkerndurchmesser in mm · Jahrringe je cm

Zuwachsleistung wald
Die Zuwachsleistung ist der Holzzuwachs eines Bestandes je Fläche und Jahr. Die Zuwachsleistung gibt an, wie viel Holzvolumen ein Bestand pro Hektar und Jahr zulegt – meist in Erntefestmetern je Hektar und Jahr (Efm/ha/a). Sie hängt von Baumart, Standortgüte (Ertragsklasse), Alter, Bestockungsgrad und Pflege ab.

Eigenschaften: Holzzuwachs je ha und Jahr, Meist in Efm/ha/a, Von Standort/Baumart abhängig, Kennzahl der Nachhaltigkeit.

Verwendung: Nutzungsplanung, Ertragsprognose, Nachhaltigkeitskontrolle.

Maßeinheiten: Zuwachs in Erntefestmeter/ha/Jahr · Bezug: Bestandesfläche

Umrechnung: Nachhaltig: Nutzung ≤ Zuwachs (Efm/ha/a).

Zwiesel stammholz
Ein Zwiesel ist eine Gabelung des Stammes in zwei etwa gleich starke Triebe und gilt als Bruchstelle und Holzfehler. Beim Zwiesel teilt sich der Stamm in zwei konkurrierende Stämmlinge. An der Gabelung sammeln sich oft Rinde und Wasser, was die Verbindung schwächt – Zwiesel brechen bei Sturm oder Schneelast leichter auf.

Eigenschaften: Stammgabelung in zwei Triebe, Bruchgefährdete Stelle, Holzfehler für Wertholz, Schwer spaltbar.

Verwendung: Baumpflege und Verkehrssicherung, Brennholz (Gabelbereich), Bewertung von Wertholz.

Maßeinheiten: Kein Handelsmaß – Wuchsmerkmal · Bruchrisiko an der Gabel

Zwieselbruch wald
Ein Zwieselbruch ist das Aufreißen oder Ausbrechen eines Baumes an einer Zwiesel-Gabelung. Ein Zwiesel ist eine Zwei- oder Mehrfachgabelung des Stammes. Sind die Gabeläste mit eingewachsener Rinde verbunden (Druckzwiesel), fehlt die feste Verbindung – unter Wind-, Schnee- oder Eislast kann die Gabelung aufreißen und ein Stämmling ausbrechen: der Zwieselbruch.

Eigenschaften: Ausbruch an einer Zwiesel-Gabelung, Risiko bei Rindeneinschluss, Durch Wind/Schnee/Eislast, Wichtiges Bruchrisiko.

Verwendung: Baumkontrolle, Verkehrssicherung, Kronensicherung.

Maßeinheiten: Bewertung in der Baumkontrolle · Zwieseltyp (Zug-/Druckzwiesel)

Anhang A · Umrechnung Holzprodukte

Brennholz — Fest-, Raum- & Schüttraummeter

EinheitEntsprichtHinweis
1 Festmeter (Fm)≈ 1,43 RMReines Holzvolumen (1 m³ Massivholz).
1 Raummeter (RM)≈ 0,70 Fm · ≈ 1,40 SRMGestapeltes Holz, 1-m-Scheite.
1 Schüttraummeter (SRM)≈ 0,70 RM · ≈ 0,45–0,50 FmBei Scheitlänge 33 cm.
1 Ster= 1 Raummeter (RM)Süddeutschland, AT, CH.

Praxis-Schnellumrechnung: 1 Fm → ≈ 1,43 RM → ≈ 2,0–2,2 SRM  ·  1 RM → ≈ 0,70 Fm → ≈ 1,40 SRM  ·  1 SRM → ≈ 0,70 RM → ≈ 0,45–0,50 Fm.

Stammholz & Schnittholz

EinheitEntspricht / BerechnungHinweis
1 Festmeter (Fm) Stammholz= 1 m³ reines HolzHandelsüblicher Standard im Rundholzvertrieb.
1 m³ Rundholz≈ 1 FmExkl. Rindenabzug je nach Messmethode.
1 m³ SchnittholzLänge × Breite × StärkeAlle Maße strikt in Metern.
1 Brett / KantholzIndividuelle MaßeVolumen je Bauteil einzeln bestimmen.

Geometrische Schnittholz-Berechnung: Volumen (m³) = Länge (m) × Breite (m) × Stärke (m). Zentimeter- oder Millimetermaße vor der Multiplikation zwingend in Meter umrechnen. Beispiel: 4,00 m × 0,20 m (20 cm) × 0,05 m (5 cm) = 0,04 m³.

Hackschnitzel, Pellets & Briketts

EinheitEntsprichtHinweis
1 SRM Hackschnitzel≈ 250–350 kgJe nach Holzart/Feuchte.
1 t Hackschnitzel≈ 3–4 SRMRichtwert Lager/Heizanlage.
1 Sack Pellets= 15 kgGenormte Sackware.
1 Palette Pellets≈ 65 Säcke (975 kg)Typische Liefergröße.
1 t Pellets≈ 66,7 Säcke · ≈ 1,5 m³ LagerraumVergleichswert / Pelletbunker.
1 Paket Holzbrikettsmeist 10 kgHerstellerabhängig (12er/24er-Einheiten).
1 Palette Holzbriketts≈ 960–1000 kgca. 96–100 Pakete.

Hinweis Hackschnitzel: 1 m³ feste (komprimierte) Hackschnitzelmasse ≈ 1,2–1,4 SRM; umgekehrt 1 SRM ≈ 0,7–0,8 m³ echtes Schüttvolumen.

Anhang B · Stammholz: Maße & Güteklassen

Forstwirtschaftliche Stammholz-Definitionen. Die gebräuchlichen Festmeter-Begriffe unterscheiden sich nach Rinde, Ernteverlusten und Messzeitpunkt.

EinheitBedeutung
Festmeter (Fm)1 m³ massives Holz ohne Luftzwischenräume (rechnerisch über Stammlänge und Mittendurchmesser).
Kubikmeter (m³)Beim unaufgearbeiteten Rundholz im Regelfall exakt = 1 Festmeter.
Erntefestmeter (Efm)Verwertbares Holz nach dem Einschlag – meist ohne Rinde und ohne Ernteverluste (z. B. Stockholz).
Vorratsfestmeter (Vfm)Stehender Baum inklusive Rinde; dient der Waldinventur und Bestandsbewertung.

Güteklassen (Qualitätsklassen). Die Güteklasse wird für Stammholz nach der Ernte vergeben. Je nach Holzart und Verwendungszweck gelten unterschiedliche Sortierregeln; im deutschsprachigen Forstbereich sind folgende Klassen gebräuchlich.

GüteklasseBeschreibungVerwendung
ASpitzenqualität, astarm, gerader Stamm, keine oder kaum FehlerFurnier, hochwertige Möbel, Innenausbau
BGute Qualität, wenige kleine FehlerBauholz, Möbel, Schreinerholz
CMittlere Qualität, Äste, Krümmung oder andere MängelBauholz, Verpackung, Paletten
DGeringe Qualität, starke Fehler oder FäuleIndustrieholz, Zellstoff, Spanplatten
E (teilw.)AusschussholzBrennholz / energetische Nutzung
Anhang C · Schüttgüter & Verkaufs-Kennwerte

Schüttgüter im Garten- & Landschaftsbau. Deutlich dichter als Holz — separat kalkulieren.

MaterialEinheitGewicht (ca.)Einflussfaktor
Rindenmulch1 m³300–450 kgRindenart, Körnung, Vortrocknung.
Kompost1 m³500–800 kgZersetzungsgrad und Nässe.
Mutterboden (gesiebt)1 m³1.200–1.400 kgTrocken; nass bis 1.600 kg/m³.
Sand (0/2 mm)1 m³1.500–1.700 kgSehr sensibel gegenüber Eigenfeuchte.
Kies / Splitt1 m³1.600–1.900 kgGesteinsart (Basalt schwerer als Granit).

Zusatz-Kennwerte für Verkauf & Kundenberatung

Holzfeuchte vs. Wassergehalt: Brennholz-Gewichte beziehen sich auf waldfrisches Holz (≈ 50 % Wassergehalt) oder ofenfertig getrocknetes Holz (≤ 20 % Restfeuchte). Lufttrockenes, ofenfertiges Holz ist ca. 30–40 % leichter als frisch geschlagenes.

Heizwert-Äquivalent (Faustformel): 1 Raummeter (RM) trockenes Hartholz (z. B. Buche oder Eiche) ersetzt energetisch ca. 200 Liter Heizöl bzw. rund 400 kg hochwertige Holzpellets oder Holzbriketts.

Anhang D · Ausbildungsplan

So bauen die Lehrgänge und Zertifikate der Grünen Branche aufeinander auf.

Ausbildungsplan / Aufbaupfad der Lehrgänge